Modischer, kommoder und stärker …. Die Pick-up-Ikone Hilux wurde überarbeitet. Dazu kommt eine neue Dieseloption mit bäriger Leistung: 204 PS.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 05. November 2020 (10:22)
Der Hilux kann offroad viel – viel mehr, als sich die meisten seiner Piloten zutrauen. Und mit 204 PS ist er im Gelände noch souveräner (z. B. Wattiefe 700 Millimeter).
Toyota

Wenn Toyota ein Modell von Weltruf im Programm hat, dann steht der Hilux ganz weit oben – als zweitmeistverkauftes Modell der Marke (nach dem Corolla). Jetzt setzt der seit seinem Start im Jahr 1986 mehr als 18 Millionen Mal abgesetzte Midsize-Pick-up aufgefrischt seine Karriere fort. Seit 2015 in seiner achten Generation stehend hat er zu seinen erwiesenen Attributen als Arbeitstier – Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit, nahezu Unzerstörbarkeit – neue Eigenschaften dazubekommen.

Es blieb bei den Basiszutaten: Leiterrahmen, Starrachse und Blattfedern hinten. Ebenso beim Heckantrieb (mit zuschaltbarem Allradantrieb), samt Untersetzung, Differenzialsperre und Sperrdifferenzial. All diese Elemente wurden überarbeitet und verfeinert. Als Motorisierung bleibt auch der bisherige, 2,4-Liter-Diesel mit 150 PS (und 400 Newtonmeter), ebenfalls in Details optimiert, im Programm. Hinzu kommt jetzt ein neuer 2,8-Liter-Selbstzünder, der 204 PS (plus 500 Newtonmeter) leistet. Kombiniert sind beide Aggregate entweder mit manuellem Sechs-Gang-Schaltgetriebe oder sechsstufiger Automatik. Ausnahme ist das Basismodell (Single Cab) mit 150-PS-Diesel, es ist nur mit Handschaltung zu haben.

„Mehr denn je nimmt Toyota jetzt auch Kunden ins Visier, die den Pick-up als stylishen Freizeitbegleiter sehen!“ Rudolf Glass, Pressesprecher Toyota Austria

Zum technischen Update kommt eine neue Optik, unter anderem mit ungleich schmuckerem Kühlergrill, samt frisch aufgeräumtem und anhand feinerer Materialien wohnlicherem Interieur. Der Hilux hat sich damit die Eigenschaft eines Life-stylers zugelegt. Toyota zielt verstärkt auf den Kundenkreis jener Leute ab, die diese Evolutionsstufe des Pritschenwagens für Freizeitaktivitäten nutzen wollen. Gegebenenfalls mit der Familie. Deshalb geht das Ausstattungsoffert in Richtung SUV, ohne dem Hilux seinen Pick- up-Charakter zu nehmen. Am signifikantesten prägt sich das im neuen Topniveau namens Invincible aus – es ist ausschließlich in der Double-Cab-Variante zu haben und mit beiden Motorisierungen kombinierbar. Dazu im Interieur feinste Ledermöbel, ein Acht-Zoll-Touchdisplay für das Infotainmentsystem, lackierte Dekor- details und Ambientebeleuchtung, optional ein Soundsystem (das man auch bei 175 km/h nicht über die Maßen laut aufdrehen muss).

Die erste Probe auf das Fahr- exempel absolvierte der Hilux Double Cab in der Invincible-Version, samt 204-PS-Diesel und Automatik. Auf Asphalt ebenso wie im Gelände. Auf Ersterem ist die Verfeinerung der Federung und der Geräuschdämmung am signifikantesten spürbar. Querrillen und andere Widrigkeiten nimmt der Japaner fast ungerührt. Die Lenkung – in der Leicht- respektive Schwergängigkeit geschwindigkeitsabhängig – ist gut für recht engagierten Landstraßenkurventanz. Und auf der (deutschen) Autobahn trabt das 5,3-Meter-Trumm mit bis zu 175 Sachen geradezu stoisch und vor allem höchst spurstabil voran. Die Bremsen haben damit keine Mühe. So flott und agil er sich auf befestigtem Untergrund bewegen kann, so sensibel und punktgenau dirigierbar via Gas, Bremse und Lenkung benimmt er sich im Gelände.

So gut wie gleich geblieben sind die Dimensionen: 5.325 Millimeter Länge, 1.800 bis 1.855 Millimeter Breite, 1.795 bis 1.815 Millimeter Höhe, 3.085 Millimeter Radstand. Die Ladefläche misst je nach Aufbau – Einzel-, Super- und Doppelkabine – in der Länge 1.525, 1.810 und 2.315 Millimeter, in der Breite stets 1.645 Millimeter und in der Ladebordwandhöhe immer 480 Millimeter.

In einem Segment, das hierzulande an die zwei Prozent Anteil am Gesamtmarkt hat, rangierte der Hilux 2019 an vierter Stelle. Von insgesamt 5.656 Neuzulassungen entfielen 509 auf die japanische Ikone. Für 2021 rechnet sich Toyota Austria sehr gute Chancen aus, Marktanteile zu gewinnen – man peilt (vorerst einmal) den dritten Platz an. Das Werkzeug dafür ist geschmiedet und präpariert …