Advent in Baden: Debatte um Strohspielplatz. Drei Badener Mandatarinnen der Opposition fordern das sofortige Aus für den Strohspielplatz des neuen Advents im Park. Ihr Hauptgrund: "Gesundheitsgefährdung für Kinder durch Schimmelpilze." Das Veranstalter-Team von Vision05 sieht aber keine Gefahr.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 10. Dezember 2019 (11:46)
Spielende Kinder auf dem Strohspielplatz des Advents im Park in Baden.
2019psb/dusek

Der Strohspielplatz des Adventmarkts im Kurpark ist die Attraktion für die Kinder. Seit der Eröffnung Ende November tummeln sich dort täglich viele und haben sichtlich viel Spaß. Den Gemeinderätinnen Silvia Dobner, Heidi Hofbauer (beide ohne Fraktion, vormals SPÖ) und Stadträtin Christine Witty (Bürgerliste "wir badener"), Initiatorinnen der Badener Hundeplattform „Pfote mit Note", ist diese Attraktion aber ein Dorn im Auge: „Wer, bitte, kommt auf die geistreiche Idee, im Winter und damit in der feuchten Jahreszeit einen nicht überdachten ´Strohspielplatz´ im Freien zu errichten?", fragen sie sich nach einen Spaziergang und fordern die Schließung aus folgenden Gründen: "1. Kinder sind keine Tiere", "2. Gefahrenquelle für Kinder durch Schnittwunden" und "3. Gesundheitsgefährdung für Kinder durch Schimmelpilze!". Feuchtes Stroh sei "der ideale Herd für Schimmelpilze", meinen sie und stelle "eine Gesundheitsgefährdung für Kinder" dar. 

„Der Strohspielplatz soll daher umgehend geschlossen werden. Diese ´Idee´ hat nichts mit Nachhaltigkeit, sondern mit Gesundheitsgefährdender Unwissenheit zu tun!“, heißt es in einer Aussendung der drei Mandatarinnen.

ÖVP-Bürgermeister Stefan Szirucsek entgegnet, dass der Strohspielplatz "vom TÜV geprüft" sei. Die Veranstalter, die Geschäftsführer Dominik Gschiegl und Nicolas Hold, verweisen darauf, dass das Stroh "immer wieder ausgetauscht und erneuert" werde. "Zusätzlich wird das Stroh täglich mit der Heugabel gewendet, um etwaiger Feuchtigkeit entgegenzuwirken", betonen sie. Außerdem sei das Stroh durch die darin spielenden Kinder regelmäßig in Bewegung.

"Vorwurf nur schwer nachzuvollziehen"

Zum Punkt 1, Kinder seien keine Tiere, entgegen Gschiegl und Hold: "Dieser Vorwurf ist für uns nur schwer nachzuvollziehen. Der Strohspielplatz ermöglicht Kindern, ein naturnahes Spielerlebnis und soweit wir bisher sagen können, kommt dieses Angebot sowohl bei Kindern als auch bei Eltern sehr gut an. Für alle, die nicht direkt auf einem Bauernhof aufgewachsen sind, bietet der Strohspielplatz eine neuartige und positive Erfahrung. Andere erfolgreiche Adventmärkte, wie zum Beispiel der Adventmarkt am Karlsplatz in Wien, setzen schon seit Jahren auf Strohspielplätze und erfreuen sich dabei höchster Beliebtheit."

Und betreffend Punkt 2, Gefahrenquelle für Kinder durch Schnittwunden, erklären sie:
"Sicherheit steht für uns an erster Stelle. So wurde der Strohspielplatz vor Inbetriebnahme durch den TÜV offiziell abgenommen und genehmigt. Das Gefahrenpotenzial bei Stroh bezüglich Schnittwunden sehen wir als sehr gering an und es wurden uns in der Zeit, in der der Strohspielplatz in Betrieb ist, auch keinerlei Vorkommnisse gemeldet."