Aus im Blitz-Tempo: Asphaltwerk ist passé. UMWELT / Kein Ausbau ohne Umwidmung: Land spielt in der „Causa Mayer“ Ball zurück an die Gemeinde, Grüne jubeln.

Erstellt am 01. August 2011 (07:44)
VON WOLFGANG WALLNER

KOTTINGBRUNN / Ein Bescheid im Blitztempo als vorzeitiges „Aus“ für das Asphaltrecycling-Projekt! Die umstrittene Erweiterung des Betriebs von Hans-Peter Mayer auf der Kottingbrunner Flugfeldstraße unterliegt nun doch der Gewerbeordnung, stellte das Land NÖ jetzt fest. Und damit ist klar: Ohne entsprechende Umwidmung durch die Gemeinde läuft nichts. Und in dieser Hinsicht haben sich die Kottingbrunner schon festgelegt: „Wir widmen nicht um“, betont Bürgermeister Andreas Kieslich (SP), „zum Grundsatzbeschluss des Gemeinderates stehen wir.“
Mehr als 1.400 Menschen hatten mit ihrer Unterschrift gegen den Ausbau der Recylinganlage um eine Asphalt-Heißmischanlage (100.000 Tonnen/Jahr) protestiert, eine überparteiliche Plattform wurde ins Leben gerufen.

Erleichterung in der Politik: „Keine weitere Belastung“

„Das Engagement der Bevölkerung hat sich ausgezahlt“, strahlt Grünen-Gemeinderätin Dr. Angela Berger. Sie hatte im Frühjahr Alarm geschlagen, als in der Gemeinde die Umwidmung des Betriebsgeländes auf‘s Tapet kam. „Auch als kleine Fraktion kann man viel bewegen.“
Mit einem „Happy End“ für die Asphaltgegner hat man allerdings auch bei den Grünen nicht gerechnet. „Bei meinen Anfragen haben sich insgesamt vier Landesräte nicht zuständig gefühlt, dass nun so rasch dieser Bescheid kam, war nicht zu erwarten“, findet Landtagsabgeordnete Dr. Helga Krismer. Erfreut zeigt sich auch Bürgermeister Hans Trink — Teesdorf unterstützt wie die Nachbargemeinde Günselsdorf die „Plattform gegen Kottingmüll“. Der Ortschef: „Ein echter Erfolg, es freut mich, dass diese weitere Belastung für die Lebensqualität nun vom Tisch sein dürfte.“

„Eine Asphaltanlage ist kein Atomkraftwerk!“

Naturgemäß enttäuscht zeigt sich Unternehmer Hans-Peter Mayer. Seine Anwälte prüfen nun den möglichen Gang zum Verwaltungsgerichtshof. „Wenn der Bescheid des Landes okay ist, werden wir ihn natürlich akzeptieren“, so Mayer. Der Betreiber der Recyclinganlage kopfschüttelnd: „Wir wollen ja kein Atomkraftwerk bauen. Dass ausgerechnet die Grünen gegen Wiederverwertung auftreten, ist sehr verwunderlich.“
Es werde verhindert, dass hochwertige Recylcingprodukte aus Asphalt gewonnen werden. „Dass sich Politiker damit brüsten, finde ich peinlich!“ Mayer will sich nach einem anderen Standort für das Projekt umsehen, auch „wenn Kottingbrunn ideal dafür gewesen wäre.“

Mayers bisheriger Betrieb, bis 2018 befristet, läuft weiter wie bisher. Für die Zukunft hofft Bürgermeister Kieslich im Hinblick auf die Entwicklung des angrenzenden Ecoplus-Geländes auf „saubere Alternativen“.
Mayer bemüht sich indessen um Erfüllung der Auflage — die Bepflanzung des Damms an der Flugfeldstraße wird in Angriff genommen, ebenso eine Besprenkelungsanlage und eine Asphaltierung der Fahrstreifen. „Mayer lenkt ein, bemüht sich wirklich um eine Reduzierung der Staubbelastung“, findet FP-Vizebürgermeister Klaus Windbüchler.
Die „Plattform gegen Kottingmüll“ kämpft indessen weiter. Ihr großes Ziel: 2018 soll Schluss sein mit der Deponie auf der Flugfeldstraße.