E-Logistik-Zentrum in Oeynhausen: Bau ist vorerst eingestellt

Erstellt am 21. Januar 2022 | 05:57
Lesezeit: 3 Min
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Einsam und verlassen thront der Bagger auf einem Erdhügel. DLH hofft, die Bauarbeiten so rasch als möglich fortsetzen zu können.
Foto: JJ
Anrainer-Beschwerde bei Volksanwaltschaft hat Baustopp zur Folge.
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Emsig gebaut im Auftrag der Firma DLH wurde in Traiskirchens Stadtteil Oeynhausen an der B17 neben der Firma ABO am neuen E-Logistikzentrum. Doch plötzlich sind keine Bauaktivitäten mehr zu erkennen. Die riesige Baustelle wirkt leer und verlassen.

Der Grund: Anrainer hatten sich mit ihren Sorgen und Bedenken hinsichtlich des Logistikzentrums an die Volksanwaltschaft gewandt. Für die Anrainer war es immer unverständlich, dass sie vor Baubeginn zu keiner Bauverhandlung eingeladen wurden. Mit dem Fall befasst ist Volksanwalt Walter Rosenkranz. Er nennt als Grund für den Baustopp, „dass bis heute keine gewerberechtliche Bewilligung vorliegt. Diese ist notwendig, um einen Betrieb wie eben ein Logistikzentrum auch errichten zu dürfen“, erläutert der Volksanwalt.

Volksanwaltschaft prüft Vorgehen der Behörde

Zuständig für die Abwicklung des gewerberechtlichen Verfahrens ist die Bezirkshauptmannschaft Baden. Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner will keine Stellungnahme abgeben und verweist darauf, dass es sich um ein laufendes Verfahren handle.

Rosenkranz fügt erklärend hinzu: „Wir als Volksanwaltschaft prüfen, ob die Behörde richtig gehandelt hat. Es geht um Bereiche wie den Arbeitnehmerschutz, das muss passen, sonst haben wir Firmen wie in Fernost bei uns in Österreich stehen.“ Bis die Gewerberechtliche Bewilligung vorliegt, ist der Bau jedenfalls eingestellt. Einen Bau wie in Fernost will DLH-Geschäftsführer Christian Vogt jedenfalls nicht. Er verweist auf die in Niederösterreich gängige Praxis, nach dem positiven Baubescheid mit der Errichtung der Betriebsstätte zu beginnen.

Er hält fest: „Die Stadtgemeinde Traiskirchen hat uns den Baubescheid im Oktober letzten Jahres ausgestellt. Wir haben immer vorgehabt, alle gewerberechtlichen Auflagen, die laut den Sachverständigen der Bezirkshauptmannschaft für die Errichtung des Logistikzentrums notwendig sind, zu erfüllen. Natürlich auch gerade dann, wenn es um die Sicherheit der Arbeitnehmer oder Verkehrs- und Lärmthemen geht.“ Jetzt seien die Sachverständigen am Zug.

„Wir warten jetzt die Feststellungen der Sachverständigen ab, zu denen wir dann unsere Gutachten abgeben. Wir hoffen, dass diese in den nächsten zwei Wochen vorliegen, damit wir alle Punkte in Ruhe abarbeiten können.“ Eines ist für Vogt auch klar: „Wir wollen mit unseren Nachbarn ein gutes Einvernehmen haben. Das halten wir bei allen unseren Projekten so.“

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