Angst vor Amoklauf wegen Bibelzitat. Gymnasium Frauengasse | Zitat des Apostels Matthäus auf Facebook-Seite sorgte bei Schülern und Eltern in Baden für Aufregung.

Von Stefan Jedlicka. Erstellt am 16. Juni 2014 (12:18)
NOEN, APA
Es war ein Bibelzitat, das am Wochenende für große Aufregung unter den Schülern und deren Eltern im Badener Gymnasium Frauengasse sorgte. Ein Schüler der Oberstufe hatte auf seiner Facebook-Seite einen Satz des Apostels Matthäus gepostet: „Verbrenne das Unkraut, trage das Getreide in die Scheune!“

Nachdem bekannt war, dass der Schüler bereits Schwierigkeiten mit einigen Professoren gehabt hatte und auffällig geworden war, wurde dieser Eintrag als Drohung aufgefasst. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich das Gerücht, ein Amoklauf wäre angekündigt. Noch am Samstag verständigte die Direktion die Polizei.

Schüler war über die Reaktion erstaunt

„Wir nehmen solche Drohungen, wenn es sich auch hier um eine Interpretationssache handelt, sehr ernst“, sagte ein Ermittler. Die Polizei ergriff daher Vorkehrungen, um eine Gefährdung der Schüler abzuwenden. Doch schon bald war klar, dass der Schüler nie einen Amoklauf geplant hatte.

Eine Hausdurchsuchung wurde durchgeführt. Als Polizisten vor seiner Wohnungstür standen, war der Jugendliche sehr überrascht. Es wurde auch keine Waffe bei ihm gefunden. Dass er das Bibelzitat ins Internet gestellt habe, gab er zu, er habe sich dabei aber nichts gedacht.

Der Schüler ist unbescholten. Auch Kristina Weiss, Obfrau des Elternvereins, beruhigt: „Es hat nie eine Bedrohung für Schüler oder Lehrer gegeben. Die Exekutive kam zu der Einschätzung, dass kein Bedrohungszustand bestünde.“ So ging der Unterricht am Dienstag normal weiter.

Lesen Sie auf Seite 2: Die erste Meldung zum Fall auf NÖN.at

Aufregung um geplanten Amoklauf

Für Aufregung hat seit Samstag ein angeblich geplanter Amoklauf an einer Badener Schule gesorgt.

Der Verdacht, der von einem sozialen Netzwerk seinen Ausgang genommen hatte, habe sich nicht erhärtet, sagte Johann Baumschlager von der Landespolizeidirektion NÖ am Montag auf Anfrage. Viele Schüler seien dem Unterricht an dem Gymnasium ferngeblieben, berichtete der ORF NÖ.

Nach der am Samstag seitens der Schulleitung erstatteten Anzeige sei auch jener Bursche einvernommen worden, der im Verdacht stand. Er habe sich dahin gehend verantwortet, nie an eine Amoktat gedacht und diesbezüglich auch nichts niedergeschrieben zu haben. Das Zitat, das derart interpretiert worden sei, gebe es schon längere Zeit. Die Polizei hielt sich zu Details ebenso wie zu jenen Maßnahmen bedeckt, die vorsorglich getroffen worden waren.

Baumschlager warnte jedoch vor Nachahmungstätern. Unüberlegte Aussagen in sozialen Netzwerken wie Facebook etc., die Polizeieinsätze auslösen, könnten im schlimmsten Fall den beruflichen Werdegang beeinträchtigen, erinnerte der Sprecher eindringlich.