Plug-in-Intermezzo bei VW. Die Wolfsburger bauen die Palette der elektrifizierten Modelle kräftig aus. Der Schwerpunkt liegt aktuell auf den Plug-in-Hybrid-Antriebssträngen.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 07. Mai 2020 (06:38)
Top-Touareg: Plug-in-Hybrid mit 462 PS und 700 Newtonmetern. Die elektrische Reichweite: rund 50 Kilometer.
VW

Den Weg zur reinen Elektromobilität legt VW breit an. Bis es mit der Vollelektrifizierung soweit ist, sollen Hybride quasi als Intermezzo den Übergang in eine emissionsfreie Zukunft weisen. Der Schwerpunkt liegt aktuell auf Steckdosen-Teilzeitelektrikern, sie sollen die Klientel ans elektrische Fahrerlebnis heranführen.

Den Plug-in-Hybrid-Anfang hatten der Golf VII GTE (2014, 204 PS) und der Passat VIII GTE (2015, 218 PS) gemacht. Im Vorjahr wurde Zweiterer upgedatet. Dabei hat man die Kooperation zwischen 1,4-Liter-Benziner und Elektroaggregat bei unveränderter Leistung in Effizienz und Reichweite optimiert. Auf die Spitze treibt es VW hingegen im Golf der neuen Generation (Markteinführung: Ende 2020).

Hier produziert der aufladbare Hybrid – 1.4 TSI GTE – eine Leistung von 245 PS (Vorgänger: 204 PS). Des Weiteren debütierte inzwischen der Touareg in der R-Version. Als PHEV markiert der Geländegänger mit 462 PS die Leistungsspitze der Baureihe. Das aufladbare Hybridsystem ist im Prinzip bereits aus den Konzernbrüdern Bentley Bentayga Hybrid und Audi Q7 TFSI e bekannt.

„Bei der Entwicklung der Plug-in-Hybrid-Modelle lag der Fokus auf der Optimierung des elektrischen Fahrerlebnisses.“ Karin Angerer, Pressesprecherin VW Österreich

Zu den bereits genannten VW-Modellen sollen demnächst weitere Plug-in-Hybrid-Kandidaten kommen, darunter der Arteon und der Arteon Shooting Brake. Der Tiguan (in China ist eine elektrifizierte Langversion bereits auf dem Markt) kommt im Laufe der demnächst anstehenden Modellüberarbeitung dazu. Unterhalb der Golf-Dimension sind aufladbare Systeme bauartgemäß nicht realisierbar.

Sämtliche Hybridsysteme sind bei VW an Benziner gekoppelt, Diesel als Elektropartner gibt es nicht. Was nicht bedeutet, dass die Selbstzünder in nächster Zeit aussortiert werden: Die Plug-in-Hybride seien eine zusätzliche Antriebsvariante und kein Dieselersatz. Dafür sollen künftige Leistungstypen wie der Golf R, analog zum Touareg R, von potenten Benzin/Elek-tro-Zwittern befeuert werden.