Oyenhausner Inthaler: „Will nachts wieder schlafen können“

Aktualisiert am 10. Februar 2022 | 05:10
Lesezeit: 4 Min
Joachim Inthaler kämpft in der Badener Haidhofsiedlung gegen surrende Kühlaggregate von Lkw in Oeynhausner Gewerbestraße.
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Die Badener Haidhofsiedlung ist eigentlich rund 300 Meter Luftlinie von der Gewerbestraße im Gewerbegebiet von Oeynhausen entfernt.

Hier befindet sich auch die Spedition Nagel. Das Brummen der Kühlaggregate, wenn die Lkw der auf Frischware spezialisierten Firma außerhalb des Firmengeländes parken, hören Inthaler und seine Frau trotzdem. „Vor allem in der Nacht ist dieses komische Geräusch zu hören, gerade am Wochenende. Die Lkw-Fahrer parken aus Platzgründen nicht am Firmenareal, sondern in der ganzen Gewerbestraße. Damit die Ware nicht verdirbt, lassen sie die mit Diesel betriebenen Kühlaggregate auch am Wochenende einfach laufen.“

„Ich will nachts wieder schlafen können.“

Gebracht haben ihm seine jahrelangen Beschwerden wegen der parkenden Lkw und der surrenden Kühlaggregate bis jetzt nichts. „Ich kämpfe eigentlich gegen Windmühlen“, sagt Inthaler. „Ich habe das Gefühl, überall nur als Querulant wahrgenommen zu werden, man wird im Kreis geschickt und bekommt keine wirklichen Auskünfte“. Was er will, ist einfach: „Ich will nachts wieder schlafen können.“

Seit 2016 setzt sich Inthaler dafür ein, dass in der gesamten Gewerbestraße ein Halte- und Parkverbot verordnet wird. Die Bezirkshauptmannschaft fühle sich für die Gewerbestraße nicht zuständig, weil diese eine Gemeindestraße ist.

„Die ASFINAG hat speziell für die Lkw-Fahrer auf der Südautobahn eigene Lkw-Parkplätze eingerichtet. Aber es ist natürlich für die Fahrer praktischer, direkt in der Gewerbestraße zu parken“, meint Inthaler, der die Schuld aber nicht bei den Frächtern suchen will, „weil ich weiß, dass deren Situation nicht einfach ist.“ Die Bezirkshauptmannschaft hätte seiner Meinung nach ein neues gewerberechtliches Verfahren durchführen müssen, weil die Spedition ständig den Betrieb erweitert habe.

Auch die Stadt Traiskirchen nimmt Inthaler in die Pflicht. Diese müsse die Exekutive zumindest öfter dazu anhalten, die ortspolizeiliche Verordnung, „die auf verschwindend kleinen Tafeln kundgetan ist“ sowie das Halte- und Parkverbot, das aber nur vor der Firma Graniit besteht, zu kontrollieren.

Säumnisbeschwerde an Verwaltungsgericht

Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner will zu dem Fall nichts sagen, „weil der beim Verwaltungsgericht liegt“, lautet die knappe Auskunft der Behörde. Inthaler erläutert: „Eine Entscheidung hinsichtlich etwaiger Auflagen betreffend die Betriebsanlage der Nagel Austria GmbH wurde bis heute nicht getroffen. Deshalb habe ich über meinen Anwalt eine Säumnisbeschwerde eingebracht, die Drei-Monatsfrist ist abgelaufen, deshalb wurde der Akt schon vor geraumer Zeit an das Verwaltungsgericht übermittelt. Immerhin warte ich seit dem Jahr 2016 auf eine Entscheidung.“

„Die Anrainer haben gewusst, dass das Gewerbegebiet an sieben Tagen die Woche in Bewegung ist. “ Franz Gartner

Franz Gartner, Vizebürgermeister und Baustadtrat der Stadt Traiskirchen, SPÖ, sieht in der Gewerbestraße keinen Handlungsbedarf. „Die Anrainer haben gewusst, dass das Gewerbegebiet an sieben Tagen die Woche in Bewegung ist. Aus meiner Sicht ist es nicht möglich, auf der ganzen Gewerbestraße ein Halte- und Parkverbot zu verordnen. Außerdem ist Herr Inthalter über 300 Meter von der Gewerbestraße entfernt. Aber ob Dieselbetrieben oder nicht: Die Kühlaggregate schalten sich nach einer gewissen Zeit von selbst ein, sonst verdirbt ja die Ware.“

Bezirkspolizeikommandant Hannes Jantschy sagt: „Natürlich halten wir auch im Gewerbegebiet so wie im ganzen Stadtgebiet routinemäßig Nachschau, ob Halte- und Parkverbote eingehalten werden. So waren wir auch am vergangenen Wochenende unterwegs, hatten aber nichts zu beanstanden.“

Von der Nagel Group war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten.

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