Alland

Erstellt am 10. Juli 2018, 04:30

von Stephanie Pirkfellner

Wirbel um Asyl-Verlegung. Asylwerber aus Mödling werden umverteilt. Auch in das „Schulzheim“ das jedoch bald geschlossen werden sollte...

Peter Gerstner vor dem umstrittenen „Schulzheim“: „Tut mir leid, dass der Bezirk belastet wird.“  |  NOEN

Seit dem großen Flüchtlingsstrom im Jahr 2015 waren im Helenentaler Franz-Schulz-Haus bis zu 160, meist asylsuchende junge Männer, untergebracht. Im heurigen März lebten noch an die 70 Menschen im Haus. Organisator „SLC-Asylcare“ und der Kriegsopferverband, als Hausbesitzer, erklärten gegenüber der NÖN, dass der Vertrag Mitte des Jahres auslaufe und nicht verlängert werde. Danach soll das Areal verkauft werden.

Areal soll verkauft werden

Derzeit werden jedoch laufend Asylwerber aus der Unterkunft St. Gabriel (Maria Enzersdorf, Bezirk Mödling) nach Alland verlegt, was angesichts der beabsichtigten Schließung des Heimes Ende Juni nicht sinnvoll erscheint.

Bei der letzten Gemeinderatssitzung beschlossen alle Fraktionen einstimmig eine Resolution, welche die Abteilung „IVZ 2“ in St. Pölten, Büro Waldhäusl auffordert, die Betreuungslage im sogenannten „Schulzheim“ sorgfältig und regelmäßig zu überwachen und dem Allander Gemeinderat darüber zu berichten. Doch die Reaktion blieb überschaubar.

FP-Nationalratsabgeordneter Peter Gerstner erklärte nun auf nachdrückliche Anfrage der NÖN und nach Rücksprache mit FP-Landesrat Gottfried Waldhäusl: „In St. Gabriel waren die Bedingungen für die untergebrachten Flüchtlinge einfach unmenschlich. Zu viele Menschen auf kleinem Raum und Familien sowie psychisch und physisch Kranke wild durcheinander. Gottfried Waldhäusl musste daher etwas zur Entspannung unternehmen und verteilte die Flüchtlinge auf andere Unterkünfte.“ Deshalb wurden etwa 35 Personen in das Schulzheim verlegt, unter denen sich jedoch keine psychisch Kranken befinden.

„Erbe Faymanns muss abgearbeitet werden“

Gottfried Waldhäusl habe ganz bewusst diese Aktion gestartet, denn es gelte „Faymanns Erbe aus 2015“, so Gerstner, aufzuarbeiten und das Flüchtlingsproblem nachhaltig zu lösen.

Wie Gerstner vom Büro Waldhäusl erfuhr, soll im Schulzheim ein neues Sicherheitskonzept erprobt werden. Wenn sich dieses bewähre, solle es auch auf andere Unterkünfte ausgeweitet werden. Wann die Unterkunft im Helenental nun wirklich geschlossen werde, obliege nicht dem Landesbüro. Dies sei ein Vertrag zwischen Vermieter und Mieter. „Das Ganze ist ja auch ein lukratives Geschäft auf Kosten der Steuerzahler“, so Gerstner. „Mir tut es leid, dass unser Bezirk jetzt noch zusätzlich belastet wird.“

Dazu Gemeinderat Klaus Perl (SPÖ-UBA): „Wollen Landesrat Waldhäusl und die FPÖ Problemlösungskompetenz beweisen, indem sie die Asylunterkunft St. Gabriel schließen und das Problem nach Alland schieben? Das ist absolut letztklassiger Populismus.“

Ludwig Köck sieht keine Probleme mit der Unterbringung von Asylwerbern.  |  NOEN, Stephanie Pirkfellner

Allands VP-Ortschef Ludwig Köck zeigt sich indes enttäuscht über diesen Aufruhr: „Zweieinhalb Jahre lang gab es keine Probleme mit der Unterbringung der Asylwerber. Jetzt, da das Heim bald geschlossen wird, versucht der politische Mitbewerb politisches Kleingeld daraus zu schlagen. Es gab stets ein gutes Einvernehmen mit den Anrainern des Hauses und die Bevölkerung hatte überhaupt keine Nachteile.“