ÖAMTC appelliert: Keine Fahrt ohne Kindersitz. Bei Unfällen kommen Kinder im Pkw meist zu Schaden, weil sie gar nicht oder falsch gesichert werden. Dabei bewahrt ein geeignetes Kinderrückhaltesystem den Nachwuchs schon bei leichten Unfällen vor schweren Verletzungen, denn im Falle eines plötzlichen Bremsmanövers ist das Verletzungsrisiko bereits bei geringen Geschwindigkeiten hoch.

Von Redaktion noen.at und Redaktion bvz.at. Erstellt am 19. August 2020 (10:29)
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"Ein Aufprall mit 50 km/h kommt einem Sturz aus dem dritten Stockwerk gleich. Kinder sollten daher unbedingt entsprechend ihrer Größe und ihres Gewichts korrekt im Auto  gesichert werden", erklärt der ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Als Kampagnenbotschafterin will Schauspielerin Michelle Yeoh im Zuge der FIA-Kampagne #3500LIVES die Öffentlichkeit  für das Thema Kindersicherung sensibilisieren.

ÖAMTC-Tipps zur korrekten Kindersitzverwendung

  • Fester Sitz. "Der Kindersitz muss sich fest auf dem Fahrzeugsitz befestigen lassen, kippsicher sein, und darf nicht verrutschen", erklärt Kerbl.
  • Rückwärts gerichtete Systeme dürfen bei aktiven Front-Airbags nicht auf dem Beifahrersitz verwendet werden.
  • Auf den richtigen Gurtverlauf beim Kind achten. "Der Schultergurt soll über die Schultermitte, der Beckengurt so tief wie möglich über die Leistenbeuge gehen", sagt der Experte des Mobilitätsclubs.
  • Lose Gurte vermeiden. Das Kind soll immer straff angegurtet sein.
  • Gurtverlauf und Kopfabstützung dem wachsenden Kind anpassen.
  • Die Bedienungsanleitung genau befolgen, um Fehlbedienung zu vermeiden.
  • Wenn sich Kinder bereits selbstständig anschnallen, ist es sinnvoll, die Gurtführung vor der Fahrt zu überprüfen. Der Gurt darf nicht verdreht sein.

 "Wir empfehlen Babyschalen der Sicherheit wegen auf der Rückbank zu montieren. Sollte es unbedingt notwendig sein, die Babyschale auf dem Beifahrersitz zu befestigen, muss der Airbag unbedingt deaktiviert werden", erklärt Kerbl. Im aktuellen ÖAMTC-Kindersitztest findet man weitere Informationen. Zudem bietet der Mobilitätsclub an jedem ÖAMTC-Stützpunkt kostenlose Kindersitzberatungen an.

Gesetzliche Bestimmungen und Strafen im Falle eines Verstoßes

Je nach Alter und Körpergröße des Kindes gelten verschiedene Bestimmungen für die Kindersicherung im Auto:

  • Kinder bis 14 Jahre und kleiner als 1,35 Meter benötigen eine dem Gewicht und der Größe des Kindes entsprechende Rückhaltevorrichtung, die nur auf Fahrzeugsitzen, die mit einem passenden Sicherheitsgurt ausgestattet sind, verwendet werden darf.
  • Kinder über 1,35 Meter können einen üblichen Sicherheitsgurt benützen (bei Beförderung auf Sitzen, die mit Sicherheitsgurten ausgerüstet sind).
  • Bei Verstößen gegen die Kindersicherungsbestimmungen droht neben einer Verwaltungsstrafe von bis zu 5.000 Euro auch eine Vormerkung im Führerscheinregister", mahnt der ÖAMTC-Techniker. Bei der zweiten Vormerkung innerhalb von zwei Jahren wird der Besuch eines Kurses angeordnet, der die Wichtigkeit der richtigen Kindersicherung bewusst machen soll. Bei weiteren Verstößen kommt es sogar zur Entziehung der Lenkberechtigung.