Tool zum Check der E10-Verträglichkeit für Benzin-Autos. Die Einführung von E10, also die Anhebung des Bioethanol-Anteils im Benzin von derzeit fünf auf zehn Prozent, ist laut Regierungsübereinkommen beschlossene Sache. Manche Autofahrer sind allerdings unsicher, ob ihr Fahrzeug E10 überhaupt "vertragen" würde.

Von Redaktion NÖN.at und Redaktion BVZ.at. Erstellt am 26. April 2021 (12:07)
Autofahrer sparten beim Tanken gegenüber dem Vorjahr erneut Geld
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Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, beruhigt: "Jedes Auto, das nach 2011 zugelassen wurde, kann grundsätzlich ohne Probleme E10 tanken. Wer sich dennoch unsicher ist – oder ein älteres Baujahr besitzt – kann nun mit einem Tool des Mobilitätsclubs mit wenigen Mausklicks selbst die Verträglichkeit prüfen“. Die Abfrage ist unter https://oeamtc.e10tanken.de frei zugänglich, denkbar einfach zu bedienen und greift auf Daten des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft e.V. zurück. Der ÖAMTC geht aufgrund einer Analyse des österreichischen Pkw-Bestandes übrigens davon aus, dass – unter Ausklammerung von Oldtimern – über 94 Prozent der Benziner in Österreich E10 tanken könnten.

Haftungssorgen des Ministeriums unbegründet

Dass E10 mittlerweile in 14 EU-Mitgliedsstaaten, nicht aber in Österreich erhältlich ist, wird mit dem Fehlen einer vollständigen Liste E10-tauglicher Fahrzeuge, die von den Automobilherstellern offiziell an das Verkehrsministerium übermittelt wurde, begründet. Aus Sicht des Clubs ist diese Argumentation wenig glaubwürdig, weil sich österreichische Pkw wegen der EU-weit einheitlichen Typisierungsvorschriften nicht von Autos, die beispielsweise in Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Slowenien oder Ungarn zugelassen wurden, unterscheiden.

Daher könnte man auch auf Verträglichkeits-Informationen aus anderen EU-Ländern zurückgreifen. Auch ein Haftungsrisiko für die Republik kann der ÖAMTC hier nicht erkennen, gerichtliche Auseinandersetzungen sind aus den vergangenen Jahren nicht bekannt. Wiesinger: "Unser neues Abfrage-Tool soll auch Vorbehalte beim Verkehrsministeriums ausräumen."

Club fordert rasche Einführung von E10 im Sinne des Klimaschutzes

Mit E10 könnte Österreich laut Berechnungen der Energieagentur jedes Jahr rund 140.000 Tonnen CO2 einsparen. Insgesamt könnte eine weiter Forcierung von alternativen Kraftstoffen die jährlichen CO2 Emissionen um bis zu 1,5 Millionen Tonnen reduzieren. Bioethanol wird in Österreich zudem nachweisbar als Abfallprodukt der Erzeugung von Futter-Eiweiß hergestellt, konkurriert also weder mit dem Teller noch mit dem Trog.

Außerdem wird bereits heute genug davon im Inland erzeugt, um dem hier verkauften Benzin ein Zehntel biogenen Kraftstoff hinzuzufügen. Wiesinger: "Die Weigerung, endlich E10 konkret einzuführen, gleichzeitig aber ständig über Klimasteuern zu sprechen, verstärkt einmal mehr den Eindruck, dass es der Regierung weniger um wirksamen Klimaschutz geht, sondern gezielt um eine Mehrbelastung der Autofahrer."

Alle Infos rund um das Thema E10 sowie das Tool zur Überprüfung der Verträglichkeit findet man unter www.oeamtc.at/e10.