Strom macht sportlich. Die Japaner ergänzen das Alternativantriebsoffert für den Toyota RAV4 um eine Plug-in-Hybridversion – samt elektrisch generiertem 4x4-Antrieb.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 17. September 2020 (03:26)
Der RAV4 hatals aufladbarer Teilzeitstromer eine Systemleistung von 306 PS. Damit ist er in sechs Sekunden von null auf 100.
Toyota

Alles Mögliche traut man dem Toyota RAV4 zu, abgesehen von seinem Trendsetterstatus im Kompakt-SUV-Segment und der Antriebsstrangelektrifizierung: Schick sein, was das Design betrifft; handlich sein, was die Dimensionen betrifft; praktisch sein, was den Innenraum betrifft; up to date sein, was die elektronische Mitgift betrifft …

Dass er auch ein „Kraftmeier“ sein kann, das ist neu! So wie der im Prinzip vom Prius bekannte, doch in einer Reihe von Komponenten modifizierte Plug-in-Hybridantrieb. Der ergänzt demnächst die Motorenpalette, zusätzlich zum Voll- hybriden, der im Programm bleibt. Und das gleich mit 306 PS Systemleistung (mehr als der V6-RAV4, der 269 PS hatte). Das macht den Teilzeitelektriker zum Hybrid-Flaggschiff der Marke.

Ein Kraftpaket ist der japanische Kompakt-SUV mit der aufladbaren Benziner- und zwei- fachen Stromerkooperation nicht nur auf dem Papier. Das hat eine erste Vorauserprobung in Deutschland, rund um Köln, inklusive beträchtlichem Autobahnanteil, anschaulich vermittelt. Die attestierten sechs Sekunden auf Tempo 100 sind glaubhaft.

Der Durchzug ist lückenlos und konstant. Zwar ist die Höchstgeschwindigkeit im Benziner/Stromer-Kooperationsbetrieb mit 180 km/h limitiert (E-Modus: 135 km/h), doch ist das sture Dahinpreschen nicht seine Bestimmung. Sondern eine praktikable elektrische Reichweite – die gibt Toyota mit 75 Kilometern im Mixbetrieb an. 60 Kilometer sind unter realistischen Bedingungen machbar, wie der erste Test ergeben hat.

Dem zugrunde liegt die Kombination aus einem 2,5-Liter-Benziner mit 185 PS (wie im Vollhybriden, nur sieben PS kräftiger) und einem 184-PS-Stromer an der Vorder- sowie einem 54-PS-Elektroaggregat an der Hinterachse.

Zweiteres sorgt für den Allradantrieb, wofür man sogar einen Trail-Modus programmiert hat. Der taugt allerdings bloß für nicht allzu grobes Gelände. Gekoppelt sind die Motoren an das bekannte stufenlose Getriebe. Dazu kommt eine 18,1-kWh-Batterie, die mit für (siehe vorher) die beachtliche Reichweite sorgt. Der Akku ist im Wagenboden versenkt. Das kostet dem Kofferraum nur ein paar Zentimeter Höhe, damit kaum Ladevolumen.

Laut technischen Daten soll der RAV4 PHEV mit 1,0 Liter Benzin pro 100 Kilometer auskommen können (CO 2 : 22 Gramm pro Kilometer). Erliegt man aber zu oft der Verlockung des spontanen Antritts und des Ausprobierens der Höchstgeschwindigkeit, können es an die fünf Liter sein. Was bei mehr als rund 1,8 Tonnen Gewicht und der gebotenen Leistung nicht überbordend viel ist.

Wie im Prius Plug-in-Hybrid steuert die Klimaanlage zur Energieeffizienz bei: Sie ist mit einem Wärmetauscher kombiniert, saugt Luft aus der Umgebung an und nicht Stromvorrat aus der Batterie. Der Akku kann mit dem 6,6-kW-Onboard-Lader über das serienmäßige Kabel an einer Haushaltssteckdose in 7,5 Stunden befüllt werden. An einer Wallbox reduziert sich, mit Typ-2-Kabel, die Ladedauer auf 4,5 Stunden. Für das Handling von Energiestandsabfrage, Vorklimatisierung, Ladefernsteuerung und so weiter hat Toyota die Funktionen der hauseigenen App myToyota erweitert.