AK Baden: An Seite der Arbeitnehmer

Erstellt am 16. März 2022 | 05:14
Lesezeit: 3 Min
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Horst Pammer und Danja Wanner präsentierten die Bilanz der AK-Zweigstelle Baden.
Foto: AK
1,7 Millionen für Arbeitnehmer aus der Region gesichert. 7.785 Menschen in Problemfällen beraten.
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Auf Basis einer 25 Stunden-Woche und einer mündlich vereinbarten einmonatigen Probezeit tritt eine 57-Jährige ihren Job als Kassiererin in einer Niederlassung einer Handelskette an. Knapp drei Monate später geht sie in den Krankenstand und erhält kurz darauf die schriftliche Kündigung samt Dienstvertrag per Post zugestellt.

Weil die Gekündigte auf dem Dienstvertrag erstmals über eine Befristung des Arbeitsverhältnisses erfährt, wendet sie sich an die AK-Bezirksstelle in Baden. Bei Überprüfung der Unterlagen stellen sich eine Reihe an Ungereimtheiten heraus. Das Arbeitsverhältnis startete demnach einen Tag später, als es die persönlichen Aufzeichnungen der Kassiererin dokumentieren.

Auch das Datum der Abmeldung bei der Gesundheitskasse passt mit der angeblich vereinbarten Befristung und dem Zeitpunkt der Mitteilung über die Kündigung nicht zusammen. Da sich der Dienstgeber gegen die berechnete Nachzahlung mit widersprüchlichen Argumenten wehrt, leitet das Rechtsschutzbüro der AK Niederösterreich Klage beim Arbeits- und Sozialgericht ein. Dieses gibt der gekündigten Dienstnehmerin in allen Punkten recht. Für den Arbeitgeber wurde die Angelegenheit noch recht teuer.

„Das vergangene Jahr hat einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig wir als regionale Anlaufstelle sind.“

Dank der persönlichen Arbeitsaufzeichnung der Klägerin mussten die nicht berücksichtigten Arbeitstage nachbezahlt werden, ebenso die durch die Kündigungsfrist fällig gewordene Entschädigung inklusive offener Sonderzahlungen. „Zusätzlich zum offenen Gesamtanspruch in Höhe von 3.761 Euro brutto musste der Arbeitgeber auch die Kosten des von uns zur Verfügung gestellten Anwalts übernehmen, berichtet die Badener AK-Bezirksstellenleiterin Danja Wanner. 2021 stand ganz im Zeichen der Corona-Krise. „Fast 20.000 Menschen haben vergangenes Jahr mit uns Kontakt aufgenommen“, erzählt Wanner. „Manchmal ging es nur um rasche Auskünfte zu Kurzarbeit, einvernehmlicher Lösung, Kündigung, Quarantänebestimmungen, Homeoffice und Freistellung wegen Kinderbetreuung, schildert sie.

In 7.785 Fällen benötigten die Menschen hingegen weiterführende Beratung und die Unterstützung der AK-Expertinnen und -Experten. „Das vergangene Jahr hat einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig wir als regionale Anlaufstelle sind, zieht Wanner Bilanz. Der Vizepräsident der AK Niederösterreich, Horst Pammer, fügt hinzu: „152.897 Beschäftigte haben im Lauf des vergangenen Jahres die arbeits- und sozialrechtliche Beratung der AK Niederosterreich in Anspruch genommen.“ Am häufigsten wandten sich Arbeitnehmerinnen an die AK, um ihren Lohn oder ihr Gehalt überprüfen zu lassen, gefolgt von Problemen beim Ende des Arbeitsverhältnisses oder Fragen zur Karenz.

„Für mehr als 7.000 Arbeitnehmer mussten wir aber ausstehende Löhne und Gehalter beim Arbeitgeber einfordern oder diese für sie vor Gericht einklagen beziehungsweise ihre Ansprüche nach einer Insolvenz sichern. Inkludiert sind hier auch unsere sozialrechtlichen Vertretungen, also etwa, wenn wir schwer kranken Arbeitnehmerinnen helfen, zu einer Invaliditäts- oder Berufsunfahigkeitspension zu kommen.“

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