Rotes Kreuz Baden ist „unter Top 3 im Land“. 450 Mitarbeiter in der Bezirksstelle Baden, 175.000 Stunden Rettungseinsatz, 931.000 Kilometer unterwegs.

Von Stefan Jedlicka. Erstellt am 11. Februar 2017 (05:00)
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Thomas Englisch (Rettungsdienst) undMarkus Jäger (Ausbildung).Lenger
Thomas Lenger

Seit 1991 ist Gernot Grünwald – hauptberuflich Optiker in Baden – bereits ehrenamtlicher Mitarbeiter des Roten Kreuzes. 2011 folgte er Franz Eckert als Bezirksstellenleiter in Baden nach.

Als Stellvertreter stehen ihm Dominik Zeugswetter und Corina Kornherr zur Seite. Ebenfalls ehrenamtlich. Für das operative Tagesgeschäft ist Geschäftsführerin Karoline Anhammer zuständig. Die Ausbildung der rund 380 freiwilligen Mitarbeiter koordiniert Markus Jäger. Thomas Englisch leitet den Rettungsdienst (Notarzt und Krankentransporte).

"Ausbildung hat sich stark gewandelt"

„Die Ausbildung hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt“, betont Jäger: „Es wird heute deutlich mehr von den Mitarbeitern gefordert. 14 der insgesamt 17 Trainer sind ebenfalls ehrenamtlich tätig.

„Das Ministerium spart. Wir müssen jede bezahlte Position sehr genau überlegen“, sagt Bezirksstelenleiter Grünwald. 70 bezahlte Angestellte sind in Baden tätig. Nicht alle allerdings in einem vollen 40-Stunden-Verhältnis.

Über 1.000 Stunden Ausbildung nötig

So werden in der Bezirksstelle zum Beispiel mehr als 1.000 Stunden Erste-Hilfe-Kurse pro Jahr angeboten. Ausbildungen im Gesundheits-, Bewegungs- oder Pflegebereich machen weitere 300 Stunden aus. Vor allem aber widmet man sich der internen Weiterbildung. So muss ein Rettungssanitäter etwa 856 Stunden Theorie absolvieren sowie danach weitere 280 Stunden Praxis, ehe er seinen ehrenamtlichen Dienst ausüben darf.

Badens Rotkreuz-Bezirksstellenleiter Gernot Grünwald.
Thomas Lenger

Der ist im Bezirk Baden fordernd. Mit mehr als 31.000 Ausfahrten im Vorjahr gehört man zu den drei einsatzstärksten Bezirken in Niederösterreich. 175.406 Dienststunden wurden geleistet, 931.296 Kilometer im Einsatz zurückgelegt (also umgerechnet 23 Mal die Erde umrundet).

Dabei mussten die Mitarbeiter ingesamt 2.298 Tonnen „stemmen“, rechnet man das durchschnittliche Gewicht der zu transportierenden Personen zusammen. Fünf Krankentransporter, sieben Rettungswägen und ein Notarztfahrzeug stehen dafür zur Verfügung.

20 Asylwerber aufgenommen

20 Asylwerber hat das Rote Kreuz im vergangenen Jahr in der Bezirksstelle Baden aufgenommen. In 1.247 freiwilligen Arbeitsstunden unterstützte man die jungen Männer bei Job- und Wohnungssuche, ermöglichte ihnen Deutsch- und Erste-Hilfe-Kurse. Drei von ihnen sind noch hier. Worauf Anhammer besonders stolz ist: „Sie besuchen inzwischen alle drei die reguläre Abendschule in der HAK.“

Das Rote Kreuz sei zu so etwas wie einem Familien-Ersatz geworden, sagt sie. „Wir sind echte Freunde. Es gab überhaupt keine negativen Erlebnisse.“ Die Unterstützung der Bevölkerung sei überwältigend gewesen.

„Es gab fast zu viele Spenden.“ Und man bereite sich auf eine weitere Gruppe an Asylwerbern vor, sobald auch die letzten drei verbliebenen auf eigenen Beinen stehen, kündigt Anhammer an. „Allerdings brauchen wir Räumlichkeiten dafür. Auf Dauer können wir das nicht in der Bezirksstelle machen.“ Hier habe man einen Lehrsaal zum Wohnquartier umfunktioniert, die Feldküche zur Verfügung gestellt.