VW Caddy neu: Allrounder mit Golf-Genen. Komplett erneuert hat die Nutzfahrzeugabteilung von VW den Caddy. Er ist jetzt mehr Pkw als zuvor – nicht nur in der Version Hochdachkombi.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:13)
Fescher, praktischer vielseitiger sowie mehr Pkw ist der neue Caddy. Als Kastenwagen und als Kombi (Bild) ist er in zwei Radständen orderbar, die Pkw-Version gibt es fünf- oder siebensitzig.
VW

Ganz neu auf die Räder gestellt ist der VW Caddy – die Deutschen betonen: „Jedes Detail wurde von Grund auf neu konzipiert!“. Der Caddy ist vom Golf-Assistenten selbst zum Golf geworden, denn die Nutzfahrzeugabteilung hat als Unterbau jene Plattform (Modularer Querbaukasten) genommen, auf der auch der Kompakte in achter (aktueller) Generation steht. Das trägt dazu bei, dass der Allrounder nicht nur noch Pkw-hafter, sondern auch noch vielseitiger geworden ist.

Der Caddy hatte 1978 als Pick-up begonnen, ganze 1.960 Stück wurden davon in der Alpenrepublik verkauft. Erst in der zweiten Generation – ab 1995 – legte er sich einen angeschweißten und nicht mehr einen nur aufgesetzten Aufbau zu. Im Auslaufen ist gerade die vierte Modellphase.

Das Verhältnis Pkw zu Kastenwagen beträgt österreichweit und insgesamt (also alle vier Generationen zusammen) bisher 94.141 zu 49.856 Stück. Als komplett erneuerter Stadtlieferwagen und Hochdachkombi kann der Caddy noch mehr als bisher, abgesehen vom bisher schon sehr gefragten Campingmobil-Derivat California wird es 2021 auch eine offroad-orientierte Version namens PanAmericana geben.

Auf die Symbiose aus Nützling und Pkw weist das schwungvollere und fast sportliche Styling hin. Bei fast 100 Millimeter längerem Außenmaß – 4.500 Millimeter bzw. knapp 4.853 Millimeter (Normal bzw. Maxi) – ist er breiter geworden (1.855 Millimeter, ohne Außenspiegel) und eine Spur niedriger (1.818 Millimeter). An Radständen besteht die Auswahl zwischen 2.755 und 2.970 Millimetern.

Das Laderaumvolumen reicht in der Cargo-Version von 3,1 bis zu 3,7 Kubikmetern (zwei Europaletten). In die Standardversion des Kombis passen bei fünffacher Bestuhlung und dachhoher Beladung 1.213 Liter rein. Schiebetüren machen hier wie dort den Zugang in den Innenraum easy, die Standardbreite misst 701 Millimeter, beim Maxi sind es sogar 846 Millimeter.

Die Inneneinrichtung orientiert sich am Pkw-Segment. An Bord sein kann ein digitalisiertes oder voll digitales Cockpit, eine SIM-Karte ist fix eingebaut, Funktionen können über Touchflächen und -slider bedient werden. Ebenfalls auf Pkw-Niveau sind die elektronischen Helfer.

Bis zu 19 (neue oder verbesserte) kann man im Caddy haben. Serienmäßig ist unter anderem ein Abbiegeassistent. Beim Anhängerrangieren kann man sich unterstützen lassen. Neu im Caddy ist ein Fahrassistent (Travel Assist) samt kapazitivem Lenkrad. Auch LED-Licht für die Außenleuchten und die Innenbeleuchtung ist zu haben.

Auf das Nützlingsdasein abgestimmt ist die Auswahl an auf Robustheit und auf Emissionszurückhaltung ausgelegten Antrieben. Der Start erfolgt mit 2,0-Liter-Dieseln: mit einem 102-PS-TDI und einem 75-PS-TDI. Anfang 2021 kommt ein Benziner dazu, ein 1,5-Liter-TSI mit 114 PS.

Allradantrieb sollte ab dem ersten Quartal 2021 zur Verfügung stehen, in Kombination mit einem 122-PS-TDI. In weiterer Folge – allerdings erst ab Mitte 2022 – ist auch wieder ein Erdgastriebling geplant, ein 1,5-Liter-Turbo mit 131 PS. Ein siebenstufiges Direktschaltung ist schon im Programm.