Mild dosierte Strominjektion. e-Boxer: Der erste Subaru-Botschafter der Elektrifizierung ist der neue Forester, begleitet vom XV. Und der Impreza folgt demnächst.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 06. März 2020 (01:41)
Von Plattform bisMildhybridantrieb neugemacht, doch optisch nur wenig verändertist der Forester. Dere-Boxer-Zugewinn: mehr Komfort, weniger Verbrauch sowie nochmals bessere On- und Offroad-Performance.
Subaru

Subaru geht die Antriebsstrang-elektrifizierung nach folgendem Prinzip an: Zeitgemäße Technik ja, doch nicht um jeden Preis und nicht begleitet von plakativem Heilsversprechen. Demgemäß umsichtig taktete die japanische Allradmarke die Einführung der neuen Motorengeneration mit mild dosierter Strom-injektion.

Im Vorjahr ließ man erste Prototypen auf trockenem Asphalt und Schotter ausprobieren. Probanden waren Vorserienmodelle der neuen Forester-Generation und des XV – beide auf jener Plattform, die auch den aktuellen Impreza trägt. Rund um den Jahreswechsel ging es in nordische Eis- und Schneeregionen, an die Ostmeerküste und bis an den Polarkreis.

Jetzt war die Zeit reif, vor allem dem Forester e-Boxer, doch ebenso dem XV e-Boxer in heimischen Gefilden – im ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum Brandlhof bei Saalfelden, Salzburg – der elektrisch unterstützten Leistungsfähigkeit auf den Zahn zu fühlen.

„Mit den e-Boxer-Modellen setzt Subaru erste Elektrifizierungsschritte, ohne die bewährten On- und Offroad-Eigenschaften zu beeinträchtigen!“ Matthias Hinterreiter, Pressesprecher Subaru Austria

Zur Rekapitulation: Bei der Konfiguration des Mildhybridsystems blieb es beim Boxer-Benziner, mit vier Zylindern, zwei Litern Hubraum und direkter Einspritzung. Fixer Bestandteil ist das symmetrisch angelegte permanente Allradantriebssystem. Elektrische Schubunterstützung liefert ein 17-PS-Stromaggregat, das ins stufenlose Getriebe (CVT) integriert ist. E-Energiespeicher ist ein 0,6-kWh-Akku, platziert im Bereich der Hinterachse.

Die Systemleistungsausbeute beträgt 150 PS (und 194 Newtonmeter). An rein elektrischer Reichweite ermöglicht das nicht aufladbare Hybridsystem 1,6 Kilometer. Die Platzierung der Batterie kostet im neuen Forester keinen Kofferraum (507 bis 1.770 Liter Volumen), verkleinert aber den Tank doch beträchtlich: Statt wie bisher 60 Liter hat der japanische Förster jetzt nur noch 48 an Bord.

Er gewinnt hingegen nicht nur wegen der Radstandsverlängerung (um drei Zentimeter) an Fahrkomfort, auch aufgrund der optimierten Gewichtsverteilung, die aus dem Antriebssystem resultiert. Darüber hinaus ergibt die Strommitarbeit ein spontaneres und geschmeidigeres Ansprechverhalten ab null Verbrennungsmotorumdrehungen, im Verein mit hörbarer Milderung des Gummibandeffekts der CVT-Automatik.

Hand in Hand mit der Antriebselektrifizierung geht ein Ausbau der elektronischen Mitgift: Der Offroad-Assistent (X-Mode) wurde verfeinert, das serienmäßige Fahr- und Sicherheitsassistenz-System (EyeSight) ist unter anderem um eine Fondsitzbelegungserkennung erweitert. Die Summe all dieser Features hat sich im Forester bereits auf dem harten Eis im Norden Lapplands in nachgerade unerschütterlicher Traktion und Spurstabilität bei höchst feinem Federungskomfort bewährt.

Genauso im Zuge der nächtlichen Anreise nach Saalfelden, bei böigem Sturm, abwechselnd prasselndem Regen und dichtem Schneegestöber. Dabei unterstützten nicht zuletzt die verfeinerte Cockpitergonomie und das durchdachte, übersichtlich sowie logisch arrangierte Bedienungssystem. Das Fahrtechnikzentrum am Steinernen Meer hatte zwar kein Eis zu bieten (weil zu warm), dafür nach ebenso üppigen wie nassen Schneefällen schmierig-matschige Offroadpassagen – ein realistisches und ideales Terrain für eine Intensiverprobung des Foresters. Wobei sich auch der XV mehr als wacker schlägt.

Die Absage des Genfer Autosalons 2020 – Grund ist der Coronavirus – trifft Subaru nicht direkt. Die Fünf-Sterne-Marke hatte für dieses Jahr von vorneherein auf einen Auftritt verzichtet. Forester und XV sind gerade auf dem Markt gestartet. Der Impreza macht es als e-Boxer auch ohne Messepräsentation: Er ist ab Mitte dieses Jahres zu haben.