Baden: Über sechs Millionen Euro für Beschäftigte. Danja Wanner, Bezirksstellenleiterin der AK, sorgte mit ihrem Team dafür, dass Menschen Geld bekommen, das ihnen zusteht.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 18. Februar 2021 (04:34)
Danja Wanner hat gemeinsam mit ihren Mitarbeitern über sechs Millionen Euro für die Arbeitnehmer zurückgeholt.
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Wie es den Arbeitnehmern in der Pandemie geht, vor allem an ihren Arbeitsplätzen, weiß Danja Wanner aus erster Hand.

Ein Beispiel, das ihr prägend im Gedächtnis geblieben ist, ist jenes einer Heimhilfe, die in einem privaten Pflegeheim arbeitete. Wanner erzählt: „Mit dem Corona-Virus wurden die ohnehin strengen Hygienevorschriften noch verschärft. Die Maskenpflicht wurde für die Belegschaft zum Usus. Da der Mund-Nasenschutz bei der teils körperlich anstrengenden Arbeit eine zusätzliche Belastung darstellt, nutzte die Heimhilfe die wenigen Gelegenheiten, auf den Balkon zu gehen und dort die Maske abzunehmen, um an der frischen Luft durchzuatmen. Völlig überraschend erhielt die Frau eines Tages einen Anruf der Regionalleiterin des Pflegeheims, konfrontierte sie mit dem Vorwurf, sich nicht an die Maskenpflicht zu halten und sprach der verdutzten Heimhilfe die Entlassung aus.“

Auf alle Fragen gibt es eine Antwort

Die Heimhelferin wandte sich an die AK-Bezirksstelle in Baden, die beim Arbeitgeber intervenierte. Dieser hatte der entlassenen Frau nicht einmal die Chance gewährt, zu dem Falle eine Stellungnahme abzugeben. Pochte die Heimleitung gegenüber der AK zunächst noch auf die Rechtmäßigkeit der Entlassung, lenkte sie drei Tage nach der Intervention doch noch ein. Wanner erzählt: „Man einigte sich schließlich auf eine einvernehmliche Dienstauflösung zum Entlassungstag. Dank dieser Vereinbarung zahlte das Pflegeheim der Heimhilfe noch 2.265 Euro brutto aus. Die Frau nahm dieses Angebot an, nachdem sie bereits einen neuen Job gefunden hatte.“

Die Fragen, die an Wanner und ihr Team herangetragen werden, drehten sich um die Themen Kurzarbeit, einvernehmliche Lösung, Kündigung, Quarantänebestimmungen, Homeoffice und Freistellung wegen Kinderbetreuung. In rund 10.800 Fällen benötigten die Menschen hingegen weiterführende Beratung und die Unterstützung der AK-Experten in konkreten Problemfällen.

Badens Arbeiterkammer-Chefin Wanner ist überzeugt: „Das vergangene Jahr hat einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig wir als regionale Anlaufstelle sind – allein in der Telefonberatung stieg die Zahl der Anfragen um rund 22 Prozent“, zieht Wanner Bilanz. Insgesamt hat die Bezirksstelle Baden im Vorjahr mehr als sechs Millionen Euro für die Arbeitnehmer der Region gesichert.