Bezirk Baden: Corona als Berufskrankheit

Erstellt am 09. Februar 2022 | 05:36
Lesezeit: 3 Min
Die SPÖ hat Petition für die Anerkennung von berufsbedingten Infektionen mit Covid 19 gestartet. Arbeiterkammer mit anderen Themen konfrontiert.
Werbung

Der SP-Kommunalsprecher im Parlament und Bürgermeister von Trumau, Andreas Kollross, erhofft sich durch die Petition, dass „sowohl Heilbehandlung und Rehabilitation als auch unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen die finanzielle Entschädigung der Betroffenen übernommen wird.“

In den Bezirken Baden und Mödling sind bis dato insgesamt 44.400 Menschen in den vergangen zwei Jahren an Corona erkrankt, davon leiden oder litten rund 10 bis 15 Prozent an Long-Covid und noch einmal zumindest 10 Prozent an schweren Covid-Verläufen. „Die Anerkennung als Berufskrankheit wäre für viele Erkrankte mit schweren Verläufen oder für Long Covid-Erkrankte eine echte Verbesserung“, sagt Kollross.

„Aber man muss den betroffenen Menschen alle Möglichkeiten einer Rehabilitation geben, damit sie nach einer Krankheit wieder gesund werden und in die Normalität zurückfinden“ Pfaffstättens Bürgermeister Christoph Kainz

Landtagsabgeordneter und Pfaffstättens Bürgermeister Christoph Kainz, ÖVP, kann nicht sagen, „ob es wirklich notwendig ist, Corona als Berufskrankheit anzuerkennen. Die Krankheit kennen wir immerhin erst seit zwei Jahren. Aber man muss den betroffenen Menschen alle Möglichkeiten einer Rehabilitation geben, damit sie nach einer Krankheit wieder gesund werden und in die Normalität zurückfinden“.

Kollross will vor allem, dass Reha-Leistungen nicht von den Arbeitnehmern selbst bezahlt werden müssen. Selbst finanziell für eine Corona-Reha aufkommen zu müssen, ist für Kollross „eine unakzeptable Zumutung, die alsbald bereinigt werden muss, um möglichen gesundheitlichen oder finanziellen Folgen einer durchgemachten Krankheit vorzubeugen.“

Bei der Arbeiterkammer in Baden dominieren im Moment noch andere Themen die Agenda, wie der stellvertretende Leiter der AK-Zweigstelle Baden, Christian Bartel, erklärt: „Derzeit erreichen uns eher Anfragen bezüglich Kündigungsschutz während Quarantäne. Denn es gibt hier leider keinen Kündigungsschutz, nichtsdestotrotz muss der Arbeitgeber bestimmte Fristen einhalten. Außerdem haben uns einige Anfragen betreffend Sonderbetreuungszeit von Eltern erreicht, wenn Kinder an Corona erkrankt sind. Hier akzeptieren einige Dienstgeber anscheinend nicht nur den Quarantäne-Bescheid, sondern wollen teilweise zusätzlich auch noch eine Arztbestätigung, und das auch, wenn Kind symptomlos ist. Der Quarantäne-Bescheid reicht aber arbeitsrechtlich für die Geltendmachung der Sonderbetreuungszeit.“

Auch Fragen zur Kurzarbeit bleiben Dauerbrenner

Weiters beschäftigt die Arbeiterkammer nach wie vor die Kurzarbeit. Bartel erläutert: „Hier gehen die Anfragen in die Richtung, dass die Arbeitnehmer teilweise 100 Prozent Arbeitsleistung erbringen, aber nur den ‚Kurzarbeiterlohn‘ bekommen. Dies ist natürlich nicht korrekt - wenn man in einem Monat 100 Prozent Arbeitsleistung erbringt, muss man auch 100 Prozent Lohn erhalten.“

Werbung