Audi Q3 Sportback: Dynamische Dachschräge. Audi erweitert die Q3-Baureihe der zweiten Generation um den Sportback – ein athletisch gezeichnetes Crossover Utility Vehicle.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 18. September 2019 (03:06)

Nach wie vor ist kein Ende des SUV-Trends in Sicht. Im Gegenteil! Lag der Sports-Utility-Vehicle-Anteil der Pkw-Neuzulassungen am Gesamtmarkt im Vorjahr bei 36,4 Prozent (2015: 23,8 Prozent), so zeichnet sich erneut ein Anstieg ab. Die Jänner-bis-Juli-Bilanz 2019 weist einen Anteil von 36,6 Prozent aus. Das sind 75.943 Fahrzeuge über alle SUV-Klassen hinweg. Den Löwenanteil nimmt mit 49,7 Prozent das Kompakt-Segment (A-Segment) ein, dicht gefolgt von den Subkompakten (A0, 37,3 Prozent). Der Rest verteilt sich auf Mittel- und Ober- respektive Luxusklasse (B: 7,7 Prozent,
C und D: 5,3 Prozent).

Gemäß dieser Tendenzen verdichtet Audi jetzt das A-SUV-Segment mit einem trendigen Modell – mit dem Q3 Sportback, einem Coupé. Das heißt deshalb so, weil die Typenbezeichnung Q4 für einen künftigen Elektriker reserviert ist. Es führt jedoch die Marketingabteilung der Ingolstädter (nicht nur) für das Q3-Derivat eine weitere Klassifizierung ein: CUV, für Crossover Utility Vehicle – mit ein Zeichen der City- und Asphalt-Orientierung, denn bekanntermaßen werden die robusten Hochbeiner eher weniger off- denn onroad ausgeführt. Weshalb 4x4 nicht oberste Bedingung ist.

„Der Q3 Sportback ist an Menschen adressiert, die ein Faible für Innovation, Technologie und expres- sives Design haben!“ Gudrun Glück, Pressesprecherin Audi Österreich 

Dass der Q3 Sportback dennoch auch ein quattro sein kann, das gehört im Vier-Ringe-Haus (in fast allen Baureihen) dazu. Ebenso wie die betonte Sportlichkeit. Dem entsprechend ist der Crossover athletisch gestylt – um 16 Millimeter länger als der normale Q3, und um 29 Millimeter niedriger, und um sechs Millimeter schlanker. Dennoch wirkt er deutlich länger, mit akzentuierten Schultern und abgeschrägter, in einen Spoiler auslaufenden Dachlinie. Die Kopfraumeinschränkung im Fond hält sich dennoch auch für überdurchschnittlich Großgewachsene in Grenzen. An Kofferraumvolumen geht in der Basis gar nichts ab (530 Liter), in der maximalen Ausdehnung sind es mit 1.400 Litern um 125 Liter weniger.

Insgesamt scheint der Sportback stämmiger dazustehen als der Standard-Q3, mit Breite simulierendem Frontdesign. Am Heck fällt das fast verschämte Verstecken der Auspuffendrohre auf, der Stoßfänger ist dafür mit einer ausladenden Querspange garniert, die je nach Variante schwarz lackiert oder matt chromiert ist.

Antriebsprogramm passt zum Fahrwerk

Um das Dynamikversprechen zu erfüllen, gehören eine Progressivlenkung und ein sportlich ausgelegtes Fahrwerk zur Q3-Sportback-Standardausrüstung. Dazu passend ist das Antriebsprogramm: Es basiert auf einem 1,5- und einem 2,0-Liter-Benziner sowie einem 2,0-Liter-Diesel, jeweils Vierzylinder. Der kleinere Otto (35 TFSI) soll als Mildhybrid auf Basis eines 48-Volt-Bordnetzes samt automatischer Zylinderabschaltung für niedrige Emissions- und Verbrauchswerte sorgen. Eine Boost-Funktion erhöht seine Leistung, wenn abgerufen, für zehn Sekunden von 150 auf 162 PS. Das macht sich beim engagierten Wedeln im Winkelwerk am Kurvenausgang dynamisierend bemerkbar.

Der 2,0-Liter-Benziner (45 TFSI) ist momentan mit 230 PS (und Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe plus Allradantrieb) die Topmotorisierung. Das Ansprechverhalten korrespondiert erwartungsgemäß mit der Leistungsansage. Noch einen Tick stimmiger wirkte auf einer ausgedehnten Testfahrt im Schwarzwald die Kombination 2,0-Liter-Diesel mit Direktschaltung (35 TDI). Der 150 PS starke Selbstzünder wirkt sehr ausgereift, macht sich akustisch eher – leise – knurrig als dieselig bemerkbar. In allen drei Antriebsstrangvarianten, jeweils im Verein mit den (optionalen) 20-Zöllern und (ebenfalls optionaler) adaptiver Dämpferregelung samt sechs Fahrprofilen fiel das kernige und dennoch kommode Federungsverhalten angenehm auf. Für die Lenkung könnte man sich höhere Gefühlsechtheit wünschen.

Komplettiert ist die Crossover-Mitgift à la Audi mit einer umfassenden Elektronikausstattung – Infotainment, Navigation, Fahr- und Komfortassistenz – samt fix eingebauter SIM-Karte. Man kann nun auch Alexa befehlen.