341.068 neue Pkw. Präsentation der Zulassungsstatistik anlässlich der Eröffnung der Vienna Autoshow: 2018 war das drittstärkste Autojahr in Österreich.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 09. Januar 2019 (19:05)
Shutterstock, Jose AS Reyes
Symbolbild

Peter Laimer (Kfz-Zulassungsstatistik, Statistik Austria): „Im Gegensatz zu 2017 entwickelte sich die Zahl der Pkw-Neuzulassungen 2018 rückläufig.“ Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 341.068 Pkw österreichweit neu zugelassen, was gegenüber dem Jahr davor einem Rückgang von 3,5 Prozent entspricht. Dennoch ist das Ergebnis nach 2011 (356.145) und 2017 (353.320) das dritthöchste jemals erhobene.

„Die Zulassungszahlen benzinbetriebener Pkw liegen erstmals seit 1996 – das Ökoprämienjahr 2009 ausgenommen – wieder deutlich über jenen dieselbetriebener Pkw. Mehr als die Hälfte (54,0 Prozent) der neu zugelassenen Pkw entfiel auf Benziner“, erläutert Peter Laimer weiter.

Die Neuzulassungen alternativ betriebener Pkw nahmen um 18,7 Prozent auf 16.807 Fahrzeuge zu, wobei sich die Zahl der Benzin-Hybrid-Pkw mit 8.353 um 2,4 Prozent erhöhte und jene der ausschließlich elektrisch betriebenen Pkw um 24,4 Prozent auf 6.757 Fahrzeuge.

Die Neuzulassungen von einspurigen Kfz lagen 2018 mit 38.142 Fahrzeugen um 6,4 Prozent unter dem Vorjahreswert; 2017 hatte der Rückgang 6,6 Prozent betragen. „Fünf Jahre in Folge stiegen die Neuzulassungen von Lkw und erreichten 2018 mit fast 48.000 (plus 8,7 Prozent gegenüber 2017) neuerlich einen Höchstwert“, führt Peter Laimer abschließend aus.

Bundesminister Hofer: Schlüsselindustrie

„Mobilität ist eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität und Wohlstand in Österreich. Angesichts der ehrgeizigen Klimaziele, zu der sich die Regierung mit der #mission2030 bekennt, muss es uns gelingen, den richtigen Mix aus umweltfreundlichem öffentlichen Verkehr und motorisiertem Individualverkehr zu finden. Mit der vor wenigen Tagen präsentierten Fortsetzung der Förderung beim Ankauf von E-Fahrzeugen sowie der geplanten Aufhebung des 100km/h-IG-L-Tempolimits für E-Fahrzeuge setzen wir hier Anreize zum Umstieg auf CO2-neutrale Mobilität“, betont Verkehrsminister Norbert Hofer anlässlich der Eröffnung der Vienna Autoshow, der sich einmal mehr klar gegen eine Kriminalisierung des Dieselmotors ausspricht. Österreich habe eine Tradition im Bereich der Automobilwirtschaft:

„Mit Magna und dem BMW-Motorenwerk haben wir zwei Vorzeigeunternehmen in Österreich, die auch viel Geld in die Erforschung noch umweltfreundlicherer Fahrzeugtechnologien investieren.“ Die Automobilwirtschaft ist eine Schlüsselindustrie in Österreich. Der automotive Sektor erwirtschaftet rund 45 Milliarden Euro an Umsatzerlösen – das entspricht knapp elf Prozent des Bruttoinlandsproduktes. An die 450.000 Österreicherinnen und Österreicher haben einen Job in der Automobilwirtschaft. Oder anders gesagt: Jeder neunte Arbeitsplatz des Landes hängt an der Automobilwirtschaft.“

Autoimporteure: Abschaffung der NoVA 

„Auch wenn die Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden, so war 2018 dennoch ein gutes Autojahr. Die praktisch übergangslose Einführung des neuen Abgastests WLTP, der realistischere Verbrauchswerte liefern soll, stellte die Industrie vor extreme Herausforderungen“, so der Sprecher der österreichischen Automobilimporteure Günther Kerle.

Die Mischung aus den neuen Messmethoden, dadurch erfolgte Vorziehkäufe, die daraus resultierende höhere NoVA ab September und ein eingeschränktes Modellangebot habe den Automobilmarkt im letzten Quartal stark unter Druck gesetzt. Zudem hätten die Diskussionen der vergangenen Jahre – Stichwort „Dieseldebatte“ – die Kunden massiv verunsichert und einen empfindlichen Wertverlust bei den Dieselfahrzeugen verursacht.

Für 2019 sei es insbesondere wichtig, im Rahmen der anstehenden Steuerreform die NoVA-Problematik, die ebenfalls infolge des neuen Abgastests WLTP entstand, anzugehen.

„Wir plädieren für eine gänzliche Abschaffung der NoVA, da sie ein Musterbeispiel für überbordende Bürokratie darstellt und zudem die Anschaffung eines Fahrzeuges im Vergleich zu unseren Nachbarstaaten wesentlich verteuert. Ich hoffe, wir können hier zu einer Lösung finden. Die Abschaffung der NoVA wäre definitiv eine Win-Win-Situation für alle, jetzt gilt es die zuständigen Ministerien auch davon zu überzeugen“, so Kerle abschließend. 

Pkw-Neuzulassungen nach Marken, 2018, österreichweit:

  1.  VW 56.932 (Marktanteil 16,7 Prozent)
  2.  Skoda 25.434 (7,5)
  3.  Ford 19.916 (5,8)
  4.  Opel 19.152 (5,6)
  5.  Seat 18.713 (5,5)

Pkw-Neuzulassungen nach Modellen, 2018, österreichweit:

  1.  VW Golf 12.352 (Marktanteil 3,6 Prozent)
  2.  VW Polo 9.470 (2,8)
  3.  Skoda Octavia 8.702  (2,6)
  4.  VW Tiguan 8.001 (2,3)
  5.  Fiat 500 6.747 (2,0)