Einmal Benzin, zweimal Strom. Clio, Capture und Mégane Grandtour – die Franzosen lassen die ersten Hybride vom Stapel.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 30. Juli 2020 (05:10)
Das E-Tech-System wurde von Renault Engineering entwickelt und vereint 150 Patente in sich. Hier der Mégane Grandtour E-Tech Plug-in 160, der im rein elektrischen Modus bis zu 135 km/h schnell ist.
Renault

Keine halben Sachen macht Renault, wenn es um die Antriebsstrangelektrifizierung geht. Unter Beweis stellt das bereits seit 2013 der Zoe, als Batterietriebling, mit mittlerweile vorbild- licher Reichweite, bei mehr als kleinwagengerechtem Komfort samt Ausstattung.

Die Erfahrungen daraus sind in ein im eigenen Haus entwickeltes Hybridsystem eingeflossen. Mit dem tritt die Rhombus-Marke jetzt gleich dreifach auf – inklusive der Ankündigung, bis 2022 auf zwölf Modelle zu erhöhen.

Vorerst aber stehen die wichtigsten Erfolgsträger des Labels am Teilelektrikerstart: der Clio E-Tech 140 als Vollhybrid und der Captur E-Tech Plug-in 160 sowie der Mégane Grandtour E-Tech Plug-in 160 als aufladbare Hybride.

Dieser Dreisprung nimmt auch Bezug auf die sehr kompakt gehaltene Konstruktion des alternativen Antriebssystems: Es arbeiten drei Aggregate zusammen – ein Vierzylinderbenziner (1,6 Liter Hubraum) und zwei Elektromotoren. Gekoppelt ist dieses Gespann an ein ebenfalls eigenentwickeltes Automatiksystem (Name: MultiMode – ein kupplungsfreies Getriebe, die Formel 1 lässt grüßen).

„Renault verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung mit batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen und hat sein gesammeltes Know-how in die neue E-Tech-Technologie einfließen lassen.“ Nora Mautner-Markhof, Pressesprecherin Renault Österreich

Daraus resultiert, im Verein mit einer 1,2-kWh-Batterie, ein Vollhybrid mit 140 PS Gesamtleistung sowie, im Verbund mit einem 9,8-kWh-Akku, ein Plug-in-Hybrid mit 158 PS Systemleistung. Die Kompaktheit ermöglicht den Einbau in Fahrzeuge aus dem Kleinwagensegment.

Der Kleinwagen Clio, im vergangenen Jahr erneuert und in seine fünfte Generation gestartet, hat die nicht aufladbare Version der Verbrenner/Stromer-Kooperation zugesprochen bekommen. Die beschert ihm nicht nur die Leistungsspitze innerhalb der Baureihe, sondern auch höchst muntere Leistungsbereitschaft. Und die Fähigkeit, so die Renault-Techniker, im Stadtverkehr dank hoher Rekuperationsleistung gut 80 Prozent mit hauptsächlich elektrisch generiertem Schub unterwegs zu sein – also ein „80-Prozent-Elektroauto“. Unter dem Strich soll dabei der Verbrauch um bis zu 40 Prozent sinken. Das heißt: 3,7 bis 4,5 Liter Benzin pro 100 Kilometer (bzw. 96 bis 114 Gramm CO 2 pro Kilometer).

Für den SUV Captur bedeutet die Implantierung des Plug-in-Systems für das Erste ein Alleinstellungsmerkmal. In seiner Klasse ist er der erste Hybrid mit aufladbarem Akku. Daraus resultiert laut WLTP-Prüfzyklus eine elektrische Reichweite von bis zu 52 Kilometern. Abgesehen davon sorgen die 158 PS für kräftigen Vortrieb, auch wenn sich Batterie und Leistungselektronik mit 200 Mehr-Kilogramm gegenüber dem Einstiegsbenziner zu Buche schlagen. Laut technischen Daten soll er trotzdem nicht mehr als 1,4 bis 1,7 Liter Benzin pro 100 Kilometer konsumieren und dabei nur zwischen 32 und 37 Gramm CO 2 pro Kilometer emittieren.

Im Fall des kompakten Kombis Mégane Grandtour sorgt die Elektrifizierung für nochmals erhöhte Ausgewogenheit und Balance. Aufgrund der günstigeren Aerodynamik wird ihm sogar längerer elektrischer Atem bescheinigt: Bis zu 54 Kilometer weit soll er mit einer Batteriefüllung kommen. Seine Verbrauchs- und Emissionsdaten: 1,3 bis 1,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer, 28 bis 36 Gramm CO 2 pro Kilometer.