Der König der Löwen. PSE kommt nach GTi! Erstes Modell unter dem neuen Sport-Engineered-Label ist der Peugeot 508 PSE. Ein Plug-in-Hybrid mit 360 PS Systemleistung. Und die NoVA? Fehlanzeige …

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 28. April 2021 (02:15)
Hinterlässt einen starken Eindruck: Den Peugeot 508 PSE gibt es als Limousine oder als Kombi (heißt bei den Franzo-sen SW, Bild). Kraftstoffverbrauch (laut WLTP): ab 2,03 Liter pro 100 Kilometer …
Beatrix
Keckeis-Hiller, Beatrix
Keckeis-Hiller

Elektrifizierung von Antrieben und sportliche Leistung schließen einander keineswegs aus. Das beweist nicht nur die Formel I bereits seit geraumer Zeit, ebenso Traditionsbewerbe wie das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Die Löwenmarke ist konstant präsent im Motorsport, sei es aktuell On- & Offroad (mit den 208 Rally 4), sei es auf dem Rundkurs (wie demnächst in der FIA WEC, wofür gerade ein Hypercar fertigentwickelt wird).

Auf sozusagen ziviler Ebene sorgten ab den 1980er-Jahren der 205 GTi und seine Nachfolger für mehr als eine sportliche Note. In der aktuell zweiten Generation des 208ers ist dieses Thema keines mehr. Auch einen 308 GTi hat Peugeot nicht mehr auf dem Schirm. Und ins Reich der Legenden eingegangen ist längst der 405 T16 (1992).

„Mit den Hochleistungsversionen der 508 Limousine und des 508 SW präsentiert die Löwenmarke das erste Kapitel seines Peugeot-Sport-Engineered-Labels!“ Christoph Stummvoll, Pressesprecher Peugeot Österreich

Doch auch bei Peugeot weiß man sehr gut um die Wechselwirkung zwischen Motorsport, Image und technischen Entwicklungen. Formiert wurde auch deshalb ein neues Markenzeichen für die Hochleistungsabteilung: PSE. Das steht für „Peugeot Sport Engineered“ und inkludiert – sozusagen zivile – Serienmodelle. Den Anfang macht der 508, in beiden Karosserievarianten. In der PSE-Version übernimmt er als (Leistungs-)König der Löwen die sportliche Regentschaft über die Großserienbaureihen. Seiner Power zugrunde liegt jener Antriebsstrang, der im 225-PS-PHEV die Vorderräder antreibt.

Die Leistungsstufe 300 PS plus Allradantrieb aus der Zusammenarbeit zwischen 1,6-Liter-Turbobenziner und Elektroaggregat plus einem weiteren Strommotor an der Hinterachse – ergibt Allradantrieb – hat in den 508 nicht Einzug gehalten. Dafür legt das PSE-Tuning nochmals 60 PS drauf, samt einem Drehmomentmaximum von 520 Newtonmetern. Sortiert werden die Fahrstufen auch hier über eine achtstufige Automatik. Gleich geblieben ist die Kapazität des Akkus. 11,5 kWh sollen 42 Kilometer (laut WLTP) elektrische Reichweite ermöglichen. Das Leistungspaket treibt den 508 in 5,2 Sekunden von null auf 100 km/h, bei 250 ist Schluss. Ob Limousine oder Kombi macht keinen Unterschied. Das Mehrgewicht der Langversion gegenüber dem Viertürer ist marginal, es sind nur 25 Kilogramm (1.850 zu 1.875).

Als neuer König der Löwen trägt der PSE königliche Insignien. Er protzt aber nicht damit. Es ist gezielt gesetztes Zusatzdekor in der Kontrastfarbe Kryptonit, außen ebenso wie innen, auch sind einige Carbon-Zitate verbaut. Laut wird der Franzose, wie im SW ausgiebig ausprobiert, selbst im Sport-Fahrmodus nicht, er verkneift sich pubertäres Brüllen. Auch haut er im scharfen Setting Fahrer und Passagieren nicht ins Kreuz. Er soll sich ja gemäß seinem Outfit zivilisiert benehmen. Das tut er am geschmeidigsten im Fahrprogramm Hybrid. In der Eco-Stellung hält er sich vornehm zurück, im Modus Komfort streichelt er die Bandscheiben, im Allradprogramm optimiert er seine ohnehin schon sehr gute Traktion.

Nach Absolvieren gemischter Fahrrouten die Conclusio: Mit dem Sport-508er kann man gehörig durch die Kurven räubern. Doch genauso gut gemessen dahingleiten, gegebenenfalls auf hohem Temponiveau. Damit ist er für den Familien- und ebenso für den Flottenfuhrpark gut argumentierbar. Die Kofferraummaße entsprechen jenen der Verbrenner. Nur das Tankvolumen ist kleiner. Es fasst in den Hybriden 43 Liter (Benziner: 62 Liter, Diesel: 53 Liter).