Land Rover Discovery Sport: Feiner, fitter und flotter. Das Update des Land Rover Discovery Sport ist wenig plakativ, dafür effektiv. Resultat: Pkw-hafter Onroad-Komfort, gesteigertes Offroad-Talent.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 02. Oktober 2019 (02:59)

Familiengerechte Allround-Eigenschaften hatte Land Rover im Visier, als 2014 der Freelander vom Discovery Sport abgelöst wurde. Somit konnte der Einstieg in die ebenso legendäre wie traditionsreiche Welt der Landys auf Wunsch auch siebensitzig erfolgen, mit klappbaren Zusatzmöbeln im Heck, bei unveränderter Außenlänge. Designseitig führte er bei den Engländern die neue, geglättete und deutlich weniger kantige Ära fort. Technik – auf Basis einer Frontantriebsplattform – und Mitgift, mit für die Marke bekannt hohem Niveau, waren auf Alltagstauglichkeit ebenso ausgerichtet wie auf mehr als solide Offroad-Qualitäten. Antriebsseitig stand wirtschaftliche Leistung vor sportlicher Dynamik. Auch in Bezug auf das Fahrwerk lag der Fokus eher auf Komfort denn auf scharfer Knackigkeit. Mit der Summe all dieser Eigenschaften zeitigte er bisher ein Absatzvolumen von fast 600.000 Fahrzeugen weltweit.

Angesichts des fast atemberaubenden Tempos, mit dem sich Technik und gesetzliche Bedingungen verändern, war es jetzt Zeit für eine Modellerneuerung. Die sticht von außen betrachtet nicht plakativ ins Auge, kaum modifiziert ist die Statur, dafür das Dekor, mit flacheren Leuchten samt neuer LED-Tagfahrlichtsignatur an Front und Heck. Weitaus mehr hat sich an der Basis getan. Er steht jetzt – analog zum neuen Range Rover Evoque – auf einer neuen Plattform, die unterschiedliche Antriebsstränge ermöglicht (siehe Elektrifizierung). Nicht in allen Details – abgesehen von der Mittelkonsole – neu arrangiert, aber komplett frisch gemacht ist das Interieur, vom Informations-instrumentarium bis zu den Sitzmöbeln, für die man auch feines Leder ordern kann.

Im Cockpit kommt Digitales zum Einsatz, Tasten und Regler sind auf ein Minimum reduziert, auch hier ist das Fahrstufendrehrad passé und durch einen Schalthebel ersetzt. Die Sitze sind neu gepolstert, die Materialien auch an der Interieur-Verkleidung erneuert und auf Softtouch-Oberflächen umgestellt. Den Multimedia-Touchscreen (Touch Pro) hat er von seinen Brüdern Velar und Evoque geerbt, das Mono-Display ist bündig und stimmig in den oberen Teil der Zentralkonsole integriert. USB-Anschlüsse und Permanentvernetzung garantieren digitale Fitness. Samt einer Fülle von elektronischen Assistenzsystemen inklusive Matrix-LED-Technik für die Scheinwerfer (gegen Aufpreis). Dazu gehört ein nur in der Einstiegsversion (150-PS-Diesel, Sechs-Gang-Schaltung) nicht serienmäßiges Allradantriebssystem (All Terrain Response 2, mit vier Offroad-Fahrprogrammen), samt regelbarer Bergauf- und Bergabfahrunterstützung. Neu im Einstiegs-Landy sind der digitale Rückspiegel und die „gläserne“ Motorhaube.

„Der neue Discovery Sport baut auf dem Erfolg des Vorgängers auf. Die Proportionen wurden weiter verfeinert und die Technik auf den aktuell-sten Stand gebracht.“ Dieter Platzer, Presse Jaguar/Land Rover Austria

An Antrieben sind die bereits bekannten 2,0-Liter-Vierzylinder verbaut, die Diesel mit 150, 180 und 240 PS, die Benziner mit 200 und 250 PS. Nur der Basis-Selbstzünder ist nicht mit Mild-Hybrid-System auf Basis eines 48-Volt-Bordnetzes versehen. Der Antriebsstrang der Allradversionen ist mit Hinterachsentkoppelung auf Treibstoffsparen getrimmt. Nachfolgen wird demnächst ein Plug-in-Hybrid (1,5-Liter-Benziner plus Elektro-Aggregat).

Fahreindruck? Auf Asphalt bewegt er sich geschmeidiger, mit spürbar reduzierten Seitenneigungstendenzen. Die angenehm weniger leichtgängige Lenkung hat an Präzision zugelegt, die Neun-Stufen-Wandlerautomatik an Exaktheit dazugewonnen. Und im Gelände? Noch versierter.