Mehr Glanz und Lametta. Die Japaner haben den Space Star, in Österreich ein äußerst beliebtes Mitsubishi-Modell, frisch dekoriert. Gleich geblieben ist seine Sparsamkeit.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 03. März 2020 (01:41)
Der Space Star wurde gezielt weiterentwickelt – optisch präsentiert er sich markanter. Vor allem die neue Frontpartie steht ihm gut. Neu: Spezial-Mehrschicht-Metalliclackierung mit besonderer Brillanz und Tiefenwirkung (wie hier Sand Yellow).
Mitsubishi

Bescheidenheit ist eine Zier, so besagt es ein Sprichwort. Was nicht impliziert, dass Attraktivität ausgeschlossen ist. Nach ersterem Grundsatz ist Mitsubishi verfahren, als die Drei-Diamanten-Marke 2012 den Space Star neu präsentierte. Angesiedelt hatten ihn die Japaner im Gegensatz zum Erstling (1998 bis 2005, auf Carisma-Basis) nicht mehr als Familien-Van, sondern als Kleinwagen. Der unterstrich Preisgünstigkeit und Konsumgenügsamkeit mit weitgehend schmucklosem Design.

Damit tat sich der Colt-Nachfolger hierzulande ein wenig schwer. Trotz seiner Sparqualitäten. Die bewies er, mit einem 80 PS starken 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner und manueller Fünf-Gang-Schaltung: Den Normverbrauchswert von 4,3 Litern Benzin pro 100 Kilometer (2014, laut NEFZ-Prüfnorm) beträchtlich zu unterbieten – im Zuge einer 100-Kilometer-Verbrauchsfahrt schaffte er es, mit 2,7 Litern auszukommen.

„Das weiterentwickelte Exterieurdesign macht den Auftritt des neuen Space Star akzentuierter und dynamischer, der Innenraum präsentiert sich in neuer Eleganz.“ Michael Ellies, Pressesprecher Mitsubishi Österreich

2013 wurde das Antriebsstrangoffert erweitert: Um ein optionales CVT-Getriebe für den 1,2-Liter, um einen 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 71 PS. Zwischenzeitlich (2014) gesellte sich zum Hatchback eine Stufenheckversion, genannt Attrage, in Anlehnung an den außerhalb Europas gebräuchlichen Modellnamen Mirage. Die war in Österreich aber schwach gefragt.

Das mit der optischen Attraktivität des Space Star hat Mitsubishi nachgeholt. Zuerst 2016, mit Chromakzenten am Exterieur und im Interieur. Auch wurde die Ausstattung aufgewertet. Eine Überarbeitung der Antriebe resultierte in noch niedrigeren Verbrauchsangaben. Der 1,0-Liter sollte mit 4,0, der 1,2-Liter mit 4,1 Litern Sprit pro 100 Kilometer auskommen (CO 2 : 92 respektive 96 Gramm pro Kilometer, laut NEFZ). Das bescherte dem Space Star mit dem kleineren Motor bereits vor vier Jahren einen NoVA-Satz von null Prozent.

Noch mehr Glanz und Lametta hat Mitsubishi dem Fünftürer jetzt für die aktuelle Modell-phase spendiert. Die neue Exterieuroptik folgt der familiären „Dynamic Shield“-Designsprache. Das inkludiert viel Chrom an der Front und ein selbstbewusster gestyltes Heck. Damit ist er in der Länge um 50 Millimeter auf 3.845 Millimeter gewachsen – er bleibt aber deutlich unter der Vier-Meter-Marke, ebenso bleibt er klar unter der Ein-Tonnen-Grenze (870 bis 905 Kilogramm Eigengewicht). Der Ordnung halber hier auch gleich das (unveränderte) Kofferraumvolumen: 210 bis 912 Liter (ohne Kofferraumabdeckung).

Das Interieur zeigt sich modernisiert, siehe die Gestaltung der Bedienelemente. Hand angelegt wurde an der Konturierung und an den Bezugsstoffen der Sitze. Erweitert wurde das Elektronikoffert. In der höheren Ausstattungsstufe Invite ist Navigation mit Sechs-Zoll-Touchscreen auf Basis von Smartphone-Integration an Bord, auch ein Notbremsassistent mit Fußgängerkennung. Dazu können Spurhalte- und Fernlichtassistent sowie eine Rückfahrkamera kommen.

An der Antriebsleistung hat sich nichts geändert: Es bleibt bei 71 und 80 PS. Die mittlerweile aus WLTP- und RDE-Prüfverfahren resultierenden höhren Emissions- und Verbrauchswerte können sich noch immer sehen lassen: Es sind 5,1 Liter im 1,0-Liter und 5,3 bzw. 5,6 Liter im 1,2-Liter (je nachdem, ob die Fahrstufen via manueller Schaltung oder stufenlosem Getriebe sortiert werden). Unverändert NoVA-frei ist somit der 71-PS-Motor. Die Normverbrauchsabgabe für 80 PS: ein bzw. zwei Prozent.

Keinen Einfluss hat das eine wie das andere auf die bekannten Eigenschaften des Space Star: Er ist unverändert agil und wendig. Beide Triebwerke sind für die City ausreichend spritzig, auch nicht allzu laut. Schlaglöcher und Spurrillen federt das Fahrwerk tapfer weg. Ergonomisch geht er trotz nur höhenverstellbarem Lenkrad in Ordnung. Das kleine Längenwachstum wirkt sich selbst bei knappstem Verkehrsraum nicht im geringsten aus (Wendekreis 9,2 Meter).