Baden: Für 80 Prozent Impfquote gibt’s Prämie

Erstellt am 09. Februar 2022 | 05:19
Lesezeit: 4 Min
Drei Projekte stehen als Belohnung zur Auswahl: Wildrosen-Garten, Wasserspiele oder Outdoor-Fitnesspark.
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Anfang des Jahres war sie fast schon einmal erreicht: Mit 79,1 Prozent Impfquote lag die Stadt Baden im Spitzenfeld der Gemeinden im Bezirk und lag nur mit einem Prozentpunkt unter der magischen Grenze von 80 Prozent. Erreicht man diese als Gemeinde, können sich die Kommunen die von der Bundesregierung versprochene Prämie abholen.

Stadtregierung glaubt an Impfmoral der Bürger

Dieses Geld will sich die Stadt Baden auch unbedingt abholen und in Form von drei Projekten, über die die Badenerinnen und Badener entscheiden sollen, wieder der Bevölkerung zurückgeben. Warum die Impfquote jetzt bei 75,3 Prozent liegt, liege daran, „weil jetzt viele Impfzertifikate abgelaufen sind“, erläuterte Bürgermeister Stefan Szirucsek, ÖVP, im Rahmen einer Online-Pressekonferenz.

Doch das Ziel der Stadt ist klar, macht Vizebürgermeisterin Helga Krismer, Grüne, deutlich: „Wir sind in freudiger Erwartung, die 80 Prozent Quote zu überspringen“. Die Voraussetzungen, die Quote zu erfüllen, seien gerade in einer Stadt wie Baden gut. „Wir haben die städtische Impfstraße, bei der die dritte Boosterimpfung genauso unbürokratisch und rasch abgeholt werden kann wie die Erst- oder Zweitimpfung“, betonte Szirucsek. Er will die Badener mit folgenden Projekten motivieren, dazu beizutragen, die Impfquote zu erfüllen:

Wasserspiele in der Innenstadt: Dass Kinder nicht immer zur Freude ihrer Eltern das Wasser rund um die Dreifaltigkeitssäule dazu nutzen, im frischen Nass zu planschen, inspirierte die Stadtregierung dazu, einen „coolen Platz“ in der Innenstadt zu finden, wo es erwünscht ist, im Wasser zu spielen. Angedacht ist der Wasserspielplatz in der Nähe des Leopoldsbades. Während die Eltern und Großeltern gemütlich unter den alten Bäumen einen schattigen Platz zum Verweilen finden, sollen sich die Kleinsten im spritzenden Nass vergnügen und abkühlen können. Den Namen für diesen Wasserplatz sollen Badens Kindergartenkinder im Rahmen eines Wettbewerbs selbst finden.

Geschwind-Rosen im Rosarium im Kurpark: Das zweite Projekt wurde von einem Bürger an die Stadt herangetragen. Jeden Tag ist Erich Unmuth im Rosenkultivarium bei den wilden Rosen neben der B210 und pflegt rare Wildrosenzüchtungen wie die Geschwind-Rosen. Benannt sind diese Wildrosen nach ihrem Züchter Rudolf Geschwind. Forstmeister Rudolf Geschwind, geboren in Hrdle beim böhmischen Kurort Teplitz, heute Teplice in Tschechien.

Nach dem Abschluss seiner Ausbildung an der Bergbau- und Forstakademie in Schemnitz (Banská Štiavnica in der Slowakei) im Jahre 1852 arbeitete Geschwind zuerst als Schreiber im Forstamt von Schemnitz und war dann bis 1867 als Forstmeister an verschiedenen Orten tätig. Zwischen 1860 und 1910 züchtete er vor allem winterharte Rosensorten. Berühmtheit erlangte Geschwind mit seinen „Ungarischen Schlingrosen“ oder „Ungarischen Rankrosen“ auf der Pariser Weltausstellung 1886. Damit das Rosarium die Heimat dieser interessanten Sammlung wird, soll das im Rosarium vorhandene Sortiment erweitert werden.

Outdoor-Fitnessgeräte: Das dritte Projekt fördert die sportliche Betätigung der Badener Bürger. Immer wieder erreichen die Stadt Klagen, es gäbe zu wenig Outdoor-Fitnessgeräte. Ein multifunktionaler Outdoor-Fitnessbereich soll sowohl erfahrenen Sportlerinnen und Sportlern als auch Anfängerinnen und Anfängern die Möglichkeit bieten, Kraftsport an der frischen Luft auszuüben. In einer solchen Fitness-Anlage gibt es neben sogenannten Calisthenics-Geräten (Klimmzugstangen, Barren und Hangelstrecken) auch die Möglichkeit, Fitnessgeräte wie im Fitnesscenter unterzubringen.

Mit diesen Outdoorgeräten können Sportbegeisterte das ganze Jahr - rund um die Uhr und vollkommen kostenlos - ihre Fitness verbessern. Angesprochen werden sollen Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Ein genauer Standort für die Fitnessgeräte wurde nicht genannt. Für Krismer ist klar: „Wir wollen sehen, welches Projekt die größte Lobby hinter sich vereinen kann. Wir wollen, dass alle Bürger der Stadt mitstimmen und etwas von ihrem Wunschprojekt haben.“

Wie viel Geld als Impfprämie in die Stadtkasse fließen wird, lasse sich derzeit noch nicht sagen. Szirucsek rechnet aber mit rund 200.000 Euro. Wenig begeistert von der Projektauswahl zeigt sich die Bürgerliste wir badener, sie vermisst unter den Projekten den Eislaufplatz.

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