Erstellt am 03. September 2012, 00:00

Adensamer kandidiert nicht mehr für Landtag. WAHL 2013 / Badens ÖVP-Abgeordnete Erika Adensamer zieht sich aus der Politik zurück und wird wieder Hauptschullehrerin.

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VON STEFAN JEDLICKA

BADEN / „15 Jahre in der Politik sind genug“. Badens ÖVP-Landtagsabgeordnete Erika Adensamer erspart ihrer Bezirkspartei interne Turbulenzen bei der Erstellung der Kandidatenliste für die Landtagswahl 2013. Denn trotz zweier aktueller Abgeordneter – Adensamer und Josef Balber aus Altenmarkt – hat auch VP-Bezirksobmann Bundesrat Christoph Kainz seine Kandidatur bereits angekündigt. Erika Adensamer zieht sich nun aus diesem Rennen zurück.

„Die Entscheidung ist über ein halbes Jahr gereift“, erzählt sie im Gespräch mit der NÖN: „Es war eine sehr schöne, intensive Zeit, aber ich werde nach dem Auslaufen meines Mandates 2013 wieder als Lehrerin tätig sein und freue mich sehr auf diese Aufgabe“. Adensamer ist Pädagogin für Deutsch und Bildnerische Erziehung an der Hauptschule Teesdorf. Sie bleibt Präsidentin der Interessensvertretung der NÖ Familien, will sich in Zukunft aber auch im Sozialbereich weiter engagieren.

„Ich wurde immer als Sozialromantikerin bezeichnet. Aber mir fehlt – quer durch alle Parteien – nach wir vor das Engagement für Kinder aus sozial schwachen Familien“, beklagt die dreifache Mutter. „Aber nicht, indem wir den Eltern Geld geben, sondern indem wir sie emotional unterstützen, ihnen helfen, eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen, die sie selbst vielleicht nie erfahren haben“. Und Adensamer will dazu die Wirtschaft in die Pflicht nehmen: „Ich würde mir erwarten, dass Großbetriebe und Industrie Geld in das Bildungswesen investieren, weil sie das durch höher qualifizierte Arbeitskräfte später wieder zurückbekommen“. Als „erschütternd“ habe sie die Entwicklung des Wortschatzes vieler Kinder erlebt. „Auch hier sind Bezugspersonen in den ersten Lebensjahren wichtig. PC, Fernseher oder Playstation können das nicht“.

Seit 24. März 2003 ist Erika Adensamer Landtagsabgeordnete der ÖVP, am 26. Juni 2007 übernahm sie nach dem Rücktritt von Bürgermeister August Breininger auch den Chefsessel im Badener Rathaus, den sie nach der Gemeinderatswahl 2010 wieder räumen musste. Sie ist Mitglied im Landesvorstand der ÖVP-Frauen NÖ. Stolz ist sie auf die in ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin erfolgte Neugestaltung des Hauptplatzes und den Kauf des Kaiserhauses – trotz Widerstandes im Aufsichtsrat der Immobilien GmbH. 18 neue Kindergartengruppen entstanden in Baden auf Adensamers Initiative.

„Staska hat ausgezeichneten  Draht zum Land NÖ“

Im Landtag habe sie sich von Anfang an für eine Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen eingesetzt. „Ich bin froh, dass ich meine männlichen Kollegen davon überzeugen konnte“. Durch die Übergabe des Stadttheaters ans Land sei der Fortbestand der Badener Institution gesichert worden, ist Adensamer überzeugt. Enttäuschungen habe sie dennoch erleben müssen: „Vor allem dann, wenn Menschen, die man gefördert hat, einem dann in den Rücken fallen“.

Dass die Stadt Baden nun voraussichtlich keinen Vertreter mehr im NÖ Landtag haben wird, mache ihr keine Sorgen. „Bürgermeister Kurt Staska hat einen exzellenten Draht zum Land“. Die Entscheidung über die Kandidaten für die Wahl 2013 falle zudem erst im Herbst im VP-Bezirksvorstand, betont sie: „Dort Nummer eins sein zu wollen, ist das eine, aber man muss auch einmal gewählt werden!“

Und ganz privat freut sich Erika Adensamer auf die neue Rolle als Großmutter: Sohn Johannes wird Ende des Jahres Vater.