Viel Platz unter der Arkade. Die Rhombus-Marke interpretiert das Thema SUV-Coupé mit dem Renault Arkana auf eine kompakt-knackige Art. Die Antriebe sind elektrifiziert. Diesel? Fehlanzeige.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 18. August 2021 (06:00)
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Optisch wirkt der neue Arkana kurz und würzig, dabei ist er länger als der Kadjar. Zum Namen: Arkana leitet sich vom lateinischen Arkanum ab und bedeutet Geheimnis.
Renault

Die Rhombus-Marke macht sich sportlich. Das ist an sich nichts Neues, siehe Alpine. Doch jetzt geht es um das SUV-Segment, das bei Renault bislang vor allem auf der komfortablen Seite interpretiert war. Hier eröffnet die französische Marke für sich eine neue Nische: die des kompakten SUV-Coupés. Das Resultat heißt Arkana, wie jenes Modell, das bereits in Russland auf dem Markt ist. Damit hat die Europa-Version jedoch wenig zu tun.

Sie basiert auf der CMFP-Plattform, wie der im Vorjahr frisch elektrifizierte Clio sowie der Captur. Auf diese Basis hat Renault eine eigenständige, fast stämmig wirkende, doch schlanke Karosseriekreation gestellt, die optisch zwar knackig-kurz wirkt, doch so klein gar nicht ist: Mit seinen 4.568 Millimetern Länge überragt der Arkana den Kadjar (der ist 4.489 Millimeter lang) um fast 80 Millimeter. An Radstand ist er ihm um 74 Millimeter voraus (hier steht es 2.720 zu 2.646 Millimeter).

Dagegen sorgt ein abgeschrägtes Dach einerseits für eine reduzierte Höhe von 1.576 Millimetern, andererseits für eine markante Heckpräsenz, die das Ihre zur Sportlichkeit beiträgt. Angst vor Platzmangel muss man unter der Arkana-Arkade trotzdem nicht haben. Klar, Zwei-Meter-Männer haben es im Fond wohl eng (aber nicht nur im Renault-SUV-Coupé), doch für Durchschnittsgrößen passt das Scheitelmaß. Dazu kommt ein respektables Kofferraumvolumen. Mindestens 480 Liter passen ins Heck, je nach Antriebsart können es bis zu 1.263 bzw. 1.296 Liter sein.

„Mit der Einführung des sportlichen Arkana in Europa erweitert Renault die traditionellen Normen der SUV-Architektur!“ Karin Kirchner, Pressesprecherin Renault Österreich

Stichwort Antriebe: Die sind sämtlich elektrifiziert. 140 PS produziert ein mild hybridisierter 1,3-Liter-Turbobenziner, gekoppelt an eine sechsstufige Direktschaltung. Bereits ein guter Bekannter aus dem Clio ist Renaults eigenentwickelter Vollhybridantrieb mit 143 PS Systemleistung: Hier arbeitet ein 1,6-Liter-Benziner mit zwei Elektromotoren zusammen. Der eine dient als Antriebsmitarbeiter, der zweite rein als Start- und Stromgenerator. Die Fahrstufen werden über das sogenannte Multimode-Getriebe – eine technische Eigenentwicklung – sortiert. Was es für den Arkana nicht gibt oder geben wird: Diesel, manuelle Getriebe, Plug-in-Hybrid, Allradantrieb. Dafür wird fix eine noch sportlichere, eine 160-PS-Version des Mild-hybrid-Benziners nachgereicht.

Fürs Erste standen der 140-PS-Otto und der 143-PS-Vollhybrid in Krems für eine Verkostungsrunde parat. Kurvige Herausforderungen liegen hier ja praktisch vor der Haustüre. An Gewicht besteht zwischen beiden Motorisierungen kaum ein Unterschied. Der mild Elektrifizierte hat ab 1.411, der voll Elektrifizierte ab 1.435 Kilogramm. Mit beiden Antriebsarten wirkt die Fahrwerksabstimmung ausgewogen: Sie spannt gekonnt den Bogen von Komfort zur Sportlichkeit. Die Lenkung ist gerade richtig präzise, die Bremsen packen kraftvoll zu, beißen aber nicht. Der Aufbau gerät selbst bei wilden Einlenkmanövern nicht ins Wacken. Naturgemäß wirkt der 140-PS-Benziner munterer, dafür ist der Vollhybride ein entspannter Gleiter, auf der Wachaustraße zum Beispiel segelt man entspannt dahin, und wenn es um das Gasgeben geht, steht der Antrieb prompt und solide parat.

Hervorzuheben ist die gute Geräuschdämmung, ebenso die Wirksamkeit der Klimaautomatik, selbst bei 36 Grad im Schatten. Sie arbeitet ebenso zuverlässig wie die digitale und die assistenztechnische Ausstattung vom Spurhalteassistenten bis zum Abstandsregler (es gibt einen Autobahn- und Stauassistenten). An Elektronik ist in den gefahrenen Top-Versionen R.S.Line - mit jeder Menge sportlichen Dekor-zutaten, die für einen kräftigen Hauch Formel-1-Flair sorgen – reichlich an Bord, siehe das voll digitalisierte Cockpit, siehe das Multimediasystem mit 9,3-Zoll-Touchscreen, der trendgemäß hochformatig postiert ist.