Wie der Nikolaus heuer Lob im Bezirk Baden ausspricht. Mit Briefen, Video-Botschaften und im Freien wird der Nikolaus die Kinder heuer auch in Zeiten der Corona-Pandemie überraschen.

Von David Steiner. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:12)
Seit 1995 strahlt Gerhard Haasmann als „Weißer Nikolaus“ in kalten Winternächten. Heuer schlüpft er zum Schutze der Gesundheit anderer und seiner eigenen nicht die gewohnte Rolle. Holzinger.Presse
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Die Nikolaus-Tradition wird vielerorts seit Jahrzehnten von den gleichen Vereinen und Personen getragen. Sie halten auch in der Corona-Pandemie daran fest. Zum Schutz der Gesundheit wandelt der Heilige aus Myra heuer aber auch auf neuen Pfaden.

„Eine Jahr wie heuer habe ich bisher noch nie erlebt, aber man muss sich den Gegebenheiten anpassen“, sagt Nikolaus-Darsteller Hans Ecker. Der Badener weiß so gut wie kein Zweiter, wo die braven Kinder in der Stadt zu Hause sind. Seit mehr als fünfzig Jahren schlüpft er rund um den 5. Dezember in die Rolle des Nikolaus und besucht Familien, Kindergärten und Volksschulen. Nach mehr als einem halben Jahrhundert sind viele der Kinder von früher mittlerweile Eltern geworden.

Coronabedingt sei er heuer mehr als „Outdoor-Nikolaus“ unterwegs. In Absprache mit den Eltern werde er im Garten mit Abstand oder durchs Fenster die guten Eigenschaften der Kinder loben und die Naschsackerl vor der Türe ablegen. Auch in einem Kindergarten sei geplant, dass er im Garten erscheint während die Kinder ihn von drinnen beobachten. Allen lege er an Herz, stets hilfsbereit und höflich zu sein. „Zwei Wörtchen sind so wichtig: Das eine Wörtchen heißt ‚Bitte‘, das andere ‚Danke‘“, erklärt Ecker den Kindern immer.

Fotos mit dem Nikolaus in den eigenen vier Wänden, wie dieses Erinnerungsstück, das Hans Ecker der NÖN 2019 zeigte, werden heuer nicht möglich sein.
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Früher habe jedes Kind ein Foto mit dem Nikolaus machen können, das sei heuer nicht möglich. „Das Persönliche bleibt am Weg, aber es werden wieder bessere Jahre kommen“, ist der Badener überzeugt. Seine Rolle als Nikolaus lässt Ecker nicht los. Es geht ihm darum, eine Tradition hochzuhalten, die er noch aus seinen Kindheitstagen kennt.

In Kottingbrunn und Schönau, wo die Pfarren die Nikolaus-Tradition erhalten, konnte man sich für Nikolaus-Besuche anmelden. Pfarrer Walter Reichel rechnet mit weniger Anmeldungen als in den Vorjahren (die Frist endete erst nach Redaktionsschluss). Für gewöhnlich habe es vier, fünf Nikolaus-Gruppen gegeben, um alle Haushalte an einem Abend rechtzeitig zu besuchen, verrät Reichel.

In Heiligenkreuz kommt der Nikolaus heuer per Video-Botschschaft in die Haushalte. „Auch dieses Jahr möchte der Nikolaus wieder Freude in die Augen der Kinder unserer Gemeinde zaubern“, schreibt die ÖVP Heiligenkreuz zu ihrer Idee des „digitalen“ Nikolausbesuchs. In Maria Raisenmarkt erhält der Nikolaus Unterstützung von der Freiwilligen Feuerwehr. Zuvor bei der Kirche hinterlegte Naschsackerl werden den Kindern mit einem Feuerwehrauto gebracht.

Auch die Pfadfindergruppe Leobersdorf hat sich heuer Gedanken darüber gemacht, wie ihre Ranger und Rover die Nikolaus-Aktion unter Berücksichtigung der geltenden Bestimmungen organisieren können. „Bei uns wird der Nikolaus von Haus zu Haus ziehen und kontaktlos persönliche Briefe mit Lob und Tadel verteilen. Beim Überbringen wird er kurz innehalten. So kann er von den Kindern gesehen werden und einen Gruß aus der Ferne überbringen“, erklärt Gruppenleiter Bernhard Hitzenhammer. Der Krampus macht in Leobersdorf heuer Pause.

Mancherorts wird die Nikolaus-Aktion heuer aber auch aus Sicherheitsgründen entfallen. „Wir bleim dahoam. Wir haben beschlossen, dass wir 2020 keine Hausbesuche durchführen werden. Ich kann als Obmann einfach nicht die Verantwortung übernehmen, dass wir eventuell jemanden anstecken oder angesteckt werden“, sagt Gerhard Haasmann von den Teesdorfer Rauhnachtsfürsten.

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