Aktualisierter Maximalismus. Ein optisches Facelift und ein elektronisches Update erhalten dem Mini Clubman die Aktualität. Topmodell ist der John Cooper Works.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 06. August 2019 (03:48)

Der Clubman ist nicht der größte aller Minis (der Countryman ist noch eine Spur länger), dafür hat er auf seinen 4.253 Millimetern die maximal mögliche Anzahl an Türen: sechs an der Zahl. Das doppelflügelige Heckportal unterscheidet den Clubman nicht nur von seinen Markenbrüdern, auch von allen anderen Kombis im kompakten Segment, in das der Engländer mit der deutschen (BMW-)Technik über die Jahre hineingewachsen ist – und wo man ihn auch platziert haben will.

Die erste Interpretation des Clubmans der neueren Geschichte der Marke debütierte 2007. Mit eigenwilligem Karosseriekonzept: Er war prinzipiell wie alle Mini-Varianten dreitürig angelegt. In den Fond konnte man von der rechten Seite aus durch eine schmale, gegenläufig öffnende Klappe schlüpfen.

Das Heckportal hingegen war von Anfang an zweiflügelig (Split Doors) angelegt. Für die zweite Clubman-Generation (ab 2015) hatte Mini einen längeren Unterbau – nach wie vor für Frontantrieb angelegt – und damit einen pro Seite zweitürigen Aufbau parat (auch für den nachfolgenden Modellwechsel des Countryman).

„Die jüngsten Updates im Angebot der digi-talen Services unterstreichen den fortschrittlichen und Lifestyle-orientierten Charakter des Clubmans!“ Michael Ebner, Pressesprecher Mini Österreich

Im Vorjahr startete die Retro-Marke mit einem Facelift und einem Technik-Upgrade für alle (derzeit fünf) Baureihen. Nach den Drei- und Fünftürern kam nun der Clubman an die Reihe. Sichtbar gemacht hat das die Designabteilung durch Retuschen an der Front. Am hervorstechendsten ist der neu gestaltete Kühlergrill, und auch die Lufteinlässe sind modifiziert. Die Scheinwerfer (Halogen serienmäßig, LED optional) sind jetzt schwarz umrandet.

Die Heckleuchten strahlen mittels LED-Technik, gegen Aufpreis im Union- Jack-Design. Standardmäßig rollt der upgedatete Clubman auf 16- oder 17-zölligen Alurädern. Das Interieur blieb im Prinzip gleich, wurde jedoch aufgewertet. Schon in der Basisausstattung legt Mini ein optimiertes Radio mit 6,5-Zoll-Touch-Farbdisplay drauf, die Grafik wurde modifiziert. Erweitert sind die digitalen Services.

Via fix verbauter SIM-Karte kann man sich Software-Updates direkt über das Netz holen. Entscheidet man sich aus dem Optionen-Offert für Connected Navigation, erhält man zusätzliche Infotainment-Funktionen und eine Routenführung mit Echtzeitverkehrsdaten. Nimmt man das Upgrade Plus noch dazu, gibt es 8,8-Zoll-Touchscreen, induktives Handyladen und Touch Controller mit Handschrifterkennung.

An den Dimensionen wurde im Zuge der Aktualisierung nicht gefeilt, ebenso wenig am Shooting-Brake-Konzept. Das macht aus dem Kofferraum keine Ladehöhle, doch kann man je nach Position der Fondsitze 360 bis 1.250 Liter Gepäck ins Heck einräumen.

Das Antriebsprogramm offeriert eine weite Leistungsspreizung aus 1,5- und 2,0-Liter-Benzinern sowie -Dieseln, mit 102 bis 306 PS. Letztere BiturboPower liefert die Top-Version, traditionell als John Cooper Works bezeichnet, serienmäßig gekoppelt an Allradantrieb und eine achtstufige, sportlich abgestimmte Automatik. In dieser Variante drehte der kompakte Lade-Engländer seine ersten Runden rund um Frankfurt. Ob im kurvigen Hinterland oder auf der (limitfreien) Autobahn: Er macht sich nicht nur optisch stark. Das Fahrwerk allerdings könnte auch im sanfteren Komfort-Modus ein interfamiliärer Diskussionsgrund sein. Es ist recht hart …

Start & Preis. Ab sofort erhältlich. Benziner ab 25.050 Euro, Diesel ab 26.950 Euro, John Cooper Works ab 48.100 Euro.