Känguru-Gehege in Bad Vöslau wurde erweitert. „There are no kangaroos in Austria“: Monika und Wolfgang Zamazal können dieses Argument widerlegen. Neue Gattung kommt.

Von Markus Wöhrer. Erstellt am 17. April 2021 (05:34)
Die Känguru-Farm am Harzberg wird größer. Das Gehege ist nun 1.600 m² groß. Im Bild ist Känguru Skippy mit dem jüngsten Harzberg-Nachwuchs im Beutel.
https://www.foto-vondruska.at/, https://www.foto-vondruska.at/

International wird Austria, also Österreich, sehr oft mit Australien verwechselt. Da hört man dann sehr oft als Argument „in Österreich gibt es keine Kängurus“. Aber das ist nicht ganz richtig, denn am Harzberg in Bad Vöslau betreiben seit vielen Jahren Monika und Wolfgang Zamazal mit viel Liebe, Hingabe und Leidenschaft das Schutzhaus mit dazugehöriger Kängurufarm.

Das Kängurugehege am Harzberg wurde nun um weitere 600 m² erweitert. „Seit Kurzem fühlen sich auch vier männliche Parma-Kängurus im Gehege sehr wohl, eine der kleinsten, beinahe ausgestorbenen, Känguru-Arten mit einer Größe von maximal 40 cm, von denen es weltweit nur wenige tausend Exemplare gibt“ zeigt sich der Betreiber Wolfgang Zamazal im Gespräch mit der NÖN begeistert vom Neuzugang. „Derzeit warten fünf weibliche Parma-Kängurus in Polen auf ihren Transport zu uns. Drei davon sind trächtig. Die Situation um Corona erschwert leider aufgrund der Bestimmungen einen schnelleren Transport“, berichtet Zamazal weiter. Es wird jetzt auch ein eigenes Gehege für den Neuzugang errichtet, da sich die kleinen Hüpfer auch als eine kleine Mafia entpuppt haben, die die größeren Tiere nicht in Ruhe lassen, erklärt der Betreiber schmunzelnd weiter.

„Die gute Infrastruktur hat uns die Möglichkeit gegeben, mit unserer Kängurufarm eine Station für Aufzucht und Pflege von Kängurus zu eröffnen. Im neuen nunmehr 1.600 m² großen Gehege warten 11 große und kleine, braune und weiße Hüpfer direkt neben der weithin sichtbaren Jubiläumswarte auf Besucher. Ein herrlicher Ausblick ist garantiert“, erklärt Zamazal weiter.

Als wahrer Fachmann zeigte sich Zamazal beim persönlichen Gespräch: „Eine Känguru-Mama kann über das Geschlecht ihres Babys bestimmen. Man weiß nicht genau, wie sie es macht, aber zu Beginn ihres Lebens gebärt eine Känguru-Dame meistens nur weibliche Babys und erst später männliche, weil diese das Rudel früher verlassen.“ Monika und Wolfgang Zamazal hoffen, dass sehr bald wieder der Betrieb normal weiterläuft. „Das Schutzhaus und die artgerechte Betreuung kosten auch sehr viel Geld.“

Jeden Samstag, Sonntag und an Feiertagen kann man sich auch Speisen und Getränke abholen. Mit einer großen Bitte verabschiedeten sich dann die Betreiber vom Gespräch mit der NÖN, nämlich, „den Tieren keine mitgebrachten Lebensmittel ins Gehege zu werfen. Durch die falsch verstandene Zuneigung sind vor einiger Zeit zwei der Tiere verendet“.