Kult neu definiert …. Der Name ist gleich, doch er ist auf allen Ebenen erneuert: Der Defender setzt unter geänderten Vorzeichen seine Karriere fort.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 12. September 2020 (05:23)
„Land Rover hat die Talente und die Optik des Ur-Defender modern interpretiert und auf dieser Basis die Offroad-Ikone fürs 21. Jahrhundert neu erdacht“, betont Dieter Platzer, Pressesprecher Land Rover Austria.
Land Rover

Der Landie, der erst seit 1990 Defender heißt, hat sein Debüt 1948 als Landwirtschaftsfahrzeug absolviert. 2016 ist die Produktion ausgelaufen, nach mehr als zwei Millionen verkauften Exemplaren. 2018 folgte, als finale Krönung des weltweit erworbenen Kultstatus, eine Works-Sonderedition mit einem 5,0-Liter-V8 (405 PS).

Ans ikonische Erbe des Defender soll die Neuinterpretation anknüpfen. Mit neuen Eigenschaften an. Den Diskussionen, ob er noch echt wäre, steht die Entsprechung aktueller und künftiger Gesetze – Emissionen, Verbrauch, Sicherheit, Verbrauch – gegenüber. Dazu kommt erweiterte Globalität, die nun auch bis in die USA und nach China reicht. Ebenso hat er einen neuen Ursprungsort: Er läuft in Nitra, in der Slowakei, vom Produktionsband.

Von dort war es nicht allzu weit – und in Corona-Zeiten weitgehend grenzschrankenlos – nach Wülfrath bei Wuppertal, dem Offroad-Gelände der Land Rover Experience in Deutschland. Von den zum Marktstart vier verfügbaren Motorisierungen stand in der fünftürigen Version, dem Defender 110, der stärkere des 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesels (240 PS, 430 Newtonmeter) parat für eine Erprobung auf Asphalt und im Gelände.

Die Geräumigkeit, die Anordnung der Informationsinstrumente sowie der Bedienelemente konnte man schon im Vorfeld statisch erproben. In der Fahrpraxis zeigt sich: Ganz neu ist das Geräuschniveau, die Türen rasten satt ein, der Selbstzünder hält sich akustisch dezent im Hintergrund. Eine völlig neue Welt ist das Einlenkverhalten, gefühlt nicht allzu direkt, doch präzise, in Haarnadelkurven ebenso wie auf verwinkelten Pfaden. Auf der Autobahn pfeilt er, unterstützt von der Acht-Gang-Automatik, fast wie ein Sportler dahin. Dort, wo es zulässig ist, lässig bis über die 180- km/h-Marke. Genauso easy ist er einzufangen, die Bremsen arbeiten prompt und progressiv.

Dass er jegliche Geländeformation souverän inhaliert, war zu erwarten. Auch wenn der Aufbau nicht mehr auf einem Leiterrahmen ruht. Der Federungskomfort übertrifft den Discovery V. Er schlängelt er sich trotz imposanter Abmessungen behende über Stock und Stein, durch Schlamm und Schotter. Die ausgeklügelte Elektronik des 4x4-Systems inklusive neuem Watmodus regelt die Traktion beim Geländegang. Die AutomatiksStufe des Offroad-Fahrprogramms agiert stets genau richtig. Und das neue Infotainmentsystem namens Pivi Pro ist ansatzlos präsent, es ist, dank zweier fix verbauter SIM-Karten permanent online.