Wirbel um Lkw-Stellplatz. Der neue A21-Rastplatz für die Brummis lässt im Allander Gemeinderat die Wogen hochgehen. Erwin Dollensky fordert sogar das Aus für Prädikat „Biosphärenparkgemeinde“.

Von Stephanie Pirkfellner. Erstellt am 19. Juli 2019 (14:09)
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Gemeinderat Erwin Dollensky (Liste Alland) wird bei der nächsten Gemeinderatssitzung beantragen, dass die Gemeinde das Prädikat „Biosphärenparkgemeinde“ zurücklegt.

NOEN
Erwin Dollensky ärgert sich über den neuen Lkw-Rastplatz.

Dazu Dollensky: „Das Prädikat widerspricht Entwicklungen in unserer Gemeinde, die nicht die Gemeindegremien zu verantworten haben.“

NOEN, Stephanie Pirkfellner
Ludwig Köck sieht die Sache nicht so dramatisch, während für...

Schon das Logo mit dem Slogan „Es liegt in unserer Hand“ sei „eine Lüge“, wie Dollensky zuletzt immer öfter feststellte. Es läge nämlich nicht in der Hand der lokalen Gemeinde, welch „fragwürdige Projekte“, unterstützt von der niederösterreichischen Landesregierung, im Gemeindegebiet umgesetzt werden würden.

NOEN
...Klaus Perl der Biosphärenpark schon immer „ein Schmäh“ war.

„Als Gemeinde wird man sogar vom Land über den wahren Projektcharakter getäuscht“, beklagt Dollensky. Medienwirksamen Auftritte mit der Erzählung vom „Grünen Ring“ um Wien seien „ein reines Ablenkungsmanöver“, während die Landesregierung „neue, hektargroße Lkw-Parkplätze“ im Wienerwald errichten ließe.

„Den Wienerwaldgemeinden wurden vom Land enge Siedlungsgrenzen auferlegt. Bei Landes-und Bundesprojekten im Wienerwald spielt das Zu-Asphaltieren von einigen Hektar aber keine Rolle. Das Prädikat Biosphärenparkgemeinde war uns dabei keine Hilfe. Jetzt liegt es einzig und allein in der Hand der niederösterreichischen Landesregierung. Wir sind raus“, ärgert sich der Gemeinderat.

Dazu sagt Andreas Weiß, der neue Direktor des Biosphärenparks Wienerwald: „Die Idee eines Biosphärenparkes ist ein Miteinander von Umwelt, Wirtschaft und sozialen Aspekten der Nachhaltigkeit, was nicht immer einfach ist.“

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Andreas Weiß, der neue Direktor des Biosphärenparks Wienerwald.

Um in der Fläche einen ökologischen Ausgleich sicherzustellen, gäbe es daher Kernzonen als Naturschutzgebiete sowie Pflegezonen, in denen die Bebauung hintangehalten werden soll. „Bei den relevanten Flächen handelt es sich um keine dieser Pflegezonen. Zudem waren diese bereits vorher bebaut. Mit der neuen Pflegezonenverordnung konnten im Nahbereich der bisherigen Lkw- und Autobahnraststätte sogar zusätzliche Pflegezonen geschaffen werden.“

Köck: „Ausreichende Parkplätze sind nötig“

VP-Bürgermeister Ludwig Köck sieht die Sache ebenfalls nicht so dramatisch: „Die Wirtschaft floriert und das bedeutet auch Lkw-Verkehr. Um für die Sicherheit zu sorgen, benötigt man einen Anhalte- und Sondertransport-Überprüfungsplatz. Aber auch ausreichende Parkplätze sind nötig, damit die Fahrer die vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten können.“

Für diese Plätze seien bereits zuvor versiegelte Flächen einer sinnvollen Nutzung zugeführt worden „und es wurden keine neuen Grünflächen asphaltiert.“

Und Gemeinderat Klaus Perl (SPÖ/UBA) sagt zu diesem Thema: „Die Lkw von der Autobahn wegzubekommen ist nicht realistisch. Umso wichtiger ist ein umfassender Lärmschutz für Alland. Die ganze Biosphärenpark-Geschichte war für mich schon immer ein PR-Schmäh. Umso wichtiger ist daher unser laufender Einsatz für ein sanftes Wachstum der eigenen Gemeinde.“