Landung in Bad Vöslau: „Österreich wird frei!“

Erstellt am 14. Mai 2022 | 05:08
Lesezeit: 3 Min
Österreichs Neutralität wurde zum ersten Mal in Bad Vöslau verkündet, als die Regierungsdelegation am Weg von Russland nach Wien am Flugplatz landete.
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Der Flugplatz in Bad Vöslau wurde am 15. April 1955 zu einem sehr bedeutenden Ort.

Die damalige Regierung kam aus Moskau zurück und landete für einen Zwischenstopp in Bad Vöslau, bevor sie weiter nach Wien zog. In Russland wurde über die Wiedererlangung der Souveränität Österreichs verhandelt. Durch die Unterzeichnung des Moskauer Memorandums war es möglich, den Staatsvertrag am 1. Mai zu unterzeichnen.

„Vor allem möchte ich dem Herrgott meinen Dank sagen, dass wir diese Stunde für Österreich erleben konnten, und ich begrüße Sie alle, die Österreicher auf den Bergen, in den Tälern, in den Städten und am Lande. Die österreichische Delegation bringt gute Kunde nach Hause. Wir werden, was wir in diesen zehn Jahren erstrebt haben: Frei sein...!“

Bundeskanzler Julius Raab verkündet diese Worte 1955 als er mit der Regierungsdelegation am sowjetischen Flugplatz in Bad Vöslau landete. Einen Monat später wurde nach 10 Jahren andauernden Verhandlungen der Staatsvertrag zu Österreichs Neutralität im Schloss Belvedere unterzeichnet. In diesem geht es um ein souveränes, unabhängiges und neutrales Österreich.

Erinnerung an einen besonderen Tag

Bundeskanzler Julius Raab, Vizekanzler Adolf Schärf, Außenminister Leopold Figl und Staatssekretär Bruno Kreisky wurden anschließend am Badplatz in Bad Vöslau von Gemeinderäten begrüßt und verkündeten dem versammelten Volk die hoffnungsvollen Neuigkeiten.

Der Freiheitsbrunnen auf dem Badplatz erinnert an dieses historische Ereignis, bei dem Julius Raab verkündete: „Bad Vöslau, die jüngste Stadt Österreichs, kann stolz darauf sein, dass ich von hier aus verkünde: Österreich wird frei!“. Der Brunnen wurde vom Bad Vöslauer Bildhauer Mathias Hietz geschaffen und 1967 in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Franz Jonas feierlich eingeweiht.

Erst 2020 wurde der Brunnen restauriert, sodass er auch die nächsten 57 Jahre an die Neutralität Österreichs erinnern kann.

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