Der Foto-Pixel-Wahnsinn: Badener Schörg berichtet. 1839 wurde das erste Foto gemacht, seither hat sich viel getan. Die Erfindung der Digitalfotografie hat das Handwerk revolutioniert, stellte Cristian Schörg fest.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 30. August 2019 (05:03)
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Christian Schörg (r.) lud ins „At the Park“, um über 180 Jahre Fotografie zu informieren. Weiters im Bild: Bürgermeister Sziruscek und Ronald Neumayr (l.), Geschäftsführer der Innung der Berufsfotografen.
Sagmeister

Ein Schritt vor, ein Schritt zurück, dann in die Knie, runter auf den Boden, zur Seite drehen, dann wieder aufstehen, wo rauf klettern, ständig neue Positionen und Perspektiven suchen – so schaut der Alltag eines Fotografen aus.

Berufsfotograf Christian Schörg ist seit 41 Jahren als „Lichtzeichner“ unterwegs. Er ist ein Bewunderer und Enthusiast seiner Zunft und setzt sich seit vielen Jahren für ein professionelles Berufsbild des Fotografen mit Ausbildung ein.

„Fotografie kann entzücken, verzaubern und motivieren, aber auch sehr weh tun“Christian Schörg, Fotograf

Vor vier Jahren gab es in Niederösterreich noch 300 Fotografen, „jetzt sind es über 1.500, diese Entwicklung ist ein Wahnsinn für einen Fotografen, der davon leben muss“, erklärt Schörg, der nicht nur die schöne Seite des Fotografierens sieht und kennt. In Baden gebe es nur mehr drei Fotografen mit eigenem Studio, aber registriert und tätig sind rund 60, als Party-, Event-, Portal-, Produkt-, Werbe-, Porträt- oder Hochzeitsfotograf.

Seitdem es Smartphones gibt, werde nahezu immer, überall und alles fotografiert, doch die Qualität der Fotos sei dadurch nicht besser geworden, „für uns Berufsfotografen ist aber die Qualität das Ziel, wir liefern technisch perfekte Fotos.“

Das massenhafte Fotografieren nahm mit dem Aufkommen der Digitalfotografie um das Jahr 2000 seinen Lauf und wurde zum Mega-Pixel-Wahnsinn: „Ich war 2000 einer der ersten Betriebe in Niederösterreich, die mit der Digitalfotografie begonnen haben“, erinnert sich Schörg, der damals mit „läppischen“ 2,86 Millionen Bildpunkten fotografierte.

Jede Smart-Phone-Kamera habe heute mehr „und wir wissen nicht mehr, wo wir diese Datenmengen abspeichern sollen“, gibt Schörg zu bedenken. Wenn er in seinem Studio in Baden sitzt, ein zweites hat er in Traiskirchen, dann hat er oft Schwierigkeiten seine Datenmengen zu versenden, besonders wenn Schulbetrieb im benachbarten Gymnasium in der Biondekgasse ist und „alle im Netz hängen.“

Dass Baden heute als Foto- stadt gilt, dazu beigetragen hat vor allem das Fotofestival „La Gacilly“. Am Josefsplatz haben die Berufsfotografen einen eigenen Bereich, wo sie Fotos von Frauen zeigen, sogenannte „Handwerksaufnahmen, wir Berufsfotografen machen Bedarfsfotografie, wir machen keine künstlerische Fotografie, wir sind Handwerker mit kreativem Input.“