So wird das Urlaubsgepäck nicht zur Gefahr

Erstellt am 04. August 2022 | 07:50
Lesezeit: 4 Min
Hutablage freihalten, schwere Gegenstände nach unten packen und höchstzulässiges Gesamtgewicht beachten ...
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Viele verreisen heuer wieder mit dem Auto in den Urlaub, speziell Familien sind oft mit "Kind und Kegel" unterwegs. "Da beginnt das Abenteuer vielfach schon beim Einladen – nämlich was die Ladungssicherung angeht", weiß ÖAMTC-Techniker Florian Merker.

"Wenn beispielsweise ein Koffer mit 15 kg falsch gesichert ist, kann er bei einem Auffahrunfall mit 50 km/h zu einem 450 kg schweren Geschoß werden, das im schlimmsten Fall sogar die Rücksitzlehnen durchschlägt. Dabei kann es zu tödlichen Verletzungen kommen."

Der Mobilitätsclub hat einige Tipps zusammengestellt, wie man sein Auto am besten belädt:

* Kofferraum richtig beladen: "Die schwersten Gegenstände sollten möglichst tief unten liegen, so beeinflussen sie die Fahreigenschaften des Autos am wenigsten. Außerdem können die Gegenstände bei einer Notbremsung nicht nach vorne fliegen", so der Experte des Mobilitätsclubs.

Das Gepäck sollte am besten an der Rückenlehne anliegen, nicht verrutschen können und bei Fahrzeugen mit Heckklappe nicht über die Oberkante der Rückenlehnen hinausragen. "Sollte es nicht anderes gehen, kann man ein Sicherheitsnetz montieren. Dieses muss an vorhandenen bzw. nachgerüsteten Befestigungsösen richtig eingehakt werden. Für alle, die öfter schwere Ladung transportieren, lohnt sich ein massives Trenngitter", rät Merker. Achtung: Bei geteilt umlegbaren Rücksitzen sollte man bei aufgerichteten Lehnen kontrollieren, ob die Verriegelung auch tatsächlich eingerastet ist.

* Ablage und Rücksitze freihalten: Die "Hutablage" von Gegenständen frei halten, da diese bei einer Vollbremsung durch den Innenraum geschleudert werden und im schlimmsten Fall zu schweren Kopfverletzungen führen können. Als Fahrer:in muss außerdem eine gute Sicht nach hinten gewährleistet sein. Auch die Sitzflächen der Rücksitze sollten frei von Kühltaschen und sonstigem Gepäck bleiben. Am besten verstaut man sie im hinteren Fußraum.

* Fahrer:innen-Fußraum freihalten: Im Fußraum des/der Lenkenden sollte man auf keinen Fall Gegenstände lagern. Diese können ablenken oder sogar die Bedienung der Pedale beeinträchtigen.

* Dachlast beachten: Transportiert man Gepäckstücke in einer Dachbox bzw. direkt auf dem Dachträger, muss man die höchstzulässige Dachlast beachten. Der Träger muss fix befestigt sein. "Fahrweise und Tempo müssen an die Dachlast angepasst werden, weil sie Auswirkungen auf die Stabilität des Autos in Kurven haben kann. Außerdem steigt der Spritverbrauch durch den hohen Luftwiderstand beträchtlich. Wer Fahrräder außen am Auto transportiert, sollte Pumpen, Packtaschen und sonstige lose Teile in den Kofferraum geben und nicht am Fahrrad belassen – gleiches gilt für den Akku von E-Bikes. Wenn sich solche Gegenstände lösen, können sie Unfälle verursachen", erklärt Merker.

* Reifendruck und Scheinwerfer korrigieren: Bei starker Zuladung muss der Reifendruck erhöht werden. "Überbelastete Reifen haften schlechter, werden heißer, verschleißen schneller und können im Extremfall leichter platzen. Das braucht niemand im Urlaub. Außerdem steigt der Spritverbrauch", erklärt der Techniker des Mobilitätsclubs. Den empfohlenen Druck findet man z. B. in der Betriebsanleitung. Auch die Scheinwerfereinstellung muss der Ladung angepasst werden, damit die Straße ausgeleuchtet und der Gegenverkehr nicht geblendet wird.

* Gesamtgewicht kontrollieren: "Bei voll beladenem Fahrzeug darf das höchstzulässige Gesamtgewicht – also das Eigengewicht des Autos samt aller Insassen und Gepäck – nicht überschritten werden. Wie hoch dieses ist, steht in der Betriebsanleitung", so der ÖAMTC-Techniker abschließend.