Blitzer unter Strom gesetzt. Ab 1,3 Liter pro 100 Kilometer, ab 29 Gramm CO 2 pro Kilometer (laut WLTP): Der Grandland X Hybrid4 ist auch für Selbstständige und Dienstwagenfahrer attraktiv.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 29. Januar 2020 (04:31)
Der erste Opel mit Plug-in-Hybrid-Technik: Grandland XHybrid4 mit 300 PS Systemleistung. Bis 2024 werdenalle Opel-Baureihen elektri-fiziert sein.
Opel

In der Zeit vor der noch jungen engen Verwandtschaft Opels mit der PSA-Gruppe liegen die Ursprünge des Grandland X. Er folgte auf den ausgelaufenen Antara (Schwestermodell des Chevrolet Captiva). Auf Basis einer Technikkooperation – die im Sommer 2017 in eine Zugehörigkeit zum französischen Fahrzeug-Konzern mündete – hatten die Rüsselsheimer somit wieder einen kompakten SUV im Modellportfolio. Dem Trend gemäß einen mit Frontantrieb und ohne Allradsystem. Baubasis ist jene EMP2-Plattform, auf der unter anderem auch der Peugeot 3008 und der Citroën C5 Aircross stehen. Geerbt hat der Blitzmarken-Crossover die Antriebsstränge von seinen französischen Brüdern. Das waren zum Start Verbrenner, 1,2- und 1,6-Liter-Benziner sowie 1,5- und 2,0-Liter-Diesel.

Dazu kommt jetzt ein Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang – eine Kooperation zwischen einem 1,6-Liter-Otto- und, je nach Variante, einem oder zwei Elektro-aggregaten. Was dem Grandland X eine Vorreiterrolle innerhalb der Opel-Modellpalette beschert: der erste aufladbare Teilzeitelektriker der Marke!

Den Start übernimmt die 4x4-Version, gleichzeitig auch das Topmodell der Baureihe. Der Hybrid4 genannte Antrieb holt aus einem 1,6-Liter-Turbobenziner mit 200 PS und zwei Strommotoren – einer an der Vorderachse mit 110 PS, einer an der Hinterachse mit 113 PS – 300 PS Systemleistung und 520 Newtonmeter Maximaldrehmoment. Aus dem doppelten Elek-troschub resultiert elektrisch generierter Allradantrieb. Zusammengespannt ist diese Konstellation mit einer achtstufigen Automatik.

„Die Hybridversionen des Grandland X sind ein weiterer Schritt auf Opels Weg ins Elektro- und Elektrifizierungszeitalter!“ Christoph Stummvoll, Pressesprecher Opel Austria

Als Energiespeicher dient eine Batterie mit 13,2 kWh Kapazität. Sie ist im Heckbereich untergebracht, was sich für den Fünfsitzer in einer Kofferraumreduzierung auswirkt. Allerdings fällt nur das 124-Liter-Fach unter der Laderaumabdeckung weg, es bleibt bei 390 Litern Basisvolumen (Maximum: 1.528 Liter). Beträchtlich ist der Gewichtszuwachs: Ab 1.350 Kilogramm sind es im kleinsten Verbrenner, ab 1.875 Kilogramm wiegt der Hybrid4.

Doch sind 300 PS eine starke Ansage. Die kann man in vier Abstufungen, vielmehr Modi, ausreizen. Im reinen Strombetrieb soll man bis zu 59 Kilometer weit kommen können (Speedmaximum von 135 km/h), in der Praxis waren unter Zuschaltung angehobener Heizungsstufe knapp 40 Kilometer möglich. Im Hybridmodus benimmt sich das Antriebssystem am homogensten. Im Sportprogramm wirkt der Verbrenner akustisch etwas sehr gereizt, auch war das Ausnutzen der möglichen Topspeed von 235 km/h kein Thema. Was der Allradmodus kann, dem konnte aufgrund mangelnder Schnee- oder auch Schotterstrecke noch nicht wirklich auf den Grund gegangen werden.

In der Hybrideinstellung bügeln die Fahrdynamiksysteme so oder so allfälligen Schlupf prompt und unauffällig weg. Etwas ruppig und stottrig wirkte im getesteten Modell das Rekuperationsprogramm. Serienmäßig mitgeliefert wird im Grandland X Hybrid4 ein 3,7-kWh-Onboard-Lader, eine 7,4-kWh-Version ist Aufpreisoption. Je nach Lademöglichkeit kann der Akku in ab 1,5 Stunden auf vollen Füllstand gebracht werden.

Die demnächst folgende 2WD-Variante, markiert mit dem Beinamen Hybrid, arbeitet mit einer 180-PS-Konfiguration des 1,6-Liter-Turbos, nur an der Vorderachse assistiert von einem 113 PS starken Stromer. Daraus ergeben sich auch nicht schwache 224 PS Systemleistung (360 Newtonmeter), ebenfalls von einer Acht-Gang-Automatik portioniert. An rein elektrischer Reichweite stehen hier 57 Kilometer im Datenblatt. Zwei Kilometer weniger deshalb, weil nur ein Elektriker mit anschiebt. Wie sich das anfühlt, war noch nicht erfühlbar, die Alternativantriebsfahrpremiere gehörte allein dem Hybrid4.