Funktionell & universell. Die Japaner erweitern ihr Nützlingsportfolio mit dem Proace City. Das kompakte PSA-Kooperationsprodukt hat als Pkw den Zunamen Verso.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 11. März 2020 (03:42)
Proace City: Der Neo-Japaner aus der (Technik-)Kooperation mit dem PSA-Konzern ist als Kastenwagen oderHochdachkombi (Bild), jeweils in zwei Längen, orderbar.
Toyota

Leichte Nutzfahrzeuge haben sich in allen Größenordnungen (Kompakt-, Mittel- und 3,5-Tonnen-Klasse) von recht kruden Transportern zu komfortablen Allroundern entwickelt. Besonders gefragt und dementsprechend wachstumsträchtig ist das kompakte Segment. Es steht mittlerweile bereits bei fast allen Herstellern auf einer Pkw-Plattform. Das ermöglicht auf einer Basis eine duale Ausrichtung: entweder als rein gewerbeorientierter Kastenwagen oder als familiärer Hochdachkombi.

Toyota hatte bisher auf diesem Sektor noch nichts anzubieten. Das holt die japanische Marke jetzt nach und greift dabei auf die (Technik-)Koopera-
tion mit dem PSA-Konzern zurück. Das Ergebnis ist ein klei-ner Bruder des Hiace-Nach-
folgers Proace, der ebenfalls
auf einer französischen Basis steht.

„Der kompakte Bruder des Proace tritt mit gleich zwei Versionen im umsatzstärksten Nutzfahrzeugsegment auf – als Kastenwagen und als Hochdach-kombi!“ Rudolf Glass, Pressesprecher Toyota Austria

Die Ausrichtung des kompakten Transporters/Kombis zeigt sich alleine schon an der Typenbezeichnung. Man hat keinen neuen Namen erfunden, sondern vielmehr dem Proace ein City hinzugefügt. Womit das Haupteinsatzgebiet klar umrissen ist: die Stadt und das urbane Umfeld. Dass das nicht nur im Falle des vollverblechten Kastenwagens weit mehr als nur ein paar Kilometer weit reichen kann, ist ein unmissverständ-
licher Hinweis auf die Domäne der Pkw-Version, mit dem Zunamen Verso markiert. Als Hochdachkombi offeriert der Franko-Japaner familien-, alltags-, freizeit- und reisegerechten Komfort samt Bequemlichkeits- und Sicherheits-Features plus einer reichhaltigen Auswahl an Zubehör (etwa Fahrradträger, Camping-Ausrüstungen und vieles mehr). Das ist eine Bündelung an funktionellen und universellen Talenten, die das schrumpfende Segment der kompakten Familien-Vans zunehmend ersetzt.

Die gesamte Technik mit allen Ausstattungsdetails schöpft der kleine Proace aus demselben Pool wie Citroën Berlingo, Peugeot Partner/Rifter (mit dem Alleinstellungsmerkmal des i-Cockpits) und Opel Combo/Combo Life. Das betrifft auch das Design (selbstverständlich mit Toyota-Logos und -Emblemen markiert), was jedoch in dieser Fahrzeugklasse weniger ein Kaufargument ist als die Praktikabilität.

Das bedeutet auch für den Proace City bezüglich Karosserien die Auswahl zwischen zwei Längen, mit 4,40 respektive 4,75 Metern (die Ladelänge wird mit maximal 3,40 Metern angegeben). Damit kann der Kastenwagen bis zu 1.000 Kilogramm Nutzlast transportieren und bis zu 1.500 Kilogramm Anhängelast ziehen (gebremst). Ladevolumen: 3,3 respektive 3,9 Kubikmeter. Für die Verso-Version besteht in beiden Dimensionen die Option auf Sitz Nummer 6 und 7. Und je nach Ausstattung gibt es eine oder zwei Schiebetüren im Fond.

Das Antriebsprogramm: ein 1,2-Liter-Benziner (Dreizylinder) mit 110 PS sowie ein 1,5-Liter-Diesel mit 75 oder 102 PS für den Kastenwagen bzw. mit 102 oder (wahlweise mit achtgängiger Automatik kombinierten) 130 PS für den Kombi. Auch in der Toyota-Interpretation kann man ein fünfstufig justierbares Traktionsshilfesystem (Traction Select) ordern. Die Option auf mechanischen Allradantrieb (von Zulieferer Dangel) besteht allerdings vorerst nicht.

Doch auch ohne diese Möglichkeit ist die Japan-Variante des vielseitigen Kompakten im praktischen Umgang vertraut und auf Anhieb verstehbar: ergonomisch für jede Körpergröße justierbar, rundum perfekt abschätzbare Dimensionen. Das ist kom-
biniert mit den bereits bekannten praktischen Details wie voll versenkbaren Fondsitzen, samt jeder Menge nützlicher Ablagen. Nicht zu vergessen sind die nicht nur im City-Verkehr mehr als ausreichend kräftigen Antriebe.