Bekenntnis zum Sport. Zu Toyotas vielfältigen Mobilitätsaktivitäten gehört untrennbar das Rennfahren. Zum GR Supra kommt demnächst der GR Yaris.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 08. Oktober 2020 (05:33)
Der GR Supra macht mit 340 und 285 PS gleichermaßen eine sportliche Figur – ob auf Rennstrecke, Handling-Parcours oder auf kurviger Hausstrecke.
Toyota

Hohes Renommee hat sich Toyota für Ernsthaftigkeit und Vernunft erworben, als Pionier der Antriebselektrifizierung. Doch ist für die 1937 gegründete Marke auch der Motorsport ein unverzichtbares Thema.

Abgesehen vom Gastspiel in der Formel 1 (von 2002 bis 2009) ist das Label konstant beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans präsent (heuer mit einem einsamen Sieg), ebenso in der Formel 3 und aktuell ganz stark in der Rallye-WM (zwei Rennen vor Saisonende rangieren die Japaner mit einem Yaris WRC auf Platz 1).

Wie bei fast allen Herstellern ist die im Renngeschehen eingesetzte Technik die Erfahrungsbasis für Serienfahrzeuge. Entweder indirekt, im Hinblick auf teilelektrisch angetriebene Serienmodelle – siehe den Le-Mans-LMP1-Boliden TS050 Hybrid – oder direkt, bezüglich sportlicher Modelle.

„Die facettenreiche Motorsportgeschichte Toyotas reicht über sieben Jahrzehnte, wir haben all unsere weltweiten Rennaktivitäten unter einem Namen zusammengefasst: Toyota Gazoo Racing!“ Rudolf Glass, Pressesprecher Toyota Österreich

Einen Anfang gemacht hatte 2012 der GT86, ein heckgetriebenes Spaßmobil mit zwei plus zwei Sitzen. Zwischenzeitlich, 2015, wurden die Rennaktivitäten unter dem Titel „Toyota Gazoo Racing“ gebündelt. Darunter fällt auch die Entwicklung von Sportmodellen für die öffentlichen Straßen. Erstes Produkt ist, in Kooperation mit BMW, die Neuauflage des Supra. In fünfter Generation nimmt das Sportcoupé Stilanleihen an den Vorgängern, technisch handelt es sich um eine Eigeninterpretation der mit dem Propeller-Label gemeinsamen Technik-Basis (bei BMW: aktueller Z4), inklusive Motoren. Es blieb auch beim Heckantrieb.

Der neue GR Supra hat im Vorjahr debütiert, zum Start mit 3,0-Liter-Sechszylinder und 340 PS (ab 71.900 Euro). Heuer folgte eine 2,0-Liter-Vierzylinder-Version mit 258 PS (ab 55.900 Euro).

Für eine Gegenüberstellung der beiden Varianten lud Gazoo Racing zu Race Days auf dem Red-Bull-Ring in der Steiermark ein. Der Vergleich zwischen den Motorisierungen spulte sich sowohl auf der Rennstrecke als auch auf dem Handling-Parcours ab. Unter idealen Bedingungen: Ersteres noch bei strahlendem Sommerwetter, Zweiteres am ersten, bereits grauen und triefend nassen Herbsttag. Kein Unterschied besteht zwischen dem 3,0- und dem 2,0-Liter in der grundsätzlichen Handhabung.

In beiden werden die Fahrstufen via achtgängiger Automatik sortiert, mittels Schaltpaddles kann man eingreifen. Das gleiche gilt für die Fahrmodi Normal und Sport, bis zum Wegschalten der Traktionskontrolle. Auch äußerlich gibt es auf den ersten Blick kein Unterscheidungsmerkmal. Doch hat der 3,0-Liter die rot lackierten Sättel der Brembo-Bremsanlage (inklusive). Beim 2,0-Liter kann man das auch haben, allerdings gegen Aufzahlung, für das Performance-Paket (2.882 Euro). Da hat man dann auch, wie serienmäßig im 3,0-Liter, aktives Dämpfungssystem und aktives Hinterachsdifferenzial an Bord.

Auf der Rennstrecke stürmt der 3,0-Liter naturgemäß dem 2,0-Liter voraus. Doch machen sich beim Anbremsen und bei der Einlenkagilität die Gewichtsunterschiede bemerkbar, denn 100 Kilogramm liegen zwischen den beiden Varianten (ab 1.495 respektive ab 1.395 Kilogramm). Die höhere Beschleunigung des Großen, vor allem bergauf, kann man – theoretisch – im Kleinen mit späterem Bremspunkt annähernd ausgleichen, wenn man aus den Kurven heraus genug Schwung mitnehmen kann. Auf dem Handlingkurs wiederum lässt sich der 2,0-Liter gefühlt einen Tick leichter wieder auf Spur bringen, wenn die Hinterachse – gewollt oder nicht – ausschlägt. Jede Menge Spaß bieten beide – und mehr als eine Ahnung von der Racing-Expertise der Toyota-Entwickler.

Der GR Yaris kommt mit Allradantrieb – „der GR-Four ist das erste Sport-Allrad-System seit 20 Jahren“, betonen die Japaner.
Toyota

Nächster Sportkandidat ist der GR Yaris. Der vom WRC-Boliden abgeleitete Kraftzwerg hat 261 PS (und 360 Newtonmeter) aus einem 1,6-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, samt sportlich ausgelegtem Allradantrieb. In 5,2 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, abgeregelt wird bei Tempo 230. „Auszuprobieren“ war er zunächst nur statisch. Bekannt ist schon der Preis: ab 38.490 Euro. Bestellungen werden ab sofort angenommen, erste Auslieferungen sind für Dezember angekündigt.