Kottingbrunn: Spendenaktion wird zu Rettungsaktion

Erstellt am 10. März 2022 | 05:21
Lesezeit: 2 Min
Kottingbrunner Alexander Haas und zehn freiwillige Helfer brachten zehn Tonnen Hilfsgüter in die Ukraine. Am Rückweg nahmen sie geflüchtete Familie aus Kiew mit nach Österreich.
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 38 Stunden Fahrt, 2.200 Kilometer und einige Checkpoints nahmen Alexander Haas und seine Unterstützer auf sich, um zirka zehn Tonnen Hilfsmittel in die Ukraine zu bringen. Der Kottingbrunner und Kfz-Werkstätteninhaber hat, nach der Nachrichtenflut die auf den ersten Angriffs Russlands auf die Ukraine, beschlossen, den Menschen in der Ukraine zu helfen.

Haas brach am Freitagabend mit Pfarrer Tomo Cubela aus Hirtenberg, Dolmetscherin Mira, zwei seiner Angestellten und acht weiteren Freiwilligen, auf zur ukrainischen Grenze. Der Initiator teilte auf Facebook einen Spendenaufruf, dem so viele Menschen folgten, dass der Platz in den vorgesehenen Fahrzeugen nicht ausreichte und aufgestockt werden musste. Neben der Gemeinde und Pfarre Kottingbrunn beteiligten sich auch weitere Gemeinden (Hirtenberg, Berndorf), Apotheken, Firmen und Vereine an den Spenden. Bürgermeister Christian Macho (ÖVP) ist begeistert: „Es ist eine tolle und wichtige Aktion, es ist bewundernswert, so etwas auf die Beine zu stellen.“

Haas kümmerte sich um die Spenden und die Verladung der Hilfsmittel und Pfarrer Tomo Cubela plante den Weg zur Grenze über Ungarn. Zehn Tonnen Hilfsgüter – Medikamente, Verbandsmaterial, Nahrung, Hygieneartikel und warme Kleidung – wurden in fünf Transportern und vier Anhängern in die Ortschaft Oleshkiv gebracht.

Dort werde alles sortiert und in den Landesnorden gebracht. „Es ist wichtig, die Hilfsgüter nicht an die Grenze zu bringen, sondern sich über die Grenze zu wagen und die Spenden direkt in die Ukraine zu bringen“, erklärt Haas. Am Rückweg nahmen die Helfer eine ukrainische Ärztin mit ihren drei Kindern aus dem Kriegsgebiet mit nach Österreich. „Einheimische brachten die die Familie, welche 200 Kilometer von Oleshkiv entfernt war, zu uns. So konnten wir zumindest zwei Stunden schlafen, bevor wir die Heimreise antraten.“ Den Familienvater mussten sie vorerst in der Ukraine zurücklassen.

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