Baden: Grüner Kampf gegen Asphaltwüsten

Erstellt am 17. August 2022 | 05:32
Lesezeit: 4 Min
NÖ Gesetze sollen laut Helga Krismer an die Klimakrise angepasst werden.
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Die Parkplätze rund um die Handelsriesen in Baden werden im Sommer zu glühenden, die Gesundheit schädigenden Hitzepolen mit an die 50 Grad Celsius. Nun ist der Unmut der Bürgerinnen und Bürger groß geworden, was sich auch in den sozialen Netzwerken zeigt. Die Grüne Vizebürgermeisterin Helga Krismer ist auf social media darauf aufmerksam geworden und startet eine kämpferische Initiative für ein neues Ökokonzept und die Anpassung der niederösterreichischen Gesetze an die Klimakrise.

Dadurch soll dem Alleingang der Handelsriesen der Riegel vorgeschoben werden. „Alle Einrichtungen, von Billa plus über Spar bis zu Lidl, Penny-Markt und Hofer, betreiben Öko-PR, leisten in Eigenverantwortung jedoch nichts. Diese Show der verfälschten Öffentlichkeitsarbeit fliegt gerade auf“, erklärt Krismer. Die Kommunalpolitikerin hat in einer Umweltschutz-Aktion vor dem Penny-Markt bereits einen Baum gerettet. Dieser grüne Weg wird nun fortgesetzt. Ziel ist es mit an die Klimakrise und Hitze angepassten Gesetzen nicht nur neue gewerbliche Parkplätze in Kooperationen mit den Supermärkten zu gestalten, sondern auch die Entsiegelung und Begrünung vorhandener Bauten zu realisieren.

Parkplätze außerhalb der Öffnungszeiten vermieten?

Eines der Konzepte ist, dass Spar und Co ihre Parkplätze außerhalb der Öffnungszeiten und über Nacht vermieten sowie Lademöglichkeiten für Elektroautos schaffen. Um die Hitzepole in der Stadt etwa rund um den neu renovierten Penny-Markt, das Fachmarktzentrum Dammgasse sowie bei Spar in der Vöslauerstraße zu entschärfen – sie scheinen online auf www.map.vcoe/hitze auf – sollen die versiegelten Flächen auf der Basis neuer Gesetze nachgerüstet werden. „Als Kommunalpolitikerin überlege ich intensiv, was wir im Konkreten machen können, um die niederösterreichischen Gesetze anzupassen. Das Raumordnungsgesetz ist das Grundgerüst. Dann kommen die Bauordnung und die Bautechnikverordnung.“

Photovoltaik soll immer größere Rolle spielen

Das Ziel sei eine effizientere Kontrolle der Grünanlagen sowie der Bauqualität der Supermärkte und ein Ende ihrer vielen Ausreden in Haftungsfragen. Derzeit ist die Gemeinde noch von der Freiwilligkeit der Handelseinrichtungen abhängig, in welcher Form diese ihre Parkplätze gestalten. Dieser Status quo soll mit vereinten Kräften nachhaltig verändert werden. Geht es nach den Grünen, wird die Photovoltaik eine immer größer werdende Rolle spielen. Das nächste Ziel: mit smarten Stromlandschaften und der Einmietung von Elektroautos sowie der Etablierung von Photovoltaik-Dächern einen ökologischen Mehrwert zu schaffen. Die Bezirkshauptmannschaft als zuständige Gewerbebehörde kann aufgrund des Bundesgesetzes noch das Wasserrecht mitgestalten. Im Rathaus wird überdies aktuell intensiv daran gearbeitet, Wege zu finden wie die Stadt weitere Versiegelungen hintanhalten kann und zudem Bodenflächen für einige Jahre davor geschützt werden können.

Stellungnahme von REWE

Die Rewe Group erklärt in einem Statement zur aktuellen Debatte um die gesundheits- und umweltschädigenden Hitzepole auf den Parkplätzen rund um die Supermarkt-Handelsriesen, dass das Unternehmen sich dessen durchaus bewusst sei, dass das Thema Flächenverbrauch zunehmend eine Herausforderung werde. Für die Rewe Gruppe stehe de facto der Grundsatz einer qualitativen Expansion im Mittelpunkt. Das bedeute die Modernisierung und auch den Neubau auf dem aktuellsten Stand der Technik – in Bezug auf die Dämmung, Solarpaneele, Beheizung der Filialen durch Abwärme der Kühlgeräte, neue Kühlgeräte mit Glastüren einerseits. Andererseits sei damit die Schaffung von zusätzlichen Nutzen für die Bevölkerung vorgesehen. Etwa die Überbauung mit Wohnungen, Büros, Kindergärten, Ärztezentren. Auch die Etablierung von E-Ladestationen ist laut REWE  in Planung. Jedoch: Die Frage, inwieweit dies im Einzelfall umsetzbar ist, richtet sich nach den Begebenheiten vor Ort, wird individuell begutachtet und kann auch in dem Entschluss resultieren, dass ein Standortwechsel nachhaltiger und sinnvoller ist.

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