Wegen Coronavirus: Kaum Motive für Berufs-Fotografen. Der Landesinnungsmeister der Fotografen in NÖ, Christian Schörg, macht auf schwierige Lage aufmerksam.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 01. Dezember 2020 (03:33)
Für die Berufsfotografen ist die Pandemie-Zeit eine Herausforderung, das bestätigt auch Landesinnungsmeister Christian Schörg.
Atelier Schörg

Der zweite Lockdown verschärft die Lage der gewerblichen Fotografen im Bezirk, obwohl die Fotografen eigentlich arbeiten dürfen.

Landesinnungsmeister Christian Schörg mit Ateliers in Baden und Traiskirchen bringt das Spannungsfeld mit einer Frage auf den Punkt: „Wer hat in Zeiten der Krise Interesse daran, zu einem Fotografen zu gehen und ein schönes Porträt von sich machen zu lassen? Die Leute haben einfach andere Sorgen, als zum Fotografen zu gehen, das ist eher ein Luxussegment.“

Vor dem Lockdown war es praktisch möglich, „mit der 10 Quadratmeter-Regelung bis zu 15 Leute ins Studio zu bringen. Wir haben alle Hygienevorschriften eingehalten, die Ansteckungsgefahr im Studio ist relativ gering.“

Die Branche sei massiv betroffen, Schörg weiß: „Die Betriebe, die Mitarbeiter beschäftigen, werden immer weniger, der Branche geht es einfach schlecht“.

Das liegt nicht nur an der Pandemie, sondern auch „an der Bilderflut, die über die Sozialen Medien wie Facebook oder Instagram über die Menschen schwappt“, ist der Meisterfotograf überzeugt. Eine Homepage, Instagram oder Facebookseite seien fototechnisch rasch zu befüllen, das sage aber noch nichts über die Qualität der Fotos aus.

„Wer Anerkennung für seine Fotos erntet, der glaubt wirklich, diese seien toll, auch wenn das ein Berufsfotograf anders sieht“, meint Schörg.

In Österreich könnten von rund 9.000 Fotografen mit Gewerbeschein 600 davon leben. „Das ist wirklich traurig“, sagt Schörg.

Ein Großteil derer, die sich als Fotografen bezeichnen, sind Nebenerwerbsfotografen und leben in Wirklichkeit von anderen Einnahmequellen.“

Ob Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung in finanzieller Hinsicht etwas bringen, weiß Schörg noch nicht. Eines weiß er aber: „Bei den Unterstützungsmaßnahmen sollten Unternehmen berücksichtigt werden, die das hauptberuflich machen, im Gegensatz zu Firmen, die umsatzsteuerbefreit sind. Denn um Umsatzsteuer entrichten, muss man einmal einen Umsatz von 30.000 Euro erst einmal erwirtschaften.“