Crashs im Dienst der Sicherheit

Vier Neuwagen wurden beim Euro NCAP-Crashtest mit fünf Sternen ausgezeichnet.

Erstellt am 04. November 2021 | 20:36
Crashtest
Foto: ÖAMTC

"Eines vorweg – alle waren gut, aber keiner war überall gut", so lautet die Kurzzusammenfassung des jüngsten Euro NCAP-Crashtests durch Max Lang, ÖAMTC-Experte für Fahrzeugsicherheit. 

Vier von fünf Testkandidaten, Ford Mustang Mach E, Hyundai Ioniq 5, Hyundai Tuscon und Toyota Yaris Cross, erreichten die Höchstwertung von fünf Sternen. "Einzig der Hyundai Bayon schnitt schlechter ab und erhielt nur vier Sterne. Grund für diese Wertung war die schlechte Performance des Notbremsassistenten und die schlechtere Bewertung bei der Erwachsenensicherheit", erklärt Lang.

Das Hauptaugenmerk bei den Crashtests des Mobilitätsclubs liegt auf den Kriterien Sicherheit für Erwachsene und Kinder, Fußgängersicherheit sowie Ausstattung mit Fahrerassistenz-Systemen. Doch auch wenn die Ergebnisse grundsätzlich sehr positiv stimmen, gibt es in Detailbereichen immer noch Verbesserungsbedarf. Das zeigt ein genauer Blick auf die Resultate.

  • Erwachsenensicherheit: In dieser Kategorie war der Ford Mustang mit einer Wertung von 92 Prozent das Maß aller Dinge. "Ob Frontal-, Heck- oder Seitenaufprall – Erwachsene sitzen in diesem Wagen sehr sicher", erklärt der Experte des Mobilitätsclubs. Die anderen Fünf-Sterne-Fahrzeuge erreichten 88 (Hyundai Ioniq) sowie 86 Prozent Hyundai Tucson & Toyota Yaris Cross. Schlusslicht bei der Erwachsenensicherheit war mit Abstand der Hyundai Bayon mit schwachen 76 Prozent. "Der Grund ist die erhöhte Verletzungsgefahr bei Frontalunfällen", erläutert Lang. "Auch beim simulierten Seitencrash gegen einen Baum oder Laternenmasten gibt es erhöhte Verletzungsgefahr."
  • Kindersicherheit: Hier hat der Hyundai Tucson mit 87 Prozent die Nase vorn, dicht gefolgt von Ford Mustang und Hyundai Ioniq mit 86 Prozent sowie Toyota Yaris mit 84 Prozent. "Der schlechteste im starken Feld ist der Hyundai Bayon mit 82 Prozent. Für größere Kinder besteht mitunter Lebensgefahr bei einem seitlichen Crash", zitiert der ÖAMTC-Experte aus dem Testbericht.
  • Fußgängersicherheit: In punkto Fußgängersicherheit konnte man in den vergangenen Jahren stetige Verbesserungen beobachten. Die Hersteller scheinen hier den Forderungen nach besserem Schutz, die der ÖAMTC immer wieder vorbringt, zu folgen. "Werte um die 80 Prozent sind in dieser Kategorie mittlerweile keine Seltenheit mehr", hält Lang fest. Im aktuellen ÖAMTC-Crashtest hat allerdings kein einziger Wagen diesen Wert erreicht – ganz im Gegenteil. Mit 78 Prozent kommt der Toyota diesem Ergebnis noch am nächsten. Auf den Plätzen folgen dann Hyundai Bayon (76 Prozent) sowie Ford (69 Prozent). Abgeschlagenes Schlusslicht ist der Hyundai Ioniq mit schwachen 63 Prozent. "Bei diesem Fahrzeug kann de facto jeder Teil – von der Motorhaube bis zur A-Säule – bei einer Kollision schwere Verletzungen verursachen", erläutert der Experte.
  • Sicherheitsassistenten: Die beste Bewertung bei den Sicherheitsassistenten erreicht der Hyundai Ioniq. "Geschwindigkeits- und Spurhalteassistenten, Seatbelt-Reminder auf allen Sitzen, automatisches Notbremssystem und ESP sind serienmäßig an Bord", erklärt Lang. "Der Toyota lässt in Sachen Sicherheitsassistenten fast keine Wünsche offen." Die übrigen Fünf-Sterne-Fahrzeuge liegen zwischen 70 und 82 Prozent. Der Hyundai Bayon erreichte auf Grund seiner schlecht funktionierenden Sicherheitsausstattung lediglich 67 Prozent.

Diese Ergebnisse und alle weiteren Tests des Mobilitätsclubs findet man unter www.oeamtc.at/tests.