Badener Bilderbuch-Betrieb feierte Jubiläum. Das familiengeführte Reformhaus feierte Jubiläum. Seit Eröffnung der ersten Drogerie durch Hans Prokopp im Jahr 1898 ist das Unternehmen stetig gewachsen.

Von Andreas Fussi und Sonja Pohl. Erstellt am 16. September 2018 (05:14)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7366147_bad38af_prokopp2.jpg
Stefan Szirucsek, Helga Krismer, Stadtrat Hans Hornyik und Christian Prokopp mit drei Jungunternehmern – Sebastian Haupt, Christoph Thomann und Andreas Diesenreiter – deren Produkte getestet werden konnten.
NOEN

Mit einem herzlichen Fest, zu dem VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek und Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grünen) ebenso gerne gekommen waren, wie zahlreiche weitere Gäste, feierten fünf Generationen das 120-jährige Bestehen des Badener Familienunternehmens Prokopp.

440_0008_7366146_bad38af_prokopp1.jpg
Maximilian, Regina, Valentina und Christian Prokopp mit Bürgermeister Stefan Szirucsek, Vizebürgermeisterin Helga Krismer sowie Brigitta und Peter Prokopp.
Sonja Pohl

Einen spannenden Blick in die Familiengeschichte gewährte Christian Prokopp mit dem Zylinder seines Urgroßvaters Hans, der diesen bei seiner Hochzeit trug. 1898 gründete er die Drogerie Prokopp in der Theresiengasse. 1905 folgte ein weiteres Geschäft in der Rathausgasse 7. Fritz Prokopp übernahm 1938 und führte das Unternehmen durch eine schwere Zeit.

„120 Jahre Familienunternehmen im besten Sinne, das stets auf Kundenwünsche reagierte, durch Neuerungen und bedarfskonformes Angebot überzeugt."

1962 übernahm schließlich Peter Prokopp die Führung und eröffnete 1964 eine weitere Filiale in Wr. Neustadt. Es war die Zeit der Einführung der Selbstbedienungsläden. Peter Prokopp ging zum Vorläufer von „Gewußt wie“ – nach 4 Jahren war er Obmann der Genossenschaft. Sohn Christian Prokopp trat 1991 als Verkaufsleiter in die Firma ein und übernahm 1995 die Firmenleitung.

Seit 1994 verwandelt seine Frau Regina die Prokopp-Geschäfte in Wohlfühl-Oasen. Was es für Christian Prokopp als Unternehmer braucht? „Mut, Demut und Begeisterung“, verrät er sein Credo. Mut brauche es in vielen Entscheidungen, Demut vor dem Kunden und Begeisterung im täglichen Tun. 2003 hatte er sein Schlüsselerlebnis – in einer Filiale in der SCS. Das Sortiment wurde auf Reformartikel konzentriert – im ersten Schritt war der Umsatz halbiert. Die Richtung aber stimmte – heute gehören 17 Filialen zum Unternehmen (die 18. Filiale öffnet am 1.4.2019 in Gänserndorf). Ebenso wie seit 2014 von Tochter Valentina etablierte online-shop sowie 16 Vitalhäuser in Wien, NÖ und dem Burgenland.

„120 Jahre Familienunternehmen im besten Sinne, das stets auf Kundenwünsche reagierte, durch Neuerungen und bedarfskonformes Angebot überzeugt. In 120 Jahren hat sich viel verändert – gesunde, biologisch und nachhaltige Lebensmittel stehen heute im Fokus – der Erfolg gibt Recht“, gratuliert der Stadtchef herzlich.

Jungunternehmer waren kurz im Rampenlicht

Auf besonderes Interesse stieß die Präsentation dreier Jungunternehmer (sogenanntes Start up-Pitch). Die Besucher konnten entscheiden, welches Produkt sie am meisten überzeugte. Dieses wird als Preis künftig in den Prokopp-Flialen zum Verkauf stehen. „Mein Ziel ist es, noch mehr Jungunternehmer mit nachhaltigen, innovativen Ideen zu fördern und die Welt ein wenig grüner zu machen“, so Prokopp.

Zur Auswahl stand das Startup „Unverschwendet“, das überschüssiges Obst, Gemüse und Kräuter zu Marmeladen und Soßen verarbeitet. Weiters konnte man bei „Zirp Insects“ essbare Insekten kosten und bei „Tummy Love“ frische Babynahrung ohne Zusatzstoffe testen. „Unverschwendet“ machte das Rennen. Aber auch die beiden anderen Jungbetriebe bekommen eine Chance und werden einem Markttest unterstellt.