Der Name verpflichtet. Der Leaf ist das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Respekt! Jetzt ist die zweite Generation da – sie sieht nicht nur besser aus, sie kann auch alles besser.

Von Franz Farkas. Erstellt am 01. Mai 2018 (00:03)
Der neue Leaf ist nicht mehr so extrovertiertgezeichnet wie sein Vorgänger. Vorbildlich die Sicherheit: fünf Sterne im EuroNCAP-Crashtest – mehr geht nicht!
NOEN, Nissan

Der Leaf nimmt eine Sonderstellung ein. Das gilt auch für das neue Modell, das seit dem vorigen Oktober bestellbar ist. 1.000 Stück wurden österreichweit bereits geordert, eine ganze Menge. Im Vergleich dazu wurden in Deutschland bei einem fast zehnmal so großen Markt „nur“ 3.000 Stück bestellt.

Optisch wirkt der neue Fünftürer, 4,49 Meter lang, nicht mehr so futuristisch, wie das beim Vorgänger noch der Fall war. Er ist nun wesentlich kantiger geworden, wirkt mehr wie ein ganz normales Auto. Auch der Innenraum ist nun konventioneller gestaltet, mit einem teilweise analogen Armaturenbrett und einer gefälligeren Mittelkonsole mit einem neuen Navigationssystem, das auch die Ladestationen in der Nähe anzeigt.

Ein neuer Akku mit 40 kWh soll die Reichweite auf 285 Kilometer (laut WLTP) erhöhen – ein Wert, der durchaus in Praxisnähe liegt. Durch eine um 67 Prozent erhöhte Energiedichte hat der Lithium-Ionen-Akku mit 192 Zellen die gleichen Abmessungen wie der bisherige 30-kWh-Stromspeicher. Die Ladezeit gibt Nissan mit 16 Stunden an der Haushaltssteckdose und acht Stunden an einer 22-kW-Ladestation an. An einem Schnelllader sollen die Akkus in 40 Minuten zu 80 Prozent aufgefüllt werden können.

Wie bisher beherrscht auch der Leaf Nummer 2 die Vehicle-to-Grid-Technik: Das Auto kann die gespeicherte Energie also auch wieder an das Stromnetz abgeben und damit zum Beispiel Netzschwankungen ausgleichen. Über eine neue Smartphone-App kann der Ladevorgang überwacht und zeitlich gesteuert werden, außerdem lässt sich der Innenraum über die App vorklimatisieren. Mitte des nächsten Jahres wollen die Japaner noch eine Version mit stärkerem Akku nachreichen – wir vermuten eine 60-kWh-Batterie, in Nissan-Kreisen ist von „mindestens 500 Kilometern Reichweite“ die Rede, gleichzeitig soll die Leistung des Elektromotors auf 220 PS steigen.

Aktuell hat der neue Leaf 150 PS (vorher 109 PS). Damit und mit einem Drehmoment von 320 Newtonmetern sind Überholmanöver kein Problem (in 7,9 Sekunden auf Tempo 100), auf der Autobahn kann man locker mithalten (bei 144 km/h wird abgeregelt).

Ein technisches Highlight ist auch das e-Pedal! Nimmt man den Fuß vom Gaspedal, pardon Strompedal, so beginnt der Japaner mittels Rekuperation automatisch zu bremsen (mit einer Verzögerungsrate von bis zu 0,2 G), bis hin zum völligen Stillstand. Das hört sich vielleicht etwas kompliziert an, ist aber in der Praxis sehr angenehm. Die eigentliche Bremse braucht man bei eingeschaltetem e-Pedal nur noch zum starken Verzögern. Der neue Nissan kann (ab
N-Connecta) auch teilautonom fahren: Wird ProPilot ab 30 km/h aktiviert, schwimmt das Auto im Verkehr mit. Es hält die Spur, bremst und beschleunigt selbstständig. Nach 30 Sekunden müssen die Hände aber wieder ans Lenkrad.

Start & Preis. Ab sofort (die ersten Kundenautos wurden schon ausgeliefert) – Visia (sechs Airbags, autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, aktiver Spurhal-
teassistent, Toter-Winkel-Warner, Querverkehrswarner, e-Pedal, stu-fenlose Automatik, Geschwindigkeitsregelanlage und -begrenzer,
Klimaanlage) ab 32.950 , Acenta ab 35.600 , N-Connecta ab 37.450 , Tekna ab 39.850 . Preise immer inklusive Batteriekauf.