Navara auf Französisch. Der erste Renault-Pick-up für den europäischen Markt: Alaskan. Erinnert nicht zufällig an einen Nissan …

Von Franz Farkas. Erstellt am 26. September 2017 (01:12)
NOEN, Renault
Über Stock & Stein: Der Alaskan macht abseits der Straße auch eine gute Figur (Bodenfreiheit 227 Millimeter, Wattiefe 450 Millimeter).

Weltweit gesehen boomen Pick-ups (fünf Millionen Verkäufe pro Jahr). Und die Euro-päer entdecken immer mehr ihre Liebe zum „Laster“. Renault bringt demnächst den Alaskan auf den Markt – Renaults erster (Midsize-)Pick-up für den europäischen Markt.

Der Wagen basiert auf dem bewährten Nissan Navara (ebenso wie übrigens die X-Klasse von Mercedes-Benz). Optisch betonen die Franzosen mit einem wuchtigen Logo an der Front die Marke, der geräumige Innenraum (Doppelkabine) wurde mit Ausnahme des Lenkrads 1:1 vom Nissan übernommen. Der Renault läuft für den europäischen Markt im Nissan-Werk in Barcelona vom Band.

Unter der Motorhaube arbeitet ein Selbstzünder mit 2,3 Litern Hubraum – mit Single- und TwinTurbo, mit 163 und 190 PS (ab 167 Gramm CO2 pro Kilometer). Der Vierzylinder stammt aus der Nutzfahrzeug-Abteilung der Franzosen und hat sich schon in diversen Modellen bewährt. Geschaltet wird serienmäßig über ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe, optional gibt es (beim stärkeren Diesel) eine Sieben-Stufen-Automatik.

Für einen Pick-up recht aufwändig wurde das Fahrwerk gestaltet. Die hintere Radführung übernimmt eine Mehrlenkerhinterachse mit Schraubenfedern, die auf der Straße für erstaunlichen Komfort sorgt.

Abseits der Straße spielt der Alaskan seine Qualitäten so richtig aus. Auf Knopfdruck kann der Vierradmodus bis Tempo 60 aktiviert werden, dazu gibt es ein Untersetzungsgetriebe und ein Sperrdifferenzial. Es ist schon erstaunlich, was sich offroad dann anstellen lässt (weit mehr als sich die meisten Fahrer zutrauen). Auch auf schmierigem Untergrund schlägt sich der Alaskan wacker, nur die Reifen begrenzen irgendwann einmal den Fahrspaß.

Fahrspaß und praktischer Nutzen

Neben dem Fahrvergnügen kommt auch der praktische Nutzen nicht zu kurz: Die Nutzlast liegt maximal bei 960 Kilogramm, bis zu 3,5 Tonnen können gezogen werden. So lala ist die Belastbarkeit der hinteren Bordwand mit nur 200 Kilogramm, hier muss man sich bei schweren Lasten überlegen, wie man diese auflädt.

Vorerst ist der Alaskan ausschließlich als Doppelkabine zu haben. Der Fünfsitzer ist 5,39 Meter lang, 1,81 Meter hoch und 1,85 Meter breit, die Ladefläche kommt auf 2,46 Qua-dratmeter. Eine imposante Erscheinung – und alles andere als ein Freund der engen Parkhäuser … Die Einzelkabine (mit längerer Ladefläche) sowie ein King Cab sollen nachgereicht werden.

Natürlich bietet der Renault auch eine Reihe von Assistenzsystemen sowie ein Infotainment auf der Höhe der Zeit an, dazu gibt es noch diverse Zubehörteile wie etwa ein Hardtop.