Frisch aus dem Jungbrunnen . Der neue Baby-Range ist startklar! Die zweite Evoque-Generation tritt mit geglätteter Figur und verfeinerten Eigenschaften an.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 26. März 2019 (01:17)
Land Rover
Auf allen Linien, bis auf die Türschnallen, neu gemacht, dabei jedoch nur in den Innendimensionen gewachsen: die zweite Generation des Range Rover Evoque, nunmehr fast durchgehend von Mildhybrid-Aggregaten angetrieben. 

Acht Jahre sind für ein Automodell schon ein stolzes Alter. Das hat man dem Range Rover Evoque aber nicht angesehen. Er wirkte unverändert jung. Dass das über den ersten Modellzyklus hinweg mit (kleinen) Retuschen unter-strichen wurde, ist in der auto-mobilen Welt legitim. So oder so heimste der in der Premium-Klasse positionierte Kompakt-SUV mit seinem expressiven Design 215 (!) Preise ein. Was dazu beigetragen hat, dass er sich seit 2010 bereits 800.000 Mal verkauft hat. Doch musste das Mutterhaus Land Rover dennoch den rasanten technischen Weiterentwicklungen genüge tun und den Bestseller neu aufstellen.

Das geschah, wie im November nach einem Exklusiv-Preview in London berichtet, auf ganzer Linie, exklusive Türscharniere: Rundumglättung des Blechkleids, neue Plattform, neu konstruiertes Fahrwerk, Streckung des Radstands um 2,1 Zentimeter bei gleichgebliebener Länge von 4,37 Metern, Antriebsstrangelekrifizierung mit 48-Volt-Bordnetz (Mildhybrid, Bremsrekuperation), nunmehrige Fünftürigkeit (die Fortsetzung des Cabrios ist derzeit noch ungewiss), Dehnung des Ladeabteils auf 591 bis 1.383 Liter Volumen, Neueinrichtung des Cockpits mit digitalem Kom-biinstrument und zwei Touchscreens (à la Velar), Erhöhung der Wattiefe von 500 auf 600 Millimeter, Aufwertung des Allradantriebssystems („All Terrain Response 2“, geerbt vom großen Range-Rover-Bruder, Frontantrieb bleibt im Programm), Neuarrangement der Mitgift, die bis zu Voll-LED-Matrixscheinwerfern und Assistenzsystemen wie einen virtuellen Rückspiegel („ClearSight Rear View Mirror“, 9,5-Zoll-HD-Display) sowie eine „transparente Motorhaube“ („ClearSight Ground View“, Kameras in Außenspiegeln und Kühlergrill) Hochtech-nologisches inkludieren kann. 

„Land Rover hat den Evoque nicht verändert, sondern noch besser gemacht …“ Dieter Platzer, Pressesprecher Jaguar/Land Rover Austria

Was der Evoque Generation Nummer 2 mit dieser Mitgift anfangen kann, war im Herbst unter Ausschluss der Öffentlichkeit in den engen Gängen einer ehemaligen Brauerei in London zu erschnuppern gewesen. Jetzt wurde der kompakte Brite sozusagen auf die freie Wildbahn geschickt: ausgehend von Athen, via Kanal von Korinth-Überquerung (auf einer stillgelegten Schmalspur-Eisenbahnbrücke) zum Peloponnes, nahe Kalamata. Auf ausgeklügelt gemischtem Fahrbahnprogramm: Autobahn, kurvenreiche Panoramastraßen, schmale Nebenwege, grobe Gebirgspfade, hoher Fließgewässeranteil.

Unter den derzeit angebotenen je drei Motorisierungsvarianten – 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner- und -Diesel (jeweils mit Turbo) im Leistungsbereich von 150 bis 300 PS – standen der 249-PS-Otto und der 240-PS-Selbstzünder auf dem Prüfstand, durchwegs in gehobenen Ausstattungsstufen. Erstes Resümee: Gemäß der Motorbau-art geht der eine drehfreudiger, der andere bäriger ans Werk. 

Mit beiden Antrieben fallen die verfeinerte Balance und der optimierte Fahrwerkskomfort auf – ungeachtet des Terrains, auch im eher schon fordernderen Gelände. Dass der Evoque im Zuge der Erneuerung trotz Leichtbauweise nicht abgenommen hat, ist der Mildhybridisierung und der Zugabe neuer elektronischer Assistenzsysteme zuzuschreiben.

Die können äußerst hilfreich sein. Sei es das in den Funktionen erweiterte 4x4-System („All Terrain Response 2“) samt Offroad-Klettertempomat, sei es der virtuelle Rückspiegel, der via Kamera in der Sharkfin-Antenne einen beträchtlich erweiterten Blick-winkel nach hinten ermöglicht, sei es die Orientierungshilfe in Bezug auf die Bodenverhältnisse, die via Infotainment-Display-Bild einen Blick gewissermaßen unter die Motorhaube ermöglicht.

Ad Motoren: Nur in der 150-PS-Diesel-Einstiegsvariante ist der Evoque frontgetrieben und manuell über sechs Gänge geschaltet, auch ist es die einzige Version ohne Mildhybrid. Alle anderen Leistungsabstufungen sind mit neungängiger Automatik zusammengespannt. Dazu kommt eine Hinterachsentkoppelung, um kraftstoffsparend zu fahren. Darin wird der kommende Plug-in-Hybrid (Start Anfang 2020, neuer 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner- und Elektromotor) wohl der Meister sein.