Neue Second Hand Boutique in Traiskirchen: Was zählt, ist der Schmäh

Erstellt am 07. Dezember 2022 | 05:19
Lesezeit: 3 Min
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Ob Gesellschaftsspiele oder Spielsachen – Lukas hilft im AR.SOS Traiskirchen mit Rat und Tat, um das richtige Weihnachtsgeschenk zu finden.
Foto: JJ
Auf der Wiener Neustädter Straße 10 kann ab sofort im AR.SOS eingekauft werden.
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Mitten im Ortszentrum hat ein Second Hand Shop von SOS-Kinderdorf eröffnet. Am Dienstag, 6. Dezember erfolgte die offizielle Eröffnung mit Bürgermeister Andreas Babler, SPÖ, und SOS-Kinderdorfleiter Gerhard Haller.

Lukas, der bereits im ARSOS in Guntramsdorf Erfahrung im Verkauf gesammelt hat, erzählt, was er an seiner Arbeit im AR.SOS schätzt.

NÖN: Wie bist du zu AR.SOS gekommen und wie lange arbeitest du schon hier?

Lukas: Im AR.SOS bin ich mit 14, 15 Jahren gelandet, weil ich auf der Suche nach einer Lehre war. Eigentlich wollte ich Komödiant werden oder im Verkauf tätig sein. Ich habe auch kurzfristig in einem Lebensmittel-Supermarkt gearbeitet, aber das hat nicht funktioniert, vor allem wegen der Kollegen. So bin ich wieder zurück zum Second Hand-Verkauf bei AR.SOS. Ich finde das Verkaufen ganz toll und freue mich, jetzt hier im ganz neuen Geschäft in Traiskirchen zu arbeiten.

Du hast ja schon im Verkauf in Guntramsdorf Erfahrung gesammelt und lebst in einer Wohngemeinschaft in Guntramsdorf. Was war genau deine Tätigkeit?

Lukas: Ich habe über die App Momox vor allem Bücher verkauft. Wir haben sehr viele Bücher gespendet bekommen, da war es gut, auf diesem Wege für Umsatz zu sorgen. Die App zeigt dir an, welche Bücher genau gesucht werden. Ich habe dann bei unseren Büchern geschaut, ob wir etwas Passendes dabei haben. Das ist eine gute Art, um Bücher loszuwerden, die man nicht mehr braucht.

Wie viele Leute arbeiten hier in Traiskirchen?

Lukas: Ich und meine Chefin Nena, die eigentlich Snezana, Schneewittchen, heißt. Also sie ist das Schneewittchen und ich bin ihre sieben Zwerge. Insgesamt sind wir vier Jugendliche, die im AR.SOS arbeiten, wir switchen zwischen Guntramsdorf und Traiskirchen hin- und her.

Hast du eine bestimmte Verkaufstaktik? Da kommt dir dein Schmäh sicher zugute, oder?

Lukas: Ich liebe den Kontakt mit den Kunden, ich mag es, Menschen kennenzulernen und zu schauen, wie die drauf sind. Haben sie gute Laune oder schlechte Laune? Was brauchen sie, was suchen sie? Bei uns zählt der Preis, der angeschrieben ist, auf Verhandlungen lasse ich mich nicht ein. Wir haben wirklich hochwertige Kleidung und Schuhe, Spielsachen, Spiele und vieles mehr. Alles ist in einem Top-Zustand uns sehr gepflegt. Da ist der Preis mehr als gerechtfertigt.

Und du bist hier ganz normal angestellt?

Lukas: Ja, ich bekomme ein ganz normales Gehalt. Es ist wie in einem ganz normalen Geschäft, nur, dass ich nettere Kollegen habe.

Gibt es etwas, was dich ärgert?

Lukas: Mich ärgert, dass unter der letzten blau/schwarzen Regierung die Förderung für Arbeitsmarktprojekte wie unseres gestrichen wurde. Das heißt, das AMS hat kein Geld mehr, um uns zu fördern. Das ärgert mich total. Wenn wir mehr Geld hätten, könnten wir auch mehr Leute beschäftigen.

Hast du einen besonderen Berufswunsch, den du unbedingt verwirklichen möchtest?

Lukas: Also unbedingt den Wunsch von hier wegzukommen habe ich nicht. Aber es wäre schon geil, wenn ich mal vor der Kamera stehen könnte oder in einem anderen Geschäft verkaufen dürfte – mit meinem Humor, versteht sich.

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