Power-Upgrade. VW spendierte dem e-up! einen größeren Akku und eine kleine Leistungsstärkung. Das Resultat ist eine Steigerung auf 260 Kilometer Reichweite (laut WLTP).

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 26. November 2019 (08:15)

Der Jahreswechsel naht mit Riesenschritten und damit auch der Eintritt der neuen, verschärften CO 2 -Emissionsgrenzwerte. Die dürfen ab 1. Jänner 2020, laut EU-Vorschrift, die 95-Gramm-Grenze – über die komplette Pkw-Palette eines Herstellers hinweg gerechnet – nicht überschreiten. Andernfalls drohen Strafzahlungen. Von 95 Euro je überschüssigem Gramm. Pro Fahrzeug …

Bei allen Marken laufen derzeit Aktivitäten auf Hochtouren, um Pönalen in Milliardenhöhe zu umgehen. Die Strategien sind unter anderem, die Emissionsausreißer – und das müssen gar nicht erst Hochleistungsgefährte sein – mit Modellen, die wenig oder gar kein Kohlendioxid ausstoßen, auszugleichen. Einerseits mit Hybriden, fallweise mit Erdgastrieblingen, andererseits mit Elektroautos, die im lokalen Betrieb weder CO 2 noch ein anderes Abgas emittieren. Von denen ist im kommenden Jahr eine wahre Flut zu erwarten.

Angesagt sind Modelle aller Segmente und Klassen. In der kleinsten Pkw-Kategorie hat VW bereits seit 2013 einen Stromer anzubieten. Kurz nach der Premiere des up!, von Benzinaggregaten angetrieben, folgte eine Batterievariante. Der Minielektriker sollte gemeinsam mit einem ebenfalls nachgereichten Erdgastriebling die Baureihe mit Alternativantrieben anreichern. Das ging der e-up! mit einem 16,4-kWh-Akku, 82 PS Leistung und 210 Newtonmetern Maximaldrehmoment bei einem Startgewicht von 1.139 Kilogramm an. Die maximale Reichweiten-ausbeute war mit 160 Kilometern laut altem NEFZ-Prüfzyklus angegeben. Als praktisch erreichbar haben sich rund 120 Kilometer
herausgestellt.

„Mit praxisnaher Reichweite ist der neue e-up! ein Allrounder für kurze und mittlere Strecken …“ Karin Angerer, Pressesprecherin VW Österreich

Das hat VW jetzt fast verdoppelt. Mit einem Upgrade des elektrischen up! Mit Hilfe einer Kapazitätssteigerung des dabei nicht gewachsenen und nicht schwerer gewordenen Lithium-Ionen-Akkus auf 32,3 kWh durch Erhöhung der Energiedichte sowie einer kleinen Leistungszugabe: 83 PS (weiterhin 210 Newtonmeter).

Als Reichweite sind nun 260 Kilometer nach WLTP angegeben. Der Verbrauch ist mit 12,7 bis 12,9 kWh pro 100 Kilometer im Mixbetrieb beziffert. Das ist unterbietbar, wie im Zuge einer verkehrsbedingt recht gemächlich gefahrenen Testrunde festgestellt. Man kann auch mit rund 10 kWh über die Runden kommen – bei abgeschalteten Bordgeräten wie Klimaanlage und Radio.

Neben der Reichweitensteigerung zielt die aktualisierte Generation auch auf leichtere Leistbarkeit ab. Zwar sind 21.990 Euro laut Preisliste mehr als das Doppelte des Einstiegspreises für den 75-PS-Verbrenner (der genauso wie der CNG-up! im Programm bleibt), doch können Förderungen das Einstiegstarifniveau senken. Sind Mobilitätsbonus, staatlicher Zuschuss, Versicherungs- und Finanzierungsgratifikation (der Porsche Bank) abgezogen, bleiben unter dem Strich 17.690 Euro.

Und ein elektrischer Atem, der für das tägliche Stadt-Commuting praktikabel ist. Vorausgesetzt, man hat in der City eine entsprechende Ladeinfrastruktur zur Verfügung. Stichwort Tanken: Füllbar ist der Akku zu 80 Prozent in einer Stunde mit optionalem CCS-Anschluss für Gleichstrom, in 4,15 Stunden mit Wechselstrom an einer 7,2-kW-Steckdose. Am Haushaltsanschluss kann es 16 Stunden dauern, bis die Batterien zu 100 Prozent gefüllt sind.

Unverändert blieb beim up! die Baubasis sowie die Einrichtung, siehe Zündschlüssel und mechanische Feststellbremse samt Hebel. Am Exterieur kam blaues Dekor hinzu und im Interieur ein farblich neu gestaltetes Armaturenbrett.

Start & Preis:

Ab sofort bestellbar, die ersten Fahrzeuge werden voraussichtlich zu Jahresbeginn 2020 in Österreich eintreffen. Laut Preisliste ab 21.990 Euro, abzüglich aller Förderungen ab 17.690 Euro. Das Basismodell hat: sechs Airbags, Klimaautomatik, Spurhalteassistent, LED-Tagfahrlicht, Radio, Bluetooth, multifunktionale App. Interessantes Extra: e-Sound ab 147,60 Euro (künstlich erzeugtes Motorgeräusch, um andere Verkehrsteilnehmer über das Herannahen des Fahrzeugs zu informieren). Der Anteil des e-up! an der up!-Range wird mit ca. 35 Prozent prognostiziert.