Rehabilitationszentrum Alland: Am Puls der Zeit

Erstellt am 10. Mai 2022 | 05:14
Lesezeit: 3 Min
1898 eröffnet, erfolgte 1950 der Neustart des Rehabilitationszentrums Alland. Dort werden Stoffwechselerkrankungen, vor allem Diabetes, erfolgreich behandelt.
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Um 1880 hielt Professor Leopold Schrötter Vorträge über Pathologie und Tuberkulose und stellte Anträge zur Errichtung einer Heilanstalt in der Umgebung Wiens. 1890 wurde der „Verein zur Errichtung und Erhaltung einer klimatischen Heilstätte für Brustkranke in der Nähe Wiens“ gegründet. Fünf Jahre später wurde in Alland mit dem Bau von Pavillon Schrötter begonnen und 1898 wurde der 108 Betten umfassende Pavillon, in Anwesenheit des Kaisers Franz Josef I, eröffnet.

1945 wurden der Pavillon Schrötter und der Küchentrakt infolge eines Bombenangriffes beschädigt und außer Betrieb gestellt, durch die Beschießung des Anstaltsgeländes durch die vordringende russische Armee, flüchteten alle Personen aus dem Bereich der Heilanstalt. Von August 1945 bis September 1946 wurde die Heilanstalt von russischen Besatzungstruppen eingenommen. Erst ab 1947 konnte der Betrieb in einigen Pavillons wieder aufgenommen werden und 1950 erfolgte der Neustart im Pavillon Schrötter mit einer modernen Röntgenanlage und einem Operationssaal. Aufgrund der besseren Gesundheitsvorsorge kam es ab 1979 zu einem kontinuierlichen Rückgang der Patienten mit Tuberkulose und zur Schließung der Pavillons.

Der Verwaltungsausschuss stimmte 1986 der Umgestaltung der Heilanstalt Alland in ein Rehabilitationszentrum für das Indikationsgebiet „Stoffwechselerkrankungen unter besonderer Berücksichtigung von Diabetes mellitus“ zu und nahm 1992 den Vollbetrieb mit 143 Betten auf. Neben der Indikation Stoffwechsel mit Schwerpunkt Diabetes war zunächst die zweite Indikation noch Bewegung und Stützapparat, daraus wurde dann Adipositas. Seit 2016 haben die Entwicklungen in der Medizin dazu geführt, dass man sich wieder vermehrt dem Typ I Diabetes zugewandt hat.

„Nicht nur wurden die neuen Technologien in die Schulungskonzepte aufgenommen und entsprechende Ausbildungsschritte für Ärzte und Diabetesberater eingeleitet, für jugendliche Typ I Diabetiker wurde ein Spezialturnus ‚FIT 4 LIFE‘ ins Leben gerufen, eine Innovation die meine Erfindung ist und nunmehr ein Alleinstellungsmerkmal des RZ Alland. Gleichzeitig wurde auch die Rauchfreizertifizierung angestrebt, zunächst Bronze, dann 2021 auch Silber“, erklärt Primaria Claudia Francesconi, die ärztliche Leiterin. Das Rehabilitationszentrum Alland ist nunmehr ein inhaltlich hochmodernes Zentrum, das am Puls der aktuellen medizinischen Erkenntnisse arbeitet, im charmanten, manchmal etwas verstaubten historischen Ambiente.

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