Keine Soldaten für die Martinek Kaserne. Verteidigungsministerium sah 2016 keine Veranlassung, für Instandhaltungsarbeiten am Martinek-Areal. Man rechne mit Verkauf „2017 oder 2018“.

Von Stefan Jedlicka. Erstellt am 07. Februar 2017 (05:00)
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Das Areal der einstigen Martinek-Kaserne zwischen Vöslauerstraße und Umfahrungsstraße B210 verwildert.
NÖN

Kein Betrieb mehr auf dem Gelände. Kein Käufer. Aber auch kaum noch Investitionen für die Instandhaltung.

Seit 2014 nicht mehr militärisch genutzt

Die Martinek Kaserne verfällt. Und das nun schon seit Jahren. Wartungsarbeiten würden nur noch im Bedarfsfall durchgeführt, antwortete Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) auf eine diesbezügliche Anfrage im Parlament. Im Jahr 2016 habe es überhaupt keine Investitionen gegeben.

Seit 2014 wird das Areal nicht mehr militärisch genutzt. Und das soll auch so bleiben, stellte Doskozil klar. Man sei weiter auf der Suche nach einem Käufer für das mehr als 40.000 Quadratmeter große Areal. Preis: 33,1 Millionen Euro. FPÖ-Nationalrat Christian Hafenecker, Mitglied im Ausschuss für Landesverteidigung, glaubt nicht daran, dass die Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden:

„Für jeden Menschen mit Hausverstand stellt sich die Frage, wer eine Liegenschaft kaufen soll, die seit Jahren dem Verfall preisgegeben ist.“ Sein Vorschlag: die Kaserne soll wieder militärisch genutzt werden. Das haben Badens SPÖ und die Bürgerliste „wir badener“ bereits mehrfach gefordert. Doskozils Antwort ist aber eindeutig: „Nein.“ Er rechne „2017 oder 2018“ mit dem Verkauf des Areals.

Szirucsek über Neuausschreibung nicht informiert

Auch Bürgermeister Stefan Szirucsek (ÖVP) macht sich Sorgen um die Zukunft der Kaserne und hat dem Verteidigungsminister einen Brief geschrieben. Denn er sei über die Neu-Ausschreibung durch das Ministerium (die NÖN berichetete) nicht informiert worden. Fragen seitens der Stadt zum Kaufpreis und dem zugrundeliegenden Gutachten der Finanzprokuratur hätte das Ministerium „nicht zufriedenstellend und schlüssig beantwortet“, so Szirucsek.

Und er verweist erneut auf den Masterplan der Stadt, die als Widmungsbehörde die künftige Nutzung des Grundstückes wesentlich mitbestimmen kann: „Wohnnutzung in deutlich untergeordnetem Ausmaß.“