Diesel-, Strom-Kooperation. Das hochklassige Mittelklasse-Sports Utility Vehicle der Stuttgarter macht sich teilelektrisch. Neu sind die Plug-In-Hybride.

Erstellt am 25. September 2019 (14:44)
Mercedes-Benz

Jeder Hersteller folgt dem - von den strengeren EU-Emissions- und Verbrauchsgrenzwerten diktierten - Trend zur Antriebsstrang-Elektrifizierung. Mercedes nimmt eine Sonderstellung ein. Während alle anderen Hersteller den Diesel aus der Hybridisierung (wieder) ausgeklammert haben, wollen die Stuttgarter weiterhin auf die Reichweitenstärke der Kombination aus Selbstzünder- und Elektroaggregat setzen - zusätzlich zu den neu konfigurierten Systemen, die Benziner und Elektriker kombinieren. Von der Kooperation zwischen Diesel - einem Zweiliter-Vieryzlinder mit 194 PS - und einem Strom-Aggregat mit 136 PS profitiert der Ende des Vorjahres neu gemachte GLE. Die Typenbezeichnung 350 de steht für 320 PS Systemleistung bei 700 Newtonmetern Maximaldrehmoment.

Das ist gut für einen 0-auf-100-Sprint in 6,8 Sekunden. Die Top--Speed ist mit 210 km/h abgeregelt. Die errechnete elektrische Reichweite beträgt 106 Kilometer laut NEFZ-, bis zu 99 Kilometer laut WLTP-Prüfzyklus. Rein elektrisch kann der Stuttgarter bis zu 160 km/h schnell fahren. Dem neuen Hybrid-Systeme liegt verfeinerte Technik zugrunde. Bei jenen Modellen mit längs eingebautem Motor - wie dem GLE - handelt es sich um die dritte Generation. Der aktuelle Elektromotor wurde für das Plug-in-Hybridgetriebe 9G-TRONIC neu konzipiert, ist nach dem Prinzip einer permanent erregten Synchronmaschine als Innenläufer aufgebaut. In Verbindung mit der ebenfalls neuen und leistungsfähigeren Leistungselektronik konnten die Leistungs- und Drehmomentdichte optimiert werden.

Eine Innovationen besteht in der Verwendung eines Drehmomentwandlers mit integrierter Überbrückungskupplung als Anfahrelement und einer zusätzlichen Trennkupplung zwischen Verbrennungs- und Elektromotor für rein elektrisches Fahren. Der Stator der E-Maschine ist ins Triebkopfgehäuse integriert, der Rotor zwischen dem Leistungsfluss von Trennkupplung und Getriebeeingang. Vom Hochvolt-Bordnetz werden neben den Antriebskomponenten und der Unterdruckpumpe des rekuperativen Bremssystems auch der elektrische Kältemittelverdichter und der Hochvolt-Zuheizer versorgt. Beide ermöglichen eine Vorklimatisierung des Innenraums sowohl im Sommer als auch im Winter, weil sie auch ohne Verbrennungsmotor funktionieren. Ein Umbau des Hecks und eine modifizierte Hinterachse schaffen Raum für die für eine große Batterie. Im Kofferraum gibt es keine Stufe, das Volumen bleibt mit bis zu 1.915 Liter großzügig. Nicht nur die Reichweite erhöhen kann das System, sondern auch schnelles Nachladen ermöglichen. Dafür sorgt eine COMBO-Ladedose für Wechselstrom-/AC- und Gleichstrom-/DC-Laden.